Essen & Trinken, Fotografie, Geschichte, Heimatkunde, Landschaft, Natur, Reisen, Wandern

Genusswanderung: Hebel, Golf, Reben und Edelbrände

hetingen_bamlach_039

Genusswanderung von Hertingen über Bamlach zum Schliengener Berg. Wir starteten unsere elf Kilometer lange Wanderung in Hertingen, wo Johann Peter Hebel als Vikar und Pfarrer tätig war. Die Tour führte uns am Drei-Thermen-Golfresort vorbei zur Kapelle Maria Hügel und weiter zum Oberrheinischen Bäder- und Heimatmuseum. Ein paar Straßen weiter finden sich die Bamlacher Wurzeln der Alten Schwarzwälder Brennerei Schladerer.

Durch die Reben geht es mit Blick auf Rhein und Vogesen ein kleines Stück in Richtung Bellingen. Dann geht es wieder hinauf in Richtung Golfplatz. Über die Römerstraße gehts weiter zum Schliengener Berg, wo wir die Bundesstraße queren. Auf dem Weg zurück nach Hertingen kommen wir an der mit zahlreichen Goldmedaillen prämiierten Schwarzwälder Hausbrennerei Martin Sattler vorbei.  

hetingen_bamlach_006

Die Hertinger Kirche

hetingen_bamlach_001

Brunnen

hetingen_bamlach_009

Pfarrhaus

hetingen_bamlach_010a

hetingen_bamlach_012

Der Hebelbrunnen wurde vom Auggener Steinmetz und Bildhauer Johannes Abel gestaltet- Er wurde 1993 vor dem Pfarrhaus, in dem Hebel lebte, eingeweiht. Hier kann man eingemeißelt in Stein Hebels „Seltsamen Spazierritt“ nachlesen.

Johann Peter Hebel: Seltsamer Spazierritt.

Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. Kommt ein Wanderer und sagt: „Das ist nicht recht, Vater, dass Ihr reitet und lasst euern Sohn laufen; Ihr habt stärkere Glieder.“ Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: „Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine.“ Da saßen beide auf und ritten eine Strecke. Kommt ein dritter Wandersmann und sagt: „Was ist das für ein Unverstand, zwei Kerle auf einem schwachen Tiere? Sollte man nicht einen Stock nehmen und euch beide hinab jagen?“ Da stiegen beide ab und gingen selbdritt zu Fuß, rechts und links der Vater und Sohn und in der Mitte der Esel. Kommt ein vierter Wandersmann und sagt: „Ihr seid drei kuriose Gesellen. Ist’s nicht genug, wenn zwei zu Fuß gehen? Geht’s nicht leichter, wenn einer von euch reitet?“ Da band der Vater dem Esel die vorderen Beine zusammen und der Sohn band ihm die hinteren Beine zusammen, zogen einen starken Baumpfahl durch, der an der Straße stand, und trugen den Esel auf der Achsel heim. […]

hetingen_bamlach_008

hetingen_bamlach_007

hetingen_bamlach_023

Blick auf den Blauen

hetingen_bamlach_029

Der Golfplatz

hetingen_bamlach_033bp

hetingen_bamlach_040hetingen_bamlach_043

hetingen_bamlach_045

hretingen_bamlach_maria_hu00fcgel_stempel

hetingen_bamlach_036a

hetingen_bamlach_034

hetingen_bamlach_057

In Bamlach

hetingen_bamlach_073

hetingen_bamlach_071

hetingen_bamlach_078

hetingen_bamlach_079

hetingen_bamlach_080

hetingen_bamlach_087

hetingen_bamlach_089

hetingen_bamlach_092

hetingen_bamlach_094

hertingen_bamlach_097

Blick in die Rheinebene und auf den Grand Canal d’Alsace

hertingen_bamlach_111

hertingen_bamlach_114

hertingen_bamlach_121

hertingen_bamlach_128

hertingen_bamlach_129

hertingen_bamlach_153

Auf dem Schliengener Berg überqueren wir bei der ZImmermann-Straußi die B3.

hertingen_bamlach_156

hertingen_bamlach_163

Der Rücksack ist jetzt etwas schwerer 😉

hertingen_bamlach_164

Vorbei an Aussiedlerhöfen geht es zurück nach Hertingen.

hertingen_bamlach_168

hertingen_bamlach_169a

hertingen_bamlach_176

Karte

Mehr Bilder bei Google Fotos im Album Hebel, Golf, Reben und Edelbrände

Fotografie, Heimatkunde, Landschaft, Natur, Reisen, Wandern

Müllheimer Rundumwegli – Kleine Tour 4 – Postkutschen

mu00fchlenweg_036

Das Müllheimer Rundumwegli führt auf einer Länge von knapp 37 Kilometern einmal rund um die Hauptstadt des Markgräferlands mit seinen Ortsteilen. Die Tour lässt sich in vier Etappen oder vier kleinere Rundwege aufteilen. Wir haben uns für die Variante „Rundumwegli – Kleine Tour 4 – Postkutsche“ entschieden. Warum “ Postkutsche“? Wahrscheinlich weil der Weg von Hügelheim parallel zur B3 verläuft und in der Müllheimer Unterstadt der Weg mit einem kleinen Schlenker an der „Alten Post“ vorbeiführt.

