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Wandern und genießen – Gutedeltag im Markgräflerland

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Rund 20.000 bis 30.000 Besucher waren an Christi Himmelfahrt (Vatertag) zu Fuß oder mit dem Rad auf der gesperrten Badischen Weinstraße zwischen Müllheim und Staufen unterwegs. Der Verein Markgräfler Wein hat zur zwölften Auflage des Markgräfler Gutedeltags eingeladen. Es ist die längste Gutedel-Weinprobe der Welt, rund 30 Winzergenossenschaften und Weingüter aus dem Markgräflerland (vom Grenzacher Horn bis vor die Tore Freiburgs) kredenzten ihre Weine.

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Um 11 Uhr eröffneten die Markgräfler Weinprinzessin Anika Stork und der Vorsitzende des Vereins Markgräfler Wein, Markus Büchin, in Britzingen den Gutedeltag.

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Schnell noch ein paar Fotos in Britzingen, Zunzingen und beim Judengalgen geschossen und dann gings an den PC zum Schreiben („Größte Party im Markgräflerland„).

Kurz nach 14 Uhr haben die Markgräflerin und ich  die Nordic-Walking-Schuhe geschnürrt, die Stöcke geschnappt  und los gings. Über den Judengalgen ging’s nach Zunzingen, Britzingen und Laufen bis nach Ballrechten-Dottingen. Von dort ging’s mit dem vierten Shuttle-Bus zurück nach Müllheim (die ersten drei Busse waren von Staufen kommend schon rappelvoll).

Hier noch ein paar fotografische Eindrücke vom Gutedeltag:

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Mehr Bilder im Album bei Google Fotos: Markgräfler Gutedeltag 2019

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Fotografie, Kultur, Veranstaltungen

Hisgir und Uferbrutt in Zunzingen

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Kleiner Nachtrag von Christi Himmelfahrt: Nach der Eröffnung des Gutedeltags war ich noch kurz in Zunzingen, wo der Brauch von Hisgir und Uferbrutt noch gepflegt wird.

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Mehr Bilder in der Flickr-Fotogalerie: Hisgir und Uferbrutt in Zunzingen

Hisgier und Uferbrutt
Fotografie

Hisgier und Uferbrutt

Hisgier und Uferbrutt in Zunzingen
Hisgier und Uferbrutt in Zunzingen

Im Müllheimer Ortsteil Zunzingen wird an Christi Himmelfahrt noch der Brauch mit Hisgier und Uferbrutt begangen. Der Hisgier im Strohkleid mit rußgeschwärzten Gesicht symbolisiert den scheidenden Winter. Er trägt eine lange Baumrute mit sich herum. Die Uferbrutt im weißen Kleid mit einem Blumenkranz im Haar symbolisiert den Sommer.

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Die Mädchen mit der Uferbrutt beim „Heischegang“

Zunächst gehen die Jungen und Mädchen getrennt von Haus zu Haus und erbitten Gaben, insbesondere Eier und Butter oder etwas zu trinken. Zwischenzeitlich gibt es hier und da auch Süßigkeiten oder etwas Geld.
„De Hisgier isch e brave Ma, er hätt gern Eier in Anke. Er hört das Dierli gare, d’ Lit solle de Ankehaafe usschaare. Er hört des Hühnli singe, d’ Lit sollenem Eili bringe. Er hört des Fäßli rumple, de Hisgier soll ufgumpe!”. Danach springt der Hisgier dreimal auf und die Leute geben ihre Gaben

Vom anderen Dorfende her ziehen die Mädchen mit der Uferbrutt herum, deren Spruch auf gleiche Weise geht: “D’ Uferbrutt isch e bravi Frau, sie hätt gern Eier in Anke…”

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„High Noon“ in Zunzingen: Hisgier und Ufertbrutt treffen aufeinander.

Am Ende treffen Hisgier und Uferbrutt mitten im Dorf zu einem symbolischen Kampf aufeinander treffen. Während die Gruppen die beiden Symbolfiguren anfeuern, versucht der Hisgier den Blumenkranz der Uferbrutt zu rauben, umgekehrt versucht diese, von der Baumrute einen Zweig abzubrechen.

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Wilde Jagd …
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Die Uferbrutt – respektive der Sommer – hat gesiegt!

Falls sich jemand fragt, was mit den gesammelten Eiern passiert. Am Abend gibt’s für die beteiligten Jugendlichen Rührei mit Speck. Andernorts – wie früher in Vögisheim – werden auch Scherben gebacken. Den Vögisheimer Hisgier gibt’s im Markgräfler Museum in Müllheim auch in der Ausstellung zur Regionalgeschichte im Dachgeschoss mit einem kleinen Filmchen zu sehen.

Auf der Internetseite www.zunzingen.de wird der Brauch in einem Beitrag zum Thema Brauchtum von Bianca Flier schön erklärt.

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Eine wissenschaftliche Abhandlung findet sich bei Google Books: Volkskunde im Spannungsfeld zwischen Universität und Museum

Mehr Bilder in der Picasa Bildergalerie!