Fotografie, Heimatkunde

Heimatkunde: Fahrt mit der Sauschwänzlebahn

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Der letzte Tag unseres kleinen Trips in den Hochschwarzwald führte uns vom Schluchsee über Bonndorf nach Blumberg-Zollhaus. Mit der Sauschwänzlebahn ging’s unter Dampf von Zollhaus nach Weizen, nahe der Schweizer Grenze und zurück nach Blumberg.

Die Sauschwänzlebahn ist ein Teilstück der ehemaligen Wutachtalbahn die Lauchringen am Hochrhein mit der Gemeinde Hitschingen (zwischen Geisingen uind Immendingen) verbindet. Die Eisenbahnstrecke verknüpft damit die Schwarzwald- mit der Hochrheinbahn. Ihren nahmen hat sie wegen ihres kurvenreichen Verlaufes sowie des Kreiskehrtunnels in der Stockhalde.

Geschichte

Die im Jahr 1890 durchgehend eröffnete Strecke sollte ursprünglich als strategische Bahn einem möglichen weiteren Krieg gegen das 1870/1871 besiegte Frankreich dienen, ohne durch die neutrale Schweiz fahren zu müssen. Da die Strecke vergleichsweise lang und langsam ist, hatte sie nie eine militärische Bedeutung.

Dennoch wurde die Strecke von 1962 bis 1965  auf Kosten der NATO durchgehend saniert, beispielsweise wurden die Tunnel gegen das eindringende Wasser neu abgedichtet und die Signale an den Bahnhöfen erneuert. Trotz dieses Aufwandes in Millionenhöhe wurde die Strecke fahrplanmäßig nicht mehr befahren, obwohl das Bundesministerium der Verteidigung (im Zeitraum) bis 1974 jährlich 50.000 Mark für den Unterhalt der Strecke zahlte.

Der Personenverkehr wurde im Jahr 1976 eingestellt.

Seit 1977 wird auf dem mittleren Abschnitt Weizen–Blumberg-Zollhaus eine  Museumsbahn betrieben. Betreiber beziehungsweise Eisenbahninfrastrukturunternehmen ist die Bahnbetriebe Blumberg GmbH & Co. KG, ein Tochterunternehmen der Stadtwerke Blumberg.

Strecke

Die Strecke verläuft am südöstlichen Rand des Schwarzwalds beziehungsweise am Nordwestrand des Randens. Der Südabschnitt folgt ab Lauchringen am Rande des Klettgaus bis zum Haltepunkt Lausheim-Blumegg dem Lauf der Wutach. Im Mittelabschnitt wendet sich die Strecke mittels des Kehrtunnels Im Weiler um 180 Grad und verläuft kurz talabwärts, um beim Grimmelshofener Tunnel in das Mühlbachtal zu wechseln. Dem Mühlbach folgt die Strecke bis zum Talkessel bei Fützen und durchquert diesen mit Hilfe zweier offener Kehrschleifen, um nach einer letzten, offenen Kehrschleife im Kommental den Buchbergtunnel zu erreichen. Einen guten Kilometer nach dem Tunnelportal, im Bereich des Bahnhofs Blumberg-Zollhaus, überquert sie die Wasserscheide zwischen den Einzugsgebieten von Rhein und Donau. Ab dem Bahnhof Blumberg-Zollhaus folgt die Strecke auf dem Nordabschnitt flussabwärts dem Lauf des Donauzuflusses Aitrach bis Hintschingen.