Die Tour beginnt an der Tourist-Information in Müllheim. Wir laufen über den Markgräfler Platz in Richtung Kreisverkehr überqueren die östliche Allee und die Werderstraße und folgen der Nussbaumallee – vorbei am Weingut Engler – und biegen gleich nach rechts zur Moltkestraße ab. Wir nehmen die Unterführung unter der Schwarzwaldstraße und gehen nach rechts auf der Nordseite der Schwarzwaldstraße nach Osten bis zum Kreisverkehr. Hier folgen wir dem Geh- und Radweg in Richtung Zunzingen (Wiiwegli).

[Wir mussten allerdings einen kleinen Umweg durch das Baugebiet oberhalb der Helios-Klinik machen, weil an der Zufahrt zum Neubaugebiet „Am langen Rain“ ein neuer Kreisverkehr gebaut wird.]

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_013

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_009

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_011

Wir folgen dem Fuß- und Radweg nach Zunzingen überqueren die Anhöhe beim „Judengalgen“ („Der Judengalgen“ von Günter Boll aus „Das Markgräflerland“ 1999) und nehmen wenig später den Weg nach links (Segelflugplatz). Wir halten uns auf dem Rebweg in Richtung Norden, folgen dem Symbol des Rundumwegli, und lassen das Segelfluggelände links liegen.

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_015ck

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_016

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_021

Wir folgen dem Rebweg parallel zur Landesstraße

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_024

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_030

Am Ende des Rebwegs haben wir eine schöne Aussicht auf Dattingen sowie Britzingen im Hintergrund …

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_031

Wir laufen wir nach links und dann nach rechts.

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_037

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_040

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_043

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_051

Wir kommen in einen kleinen Löshohlweg und halten uns beim nächsten Wegweiser links.

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_049

Hier halten wir uns rechts und gehen nördlich am Standortübungsplatz vorbei in Richtung Hügelheimer Grillhütte.

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_058

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_070

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_071bp

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_074

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_075

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_093

Bei der Hügelheimer Grillhütte machen wir Rast und packe unser Vesper aus.

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_079

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_089

Wir gehen weiter in Richtung Hügelheim, gehen aber nicht hinunter sondern halten uns rechts in Richtung Rebhäusle/Genussliege Höllberg.

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_103

Wir treffen hier übrigens auf den Hügelheimer Weinlehrpfad, dem wir ein Stück folgen, und der Wissenswertes zu Wein und Landschaft vermittelt.

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_120

Vom Rebhäusle hat man eine schöne Aussicht in die Rheinebene, allerdings macht sich leider der Verkehr auf der Bundesstraße lautstark bemerkbar.

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_109

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_110

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_129

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_136

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_139

Wir gehen weiter in Richtung Hügelheim und passieren noch ein paar nette Aussichtspunkte.

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_147

Wir folgen dem Weg bis wir das Pfarrhaus und die Katharinenkirche erreichen.

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_168

Pfarrhaus
Das Gebäue ließ 1549 Abt Capar von St. Blasien für 650 Gulden errichten. Plünderungen und Brandschatzungen während der Kriege und der Wiederaufbau in Notzeiten haben es baulich stark verändert.
Die steinerne Wappentafel des Erbauers an der Südwestwand zeigt links das Wappen des Klosters (steigender Hirsch), daneben das des Erbauers, der mit bürgerlichem Namen „Müller“ hieß (halbes Mühlrad mit Stern). Zu lesen ist:

CASPAR VON GOTTES GNADEN – APTE DES GOTSHAUS S: BLASSIEN VFF DEM SCHWARTZWALD 1549

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_169

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_173

Evangelische Katharinenkirche Hügelheim

Die erste aus Stein errichtete Hügelheimer Kirche datiert auf das frühe 12. Jahrhundert. Sie war ein schlichter Rechteckbau ohne Turm. Hiervon ist noch ein Teil der Südwand des Langhauses erhalten. Zwischen 1150 und 1200 entstand der heute noch erhaltene romanische Chorturm mit seinen Schallarkaden und dem Figurenfries an der Nordostecke, der im Markgräflerland einmalig eist. Von besonderem Rang sind ferner die Wandmalereien im Innern an der Südwand, die aus der Zeit um 1300 und 1480 stammen, und die u. a. das Martyrium der Hl. Katharina von Alexandrien zeigen. Die Kirche schloss sich 1556 der Reformation an.

