Fotografie, Kultur, Theater, Veranstaltungen

Elternfreuden bei Ox und Esel

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Ox (Eckard Lais, l.) und Esel (Oliver Berger)

Die Weihnachtsgeschichte aus der Sicht von Ochse und Esel erzählt die Theatergruppe R(h)einkultur aus Neuenburg. Nach Aufführungen im „Schwarzen Ärmel“ (Katholisches Gemeindehaus St. Bernhard) in Neuenburg und im Gasthaus Warteck in Niederweiler steht am Samstag, 5. Januar, noch einmal ein Auftritt im Dorfgemeinschaftshaus in Britzingen auf dem Programm.

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Ox (Eckhard Lais) kommt in einer eiskalten Winternacht in seinen Stall und ist hungrig. Doch in seinem Heu liegt ein kleines Häuflein Mensch. Das ist ja wohl die Höhe. Esel (Oliver Berger) soll den „kleinen sabbernden Schreihals“ aus der Futterkrippe entfernen. Aber wohin mit dem kleinen „Matthias“ (Messias), der von Herodes’ Soldaten und einer dreiköpfigen ausländischen Delegation gesucht wird. Und wo sind die wahren Eltern, Josef und Mechthild – oder so – die vermutlich beim Shoppen oder beim Skifahren auf den Golanhöhen sind.

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Die Theatergruppe „R(h)einkultur“ um Eckhard Lais hat mit „Ox und Esel“ aus der Feder von Norbert Ebel ein etwas anderes Krippenspiel auf die Bühne gebracht und begeisterte das Publikum im ausverkauften Saal des Gasthauses „Warteck“ in Niederweiler ebenso wie bei der Premiere kürzlich im Gemeindehaus St. Bernhard in Neuenburg.

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„Ox und Esel“ erzählt nicht nur die Weihnachtsgeschichte aus der Sicht von Ochse und Esel, es geht auch um Zwiespältigkeit, Widerwilligkeit, Unschlüssigkeit und Entnervtheit, die unvorhergesehene Elternfreuden mit sich bringen. Und es geht um das stets aktuelle Thema „Angst vor Fremden“, etwa wenn Ox den Findling möglichst rasch wieder loswerden möchte. „Was ist mit den Menschen los? Sie gehen den ganzen Tag arbeiten, einkaufen oder ins Fitnessstudio, und lassen die Kinder alleine“, fragen sich die beiden am Ende.

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Musikalische Verstärkung erfuhren Ox und Esel durch Mathilda Berger mit weihnachtlichen Melodien auf der Blockflöte. Insgesamt ein humorvoller, unterhaltsamer aber auch besinnlicher Abend für Groß und Klein. „Ich wollte ein Stück für Kinder aber auch Erwachsene auf die Bühne bringen“, erklärt Eckhard Lais seine Wahl. Noch nicht verraten wollte Lais das nächste Stück, er habe aber schon eines ins Auge gefasst. Es wird wohl wieder etwas Tiefgründiges für zwei Schauspieler.

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Das Stück „Ox und Esel“ ist am Samstag, 5. Januar 2019, 17 Uhr, im Dorfgemeinschaftshaus in Britzingen noch einmal zu sehen. Der Eintritt ist frei, es wird um eine Spende gebeten.

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Fotografie, Veranstaltungen

Rheinkultur: Oskar und die Dame in Rosa

Oskar und die Dame in Rosa
Eckard Lais spielt den zehnjährigen an Leukämie erkrankten Oskar.

Zugegeben, bei „Herz-Schmerz“-Filmen schalte ich um. Um Filme und Bücher in denen es um Krebs und andere Krankheiten geht, mache ich einen großen Bogen – ausgenommen vielleicht „Philadelphia“ mit Tom Hanks oder die französische Komödie „Ziemlich beste Freunde“.

Oskar und die Dame in Rosa
Oskar schreibt Briefe an den lieben Gott.

Umsomehr hat mich die Aufführung des Stücks „Oskar und die Dame in Rosa der Theatergruppe Rheinkultur gestern beeindruckt. Die Geschichte das französischen Autors und Philosphen Éric-Emmanuel Schmitt – bekannt durch „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ – handelt vom zehnjährigen Oskar der an Leukämie erkrankt ist. Trotz Chemotherapie und Knochenmarktransplantation hat er nur noch wenige Tage zu leben. Enttäuscht von seinen Eltern, die sich nicht trauen mit ihm über die Wahrheit zu reden findet er Trost bei Oma Rosa einer ehemaligen Catcherin, welche Kinder im Krankenhaus besucht. Sie rät ihm, jeden Tag einen Brief an den lieben Gott zu schreiben und ihm alles zu sagen, was ihn bewegt. Und sie bringt ihn dazu, sich jeden weiteren Tag wie zehn Jahre seines Lebens vorzustellen. So erlebt Oskar Kindheit, Pubertät, erste Liebe, Eifersucht, Midlife Crisis und das Alter. Eckahrd Lais hat den Jungen in dem knapp zweistündigen Monolog glaubwürdig und lebendig dargestellt – was durch den Kunstgriff des Autors, jeden verbleibenden Tag als Jahrzehnt zu leben, ermöglicht wird. In einer Mischung aus Bericht, Erzählungen, Monologen, Dialogen zwischen Oskar, seinen Eltern, dem Arzt und Oma Rosa fieberte das Publikum mit Oskar mit, zweifelte mit ihm an Gott, erfreute sich an seiner erster Liebe Peggy Blue und an seiner Flucht an Heiligabend aus dem Krankenhaus.

Oskar und die Dame in Rosa

Oskar und die Dame in Rosa

Oskar und die Dame in Rosa

Ein rundum gelungenes Experiment, statt der üblichen Mundart-Komödien auch einmal ein ernstes – melancholisch heiteres – Stück auf die Bühne zu bringen.

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Wer Zeit und Lust hat, kann am heutigen Sonntag, 3. Januar 2016, um 19.30 Uhr eine weitere Vorstellung von „Oskar und die Dame in Rosa“ der Theatergruppe „Rheinkultur“ in Niederweiler im Gasthaus „Warteck“ besuchen.

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