Von Lauchringen bis Grimmelshofen liegt sie im Landkreis Waldshut, innerhalb der Gemeinde Blumberg – das heißt von Fützen bis Riedöschingen – im Schwarzwald-Baar-Kreis; der restliche Teil der Strecke bis zum Endpunkt Hintschingen durchquert den Landkreis Tuttlingen. In Hintschingen mündet die Strecke in die Schwarzwaldbahn ein. (Quelle: Wikipedia)

Bahnhof Zollhaus

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Die Dampflokomotive

Die Dampflokomotive FK 262 ist die letztgebaute Dampflok für eine nichtbundeseigene Eisenbahn in Deutschland. Sie ist die letzte von zwei nach einem überarbeiteten Henschel-Entwurf für die Baureihe 83 für die Deutsche Bundesbahn (DB) gebaute Lokomotive. Baujahr ist 1950. Sie wurde bei der Kleinbahn Frankfurt-Königstein im Jahr als FK 262 (Henschel 25263/54) 1956 in Dienst gestellt. Der Blumberger Bahnbetrieb (BB) konnte die Lok FK 262 Ende des Jahres 2012 erwerben, seit 2014 ist die Lok auf der Wutachtalbahn im Einsatz

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Unterwegs auf der Fahrt

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Biesenbach-Viadukt

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Talübergang Epfenhofen

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Epfenhofen

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Kohlekran Fützen

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Bahnhof Fützen

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Talübergang Fützen

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Einfahrt in den Stockhalde Kreiskehrtunnel

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Bahnhof Grimmelshofen

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Wutachflühen

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Auf der Wutach-Brücke über der Wutach

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In Weizen wechselt die Lok für die Rückfahrt ans andere Zugende.

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Eisenbahnmuseum

Das Blumberger Eisenbahnmuseum, im ehemaligen Güterschuppen des Bahnhofes Blumberg-Zollhaus untergebracht, führt durch die Entstehungsgeschichte der „Sauschwänzlebahn“ und zeigt viele nostalgische Erinnerungsstücke aus der vergangenen Dampfeisenbahnzeit.

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Nützliche Infos:

 

 

 

Fotografie, Heimatkunde, Natur, Wandern

Heimatkunde: Mit dem Wutachranger durch die Wutachschlucht

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Neben der Besichtigung der Brauerei Rothaus und einer Fahrt mit der Sauschwänzlebahn stand bei unserem „Heimatkunde“-Urlaub im Hochschwarzwald auch eine Wanderung mit dem Wutachranger durch die Wutachschlucht auf dem Programm.

Mit dem Förster und Wutachranger Martin Schwenninger starteten wir am Wanderparkplatz in Boll (der Abschnitt zwischen Schattenmühle und Boll ist wegen eines Erdrutsches gesperrt). Morgens um 10 Uhr ging’s los, kurz nach 15 Uhr waren wir an der Wutachmühle, wo es mit dem Bus wieder zurück nach Boll ging. Hier leistete uns die Konus-Gästekarte gute Dienste.

Leider konnten wir die Konus-Karte nicht für die Strecke von der Jugendherberge in Seebrugg ins 20 Kilometer entfernte Boll nutzen, es gibt in den Ferien keine Busverbindung von Seebrugg in den Bonndorfer Ortsteil Boll, mit der wir rechtzeitig zum Start am Wanderparkplatz angekommen wären. Die ÖPNV-Alternative wäre mit dem Zug von Seebrugg über Titisee und Neustadt nach Lenzkirch und von dort mit dem Bus wieder in Richtung Bonndorf.

Wegbeschreibung

Vom Wanderparkplatz geht es hinunter zum ehemaligen Bad Boll (Mitte des 19. bis Anfang des 20. Jahrhundert. Kur und Heilbad). Heute erinnert nur noch die 1889 im gotischen Stil erbaute Kapelle, an die historischen Werte dieser einzigartigen Kuranlage.
Hier beginnt der wohl interessanteste Abschnitt der Wutachschlucht. Am Tannegger Wasserfall einem Tuffstein, der langsam „wächst“, geht es den Ludwig-Neumann-Weg hinauf in die Felsengalerie. Am Rastplatz Schurhammerhütte gibt es eine Wanderpause, um sich an ihrem Vesper zu stärken. Ihre Wanderung geht dann weiter an der Wutachversickerung, dem Rümmelesteg, dem Wutachaustritt, am Kanadiersteg vorbei bis hin zur Wutachmühle. Hier am Kiosk sind Sie am Ziel Ihrer Wanderung angekommen.