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_174

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_175

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_176

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_177

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_178

Hier nehmen wir den Weg nach rechts und bei der nächsten Kreuzung biegen wir nach links in die Straße „Am Schulplatz“ ein.

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_183

Herterscher Vierseitenhof (Schillingerhof)

Einer der stattlichsten Höfe in Hügelheim mit aufwändig gegliederter und fein dekorierter Fassade, 1808 errichtet. Die kunstvoll gestaltete Kartusche über der Eingangstür zeigt:
IO.IAH – MA.BA.H.-1808
Johann Jakob Herter (Altvogt) und Maria Barbara Herter. Die Erbauer gehörten zur wohlabenden Herterfamilie und besaßen u.a. einen Teil des großen St. Blasischen Zehnt- und Meierhofs. Ihre Tochter heiratete Isaak Sehringer aus Niederweiler, Neffe des Ochsenwirts (Gasthaus zum Ochsen, die heutige Winzergenossenschaft). Von 1848 bis 1861 – es ist die Zeit der Badischen Revolution – war er Bürgermeister, einige Jahre auch Bezirksrat.

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_185

An der Kreuzung zur freiwilligen Feuerwehr nehmen wir den Weg nach links und anschließend nach rechts in die Schlossgartenstraße. Wir folgen dem Straßenverlauf.

An der Kreuzung zur Straße „Am Lindenbänkle“ nehmen wir den Weg nach links. An der nächsten Kreuzung biegen wir nach rechts in den Pflanzenweg ein und folgen diesem. Am Feldweg angekommen, nehmen wir diesen in Richtung Müllheim, bis wir die Robert-Schuman-Kaserne erreichen.

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_189

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_190

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_191

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_192

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_201

Wir gehen westlich an der Robert-Schuman-Kaserne vorbei bis zur Kinzigstraße. Dort gehen wir eine kleine Treppe den Abhang hinunter – an ein paar Gärten vorbei – bis zur Unterführung unter dem Autobahnzubringer (Schwarzwaldstraße / B 378) .

Wir passieren die Unterführung und laufen nach rechts entlang der Bundesstraße.

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_216

Das Landhotel „Alte Post“ in Müllheim ist unbestritten das erste Haus Platz. 1986 Jhat der damals 32-jährige gelernte Koch und Diplom-Hotelier Heinrich Mack die im Jahr 1745 erbaute ehemalige Posthalterstation der Thurn und Taxischen Reichspost erworben.
Das zuvor von der Deutschen Schlafwagen-Gesellschaft als Motel betriebene Anwesen war ordentlich in die Jahre gekommen. Ohne Eigenkapital und mit Mut zum Risiko wagte der zuletzt als Vizedirektor in einem 350-Betten-Hotel in Basel tätige Gastronom den Sprung in die Selbstständigkeit und hat selbst wieder die Kochjacke angezogen …

Die „Alte Post“: Hier macht Johann Wolfgang Goethe auf seiner zweiten Italienreise Halt. während der französischen Revolution diente die Post als Hauptquartier des Prinzen Condé. Zu Gast waren auch Markgraf Karl-Friedrich, Johann Peter Hebel („Z Mülle an der Poscht – tuusigsappermoscht! Trinkt me nit e guete Wii? Goht er nit wie Baumöl ii? “) und der Revolutionär Gustav Struve zog am 23. September 1848 an der Alten Post vorbei.

Wenn wir den Kreisverkehr beim Restaurant „Poseidon“ erreichen, nehmen wir den Weg nach links in die Alte Poststraße. Bei der nächsten Abzweigung laufen wir nach rechts in die Käppelematten bis zur Platanenallee

Wir überqueren die Straße an der Bushaltestelle und laufen geradeaus, danach laufen wir nach rechts in die Sterchelestraße. Wir unterqueren die Südtangente und nehmen den Weg durch die Reben in Richtung Reggenhag/Luginsland

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_222

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_225

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_230

Rebhäusle am Reggenhag

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_231_pano

Panoramablick auf die Rheinebene

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_243

Die Luginsland-Linde

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_247

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_248

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_252

Das Jägerhäusle

Ab hier führt das Rundumwegli weiter nach Vögisheim. Wir kürzen jedoch ab und gehen den Riedboden hinunter nach Müllheim

Der eigentliche Weg führt entlang des Wiiwegli weiter bis zur Gemeindeverbindungsstraße zwischen Vögisheim und Auggen-Hach. Dort biegt man nach links ab und folgt der Straße bis Vögisheim. Am Ortsrand von Vögisheim nehmen wir den Weg „Am Rappen“. Am Ende der Straße, wenden wir uns nach links und folgen der Brunnenstraße. Am Kreisverkehr in Müllheim nehmen wir die zweite Ausfahrt und folgen der Fußgängerzone, bis zur Tourist-Information.

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_257

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_259

Das Sängerbänkle

mu00fcllheimer_rundumweglie_postkutsche_263

Mehr Bilder bei Google Fotos im Album Müllheimer Rundumwegli – Kleine Tour 4 – Postkutsche

Karte

Ausflugsziel, Fotografie, Geschichte, Heimatkunde, Landschaft, Natur, Reisen, Wandern

Wanderung zur Burg Grüneck und zur schönen Aussicht

grueneck_047

Ein Ausläufer des Blauens, der westwärts gegen das Dörflein Schallsingen verläuft, trägt auf einer 704 m hohen, vorgeschobenen Kuppe die Burgruine Grüneck oder Gerneck. Vom nördlich verlaufenden Bergscheitel wird der Burgplatz durch einen deutlichen Halsgraben abgetrennt. Ein etwa 12 m langer und 8 m breiter „Burgstock“ erhebt sich ziemlich hoch über das Umgelände; er war an der West- wie an der Ostseite durch einen Graben geschützt. Vor allem an der Nordwestecke werden nach außen wie nach innen noch Trockenmauern mit zum Teil zugehauenen Steinen sichtbar. Im Innern des kleinen Areals scheint eine Zwischenmauer in der Längsrichtung zu verlaufen. Wir können uns vorstellen, daß sich hier ein wuchtiger Wohnturm erhob, möglicherweise in den Untergeschossen in Stein, weiter oben in Fachwerk, wie dies im 11. und 12. Jahrhundert üblich war. Der Zugang wird auf der Südseite erfolgt sein. Auch bei dieser Burg kann der nahe Bergbau die Veranlassung zu ihrer Gründung gebracht haben.
(Christian Adolf Müller: II. Badenweiler und seine Umgebung. In: Das Markgräflerland, 1973, Sonderheft Burgen und Schlösser, S. 24–39; zur Burg Grüneck)

Die Ruine der Burg Grüneck war kürzlich das Ziel einer kleinen Nachmittagswanderung. Eine schöne und lohnenswerte Runde, vor allem durch den Abstecher zur schönen Aussicht. Von den Überresten der Ruine ist mittlerweile nicht mehr allzuviel zu sehen. Wie im Asterix-Comic „Die Trabantenstadt“ hat sich die Natur das Gelände zurückgeholt – Mauern und Steine sind mit Moos bewachsen, ein Weg führt zwar rund um die Ruine. Ein Zugang war jedoch schwer zu finden. Belegt sind Überreste eines 14 mal 16 Meter großen Wohnturms mit zwei bis drei Meter dicken Wänden.

Der Grüneckweg  und die  Burg sind leider nicht  so richtig in das örtliche Wanderwegenetz eingebunden. Die Burg diente wohl im Mittelalter dem Schutz des Bergbaus, eine Schleife zur Burg wäre eine gute Ergänzung für den Geologischen und  Bergbaugeschichtlichen Wanderweg Badenweiler-Sehringen.

grueneck_002

Wir starten von einem kleinen Parkplatz an der Landesstraße 132 etwas auf der Höhe von Hanebecks Hof. Wir folgen dem Grüneck Weg und kreuzen nach wenigen Metern den Vögisheimer Weg, Wir bleiben auf dem Grüneckweg und gehen mehr oder weniger um die Burg herum, bis wir nach links auf einen Waldweg abbiegen, der entlang der Grenze zwischen den Gemarkungen Schliengen-Obereggenen und Badenweiler-Sehringen (gleichzeitig die Grenze der Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Lörrach) führt.

grueneck_024

grueneck_025

Der Weg führt einmal um den Berg herum. Der Nebel sorgt für eine ganz besondere Stimmung.

grueneck_030

Um zum Gipfel beziehungsweise den Überresten der Burg zu gelangen muss man sich durchs Gebüsch schlagen und über umgestürzte Bäume klettern.

grueneck_032

grueneck_036

grueneck_047-1

grueneck_040

Pilze sind tolle Fotomotive. Ansonsten lassen wir die Finger davon.

grueneck_043

Von der Burgruine gehen wir zurück zum Grüneckweg und folgen diesem Weiter in Richtung Blauen, bis wir wieder auf einen regulären Wanderweg mit der gelben Raute treffen. Von hier ging es dann in Richtung „Schöne Aussicht“ , der Platz trägt seinen Namen übrigens zurecht. Luftlinie sind es von hier übrigens nur knapp 1,2 Kilometer bis zum Blauen, allerdings geht es noch 320 Meter bergauf.