Bad Boll

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Wie man sieht, hatten wir leichten Nieselregen. Das machte aber die Temperaturen für die Wanderung recht angenehm.

Bad Boll ist ein aufgelassener Weiler in der Wutachschlucht unterhalb der Ortschaft Boll und gehört heute zur Stadt Bonndorf im Schwarzwald. Der Ort liegt in der Talsohle auf der rechten Seite der Wutach, wo der Boller Dorfbach in diese mündet. Namensgebend ist eine dort erstmals 1467 erwähnte schwefelhaltige Quelle. (Quelle: Wikipedia)

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Wutachranger Martin Schwenninger

Wutachranger Martin Schwenninger wusste einiges über den einstigen Ort zu berichten, etwa, dass das ganze Gelände von 1894 bis zum Ersten Weltkrieg dem Fishing Club Limited in London gehörte, und das selbst Winston Churchill zum Kuren oder Forellenangeln hergekommen war.

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Bis auf die Kapelle wurden die ganzen Gebäude abgerissen, nachdem das Land Baden-Württemberg Eigentümer des Areals wurde.

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Wie es früher einmal aussah zeigt die Postkarte aus dem digitalen Fundus den Landesarchivs.

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Historische Postkartenansicht von Bad Boll (Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg; Autor/Fotograf: Luib, Felix / Schreiber, E., Stuttgart)

Heute hat sich die Natur das Gelände zurückerobert.

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Der Tannegger Wasserfall

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https://flic.kr/p/XLiTG5

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Felsensteig

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Bei der Erschließung der Wutachschlucht für Wanderer war ein Weg gesucht worden, der vom Hochwasser unabhängig ist. Italienische Mineure, die beim Bau der Eisenbahn tätig waren, sprengten den Felsensteig in den Berg.

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Die Wutachversickerung

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Der Rümmele-Steg

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In den Jahren 1903 und 1904 ließ der Schwarzwaldverein den Wanderweg von Bad Boll zur Wutachmühle bauen. Planer und Bauleiter war Bahnbauinspektor Karl Rümmele
Rümmele überbrückte die Wutach an vier Stellen mit baugleichen Eisenstegen: Funadement am rechten, Auflsagepfeiler am linken Ufer, Verankerung des Stegs im Fels.
Der historische Rümmele-Steg (70 Meter flussabwärts) ist als einzger der vier damilgen Stege noch im Originalzustand erhalten. Lediglich der linke Auflagepfeiler fiel dem Hochwasser zum Opfer.
Allerdings hat die Wutach durch laufende Verbeiterung ihres Bettes den Steg 1995 endgültig außer Funktion gesetzt. […]
1995/96 errichtete der Schwarzwaldverein den neuen Rümmele-Steg, eine an zwei Pylonen hochwassersicher aufgehängte Holzkonstruktion. (Quelle: Schautafel des Schwarzwaldvereins)

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Noch mehr Fotos sind in der Flickr-Bildergalerie Wanderung mit dem Wanderung mit dem Wutachranger zu finden.

Auf der Rückfahrt machten wir noch an der Schattenmühle-Station: Kaffee und Schwarzwälder-Kirschtorte hatten wir uns redlich verdient.

Nützliche Tipps und Links

Infos rund um die Wutachschlucht gibt es unter www.wutschschlucht.de

Die Termine der geführten Wanderungen sind hier zu finden:  Ranger Wanderung durch die Wutachschlucht

Tourenbeschreibung (in umgekehrter Richtung) inklusive Tourdarten und Karte als PDF sowie Google-Earth und GPS-Track von www.outdooractive.com

Wer den ganzen Schluchtensteig wandern möchte, findet Infos unter www.schluchtensteig.de.