grueneck_058

Blick auf Müllheim (oben) und die Dörfer Lipburg und Sehringen (unten)

grueneck_060

grueneck_061

Blick über die Rheinebene zu den Vogesen

grueneck_063

Eine Tasse heißen Tee zum Aufwärmen …

grueneck_086

Von der „Schönen Aussicht“ geht es weiter in Richtung „Alter Mann Stollen“, nach ein paar Metern biegen wir jedoch nach links ab und gehen einen kleinen Pfad hinunter in Richtung „Musbach“.

grueneck_088q

Und wieder jede Menge – uns unbekannte – Pilze

grueneck_099

grueneck_092bp

Vom Wegweiser „Musbach“ geht es weiter in Richtung „Finsterholz“. Dort biegen wir nach links ab (Richtung „Himmelreich) und kommen irgendwann auf den Vögisheimer Weg, den wir ganz am Anfang gekreuzt haben.

grueneck_107

Mehr Bilder bei Google Fotos im Album Ruine Burg Grüneck

Karte

Fotografie, Heimatkunde, Landschaft, Natur, Wandern

Belchensteig: Deutschlands schönster Wanderweg

belchensteig_238bp

Normalerweise erklimmen wir den Belchen von seiner Südseite und starten am Wanderparkplatz Heubronner Eck unterhalb der Dekan-Strohmeyer-Kapelle (siehe: Heimatkunde: Der Belchen – die erste Station von der Erde zum Himmel). Dieses mal, am 24. September, starteten wir am Wiedener Eck und nahmen den „Belchensteig“ unter die Füße, der diesen Sommer vom Wandermagazin zu „Deutschlands schönstem Wanderweg“ gekürt wurde.

belchensteig_001

Wir starten am Wiedener Eck im Oberen Wiesental und folgen dem Belchensteig im Uhrzeigersinn.

belchensteig_381

belchensteig_009

Das Wiedener-Eck-Tor des Westwegs ist auch Start und Ziel unserer Wanderung.

belchensteig_010

Hier gibt es auch einen Spender mit Faltblättern und einer Karte des Belchensteigs.

belchensteig_021

Wir folgen dem Genießerpfad-Logo mit dem Bollenhut. Der Weg führt auf einem breiten Wiesenpfad in Richtung Hotel Gut Lilienfein, dass sich in der einstigen Jugendherberge Wiedener Eck befindet. Da werden Erinnerungen an Landschulheim-Aufenthalte wach. Die Jugendherberge wurde im Jahr 2007 geschlossen.

belchensteig_025

belchensteig_028

belchensteig_029

Nächste Station ist beim Skilift Wiedener Eck. Für Picknick ist es aber noch zu früh am Tag.

belchensteig_030

belchensteig_031

belchensteig_034

Der giftige Fliegenpilz (Amanita muscaria), auch Roter Fliegenpilz, sorgt für Märchenstimmung im Wald.

belchensteig_049bp

belchensteig_054

Beim Wanderparkplatz Lückle überqueren wir die Straße und nehmen auf der gegenüberliegenden Seite den mittleren von drei Wegen (Hintergrundbachweg). Dieser führt uns hinunter in das idyllische Hintergrundbachtal.

belchensteig_061

belchensteig_072

Beim Hirzenmoos machen wir eine kleine Rast auf einer Bank mit geschnitzten Holzfiguren und packen unsere Thermoskannen mit Tee aus.

belchensteig_073

belchensteig_075bp

belchensteig_095

Wir folgen dem Weg entlang des Hintergrundbachs bis zum Wegweiser Multen.

belchensteig_105

Bei Weiler Untermulten passieren wir zwei alte Schwarzwaldhöfe. Nach ein paar Schritten gehen wir rechts einen kleinen Trampelpfad hinaus und kommen wieder auf einen breiteren Weg.

belchensteig_114

100 Meter weiter halten wir uns wieder links und folgen einem Wiesepfad hinunter zum Gasthaus Belchen-Multen.

belchensteig_129

Wir überqueren die Straße und folgen dem Weg zur Belchen-Talstation.

belchensteig_134

belchensteig_144

Auf dem Weg zur Seilbahn-Talstation kommen wir am Haus Bergfried der Bergwacht und beim Belchenhotel Jägerstüble vorbei.

belchensteig_155

belchensteig_156

Wir sparen uns zwei Kilometer Wegstrecke und 300 Höhenmeter und nehmen die Belchenseilbahn den Berg hinauf.

belchensteig_166

belchensteig_173

Oben angekommen kehren wir ins höchstgelegene Gasthaus Baden-Württembergs ein.

belchensteig_172

belchensteig_171

belchensteig_170

belchensteig_176

Auf dem Belchen geht ein frischer Wind und Nebelschwaden ziehen den Berg hinaus.

belchensteig_185

belchensteig_191

belchensteig_197

belchensteig_202b

Blick auf Heitersheim, den Gewerbepark und das Atomkraftwerk Fessenheim (oben) sowie das Münstertal und Staufen (unten).

belchensteig_203

belchensteig_213

Auf dem Belchen verläuft die Grenze zwischen den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Lörrach. Auf einem alten Grenzstein ist auf der Nordseite das Wappen der katholischen Gemeinde Münstertal (oben) und auf der Südseite der protestantischen Markgrafschaft Baden (unten) zu sehen.

belchensteig_214

belchensteig_218

belchensteig_229

belchensteig_231

Beim Wegweiser Belchengipfel folgen wir dem Pfad zum Münstertalblick.

belchensteig_241

Wir treffen auf den unteren Belchenrundweg, halten uns beim Wegweiser  Münstertalblick rechts und folgen einem alpinen Bergpfad zum Krinnenabgang.

belchensteig_258

belchensteig_261

belchensteig_271

belchensteig_272

Der Weg wurde Anfang der 1970er Jahre auch mit Unterstützung von Britischen Pionieren erbaut. Leider ist die Inschrift auf dem Stein nur noch schlecht zu entziffern.

belchensteig_275

belchensteig_303

belchensteig_308

belchensteig_282

belchensteig_315

belchensteig_322

Der Weg schlängelt sich hinunter bis zur Krinne.

belchensteig_331

Dort folgen wir dem Wegweiser zum Heidstein.

belchensteig_338

belchensteig_344

Am Heidstein machen wir auf einer Bank Pause, vespern und genießen den Blick auf den Belchen.

belchensteig_342

Am Heidstein folgen wir dem Weg durch ein kleines Wäldchen, kreuzen die Skilifte Heidstein und Neuhof und genießen bei einer Himmelsliege den „Blick ins Münstertal“.

belchensteig_366

belchensteig_372

belchensteig_363

belchensteig_369

belchensteig_351

Kurz bevor wir wieder zurück beim Wiedener Eck sind, erhaschen wir noch einen Blick auf den Scharfenstein.

Mehr Bilder bei Google Fotos im Album Belchensteig 2020

Karte

Ausflugsziel, Essen & Trinken, Fotografie, Geschichte, Heimatkunde, Wandern

Der Müllheimer Mühlenweg

mu00fchlenweg_024

Statt einer Wanderung in der Natur stand diesmal ein Stadtrundgang auf dem Plan. Ein Spaziergang entlang des Klemmbachs und des Warmbachs zu den historischen Mühlen. Wir haben den „Urlaub“ genutzt um den Müllheimer Mühlenweg zu entdecken. Eine Tour die schön länger auf unserer Liste stand.   Die Stadt Müllheim leitet ihren Namen von ihren Mühlen her. Bereits 758 wird in einer Schenkungsurkunde des Klosters St. Gallen die Ansiedlung als „villa mulinhaimo“, Ort der Mühlen, erwähnt. Neben den sieben historischen Getreidemühlen werden zahlreiche zusätzliche Werke wie Ölmühlen, Sägen, Hanfreiben und Trotten (Obstpressen) betrieben. Hierzu kam die Nutzung von Wasser und Wasserkraft durch andere Gewerbe wie Gerber, Färber und Glaser.

mu00fchlenweg_007

Wir starten unseren Rundgang auf dem Müllheimer Marktplatz.

mu00fchlenweg_009

Das halbe Mühlrad im Stadtwappen weist auf die einst vielen Mühlen hin.

mu00fchlenweg_012

Gegenüber des Marktplatzes liegt das Markgräfler Museum. Wir gehen durch den Durchgang , vorbei an einem steinernen Stadtwappen, in den Innenhof und halten uns dann rechts und gehen durch einen weiteren Durchgang in den so genannten Möbiushof.

mu00fchlenweg_019

Das Alte Wehr am Klemmbach ist die erste Station auf dem Rundweg.

mu00fchlenweg_026

Altes Wehr
Oberhalb der Staustufe zweigt der künstlich angelegte Mühlenkanal ab. Das Wehr dient zur Regulierung der Wassermenge. Bis zur Rückleitung in den Klemmbach in der Unterstadt versorgte der Kanal einst vier Mühlen mit Wasser.

Zitiert habe ich zu den Standorten jeweils die Texte der dazugehörigen Infotafeln. Diese wurden vom Arbeitskreis Frick-Mühle im Museumsverein verfasst. Dazu gibt es auch ein entsprechendes Faltblatt mit der Beschreibung des Mühlenwegs.

mu00fchlenweg_023

mu00fchlenweg_062

Färberei Thommen
Zu sehen ist das Gebäude einer im 17. Jh. entstandenen Färberei. Der Betrieb umfasste Räume mit den Färbe-Kübeln, für den Zeugdruck und zum Trocknen. Für die Farbbäder und Spülvorgänge wurde das Bachwasser genutzt. Im 19. Jh. erfolgte eine Erweiterung um eine Wollspinnerei und eine Walkmühle. In der von einem Wasserrad getriebenen Walke wurden Wollgewebe geklopft, verdichtet und verfilzt

Heute befindet sich in dem Gebäude die Gaststätte „Taberna“

mu00fchlenweg_043

Dornsche Gerberei
Die stattliche Hofanlage wird aus den Gebäuden einer 1768 errichteten Posthalterei gebildet. Ab Mitte des 19. Jh. wurde hier von der Familie Dorn eine Gerberei betrieben. Den großen Wasserbedarf für die Reinigung der Felle und die Lohgruben deckte der Klemmbach ab. Der östliche Gebäudeflügel weist noch die charakteristische Dachform eines Gerberhauses auf – mit Trockenböden zum Trocknen der Felle und ehemals aufklappbaren Seitenluken zur Belüftung.

mu00fchlenweg_050

Alte School
Das markante Bauwerk, das den Klemmbach überspannt, wurde 1824/25 als erstes städtisches Gebäude nach Verleihung des Stadtrechts (1810) errichtet. Das Obergeschoss beherbergte bis 1867 die Gemeindestube. Im Untergeschoss war bis 1912 das städtische, bis in die 1930er Jahre das jüdische Schlachthaus untergebracht. Die Abwässer und Schlachtabfälle gelangten durch eine Luke direkt in den Klemmbach.

mu00fchlenweg_063

Wir überqueren die Östliche Allee bei der Volkshochschule (ehemals „Oberer Engler“) und folgen der Gerbergasse weiter entlang des Klemmbachs.

mu00fchlenweg_070

Gerberhaus
Das malerische, schmale Gerberhaus entstand im 18. Jahrhundert. Auf der Giebelseite des steilen Mansarddaches befinden sich Aufzugsluken, an den Langseiten original erhaltene Gerbergauben. Hier in der Gerbergasse befanden sich entlang des Klemmbachs mehrere Gerbereien, zwei weitere Betriebe lagen am Warmbach. Für den Gerbprozess benötigte man große Mengen von Frischwasser, vor allem zum Einweichen und Waschen der Felle.

mu00fchlenweg_075

Weißgerberei Krauss
Am Türstock des Hauses ist das Zunftzeichen der Gerber zu sehen: die gekreuzten Scherdegen, mit denen die Felle auf dem gebogenen Gerberbaum von Fleischresten befreit wurden. Das weitgehend original erhaltene Anwesen mit stattlichem Wohnhaus, Keller und Scheune ist ein wichtiges Zeugnis der historischen Hauslandschaft Müllheims.

mu00fchlenweg_073

Ein paar Schritte weiter bachaufwärts kommt die einstige Loh- und Schleifmühle.

mu00fchlenweg_082

Loh- und Schleifmühle
In der Lohmühle aus dem späten 18. Jh. wurden die stark gerbsäurehaltigen Fichten- und Eichenrinden zermahlen, um Gerbmittel („Lohe“) für die Rotgerber herzustellen. Später nutzte die Familie Durand die Wasserkraft auch zum Betrieb einer Schleifmühle zum Schleifen von Werkzeugen, Äxten, Pflugscharen usw.

mu00fchlenweg_090

Frick-Mühle Müllheim
Erstmals 1392 urkundlich erwähnt, gehörte die Mühle ursprünglich zum Hofgut der Herren von Baden [zu Liel]. Von den Anfang des 19. Jh. neu errichteten Gebäuden sind das stattliche Wohn- und Mühlenhaus und das Gesindehaus mit Laube erhalten. Die Frick-Mühle stellt ein wichtiges historisches Zeugnis der Müllheimer Wirtschaftsgeschichte dar. Sie wurde 1993 von der Stadt Müllheim erworben und zusammen mit dem Markgräfler Museumsverein Müllheim in den Folgejahren renoviert und als Mühlenmuseum eingerichtet.

mu00fchlenweg_095

Wir folgen der schmalen Gasse „Erngupfe“ vorbei an einigen schmucken Bauernhöfen entlang des Klemmbachs zur Gabelmann-Mühle.

mu00fchlenweg_112

Mühle in der Erngupfe/Gabelmann-Mühle
Vermutlich älteste Mühle Müllheims, bereits 1238 in einer Urkunde der Johanniter in Neuenburg erwähnt. Die Gebäude erhielten ihre heutige Form im 17. und 18. Jh. Herrschaftliches Wohnhaus mit turmartigem Erkervorbau und Wendeltreppe von 1630. Große Scheune, auf der Südseite Doppelhaus mit Getreidemühle und Wohnräumen für das Gesinde. Im Inneren Reste der ursprünglichen Mühleneinrichtung. Hinter der Scheune Umfassungsmauern der früheren Ölmühle. Der letzte Müller, Josef Gabelmann, legte die Mühle Anfang der 1930er Jahre still.

mu00fchlenweg_116

Wir folgen der Brunnmattstraße nach rechts für etwa 200 Meter. Nach 200 m – beim Schwarzwaldvereins Wegweiser Müllheim Brunnmatt – zweigt nach links der Wolfackerweg ab. Er ist als Wanderweg (Markgräfler Wiiwegli) ausgeschildertund führt nach Badenweiler. Nach rund 150 m erblicken wir den Damm des Rückhaltebeckens.

mu00fchlenweg_128

Rückhaltebecken Tritschler Säge
Vom Damm des Rückhaltebeckens, in den 1990er Jahren als Hochwasserschutzdamm errichtet, hat man einen Blick auf Müllheim und zum Sirnitzgebiet, wo der Klemmbach auf 1110 m Höhe entspringt und durch eine Talenge, „die Klemm“ fließt. 20 km langer Lauf in Ost-West-Richtung mit 900 m Höhenunterschied. Durch natürliche Eigenschaften(nicht zu tief liegende Bachsohle, Fließgeschwindigkeit u.a.) ein günstiger Standort für Wassermühlen.
Auf Gemarkung Niederweiler liegt die ehemalige Weisenhof-Mühle, heute Sägewerk Tritscher-Säge. Das alemannische Wort Weise oder Wisun bedeutet Weizen. Im 18. Jahrhunder wurde an dieser Stelle eine Walkemühle genannt, in der aus Tierharen, Flachs und Hanf Filz hergestellt wurde. Im Jahr 1843 wurde hier eine Baumwollspinnerei mit Bleiche eingerichtet. Die 1881 kam das Sägewerk hinzu.
Insgesamt gab es einmal fünf Mühlen auf der Gemarkung des Ortsteils Niederweiler. Darunter die Klemmbachmühle, eine frühere Gipsmühle. Dort wurde Gips geschrotet und gemahlen, der als Dünger verwendet wurde.  Heute befindet sich hier ein gemütliches kleines Café mit Weinstube.
Der Rundweg führt jedoch zurück nach Müllheim. Empfehlenswert ist auch ein Ausflug nach Badenweiler-Oberweiler zur Ölmühle Eberhardt.

mu00fchlenweg_136

mu00fchlenweg_134

Wir kehren zur Brunmattstraße zurück, wenden uns nach links und folgen dem Straßenverlauf bis zur Anhöhe Siebeneichenstraße. Beim Wegweiser Müllheim Enzengarten folgen wir einem kleinen Fußweg (Wiiwegli-Markierung)  den Kalchen (Kalkgrube) hinunter. Vorbei am Freizeit- und Familenbad gehen wir direkt  auf die ehemalige Sprengenmühle zu. Linkerhand im Schwimmbad hinter dem Schwimmbecken gelegen, befindet sich die Warmbachquelle.

mu00fchlenweg_148

Sprengemühle
Die Mühle wurde im 14. Jh. erstmals erwähnt, wohl nach der Adelsfamilie Sprenge (13. Jh.) benannt. Häufiger Besitzerwechsel. 1813 nach Brand wieder aufgebaut. Vielfältige Nutzung von Wasser und Wasserkraft: Getreidemühle, daneben Badehaus, 1741 als Heilbad gewürdigt, 1913stillgelegt. 1718 Eröffnung des Gasthauses „Zum Hirzen“. Mühlengebäude um 1877 durch Brand zerstört. Neubau als Brauerei, später Glaserwerkstatt, heute Kindergarten.

Auf der gegenüberliegenden Bachseite Quellhäuschen der Blankenhorn-Quelle (1859). Daneben entstand 1894 das erste Thermal-Schwimmbad.Der Ganter-Weiher an der Stelle des heutigen Freibades (1967) diente als Schlittschuhbahn und zur Eisgewinnung.

Heute ist hier der Waldorf-Kindergarten untergebracht.

mu00fchlenweg_149

Wir gehen links an den Schwimmbadparkplätzen vorbei zum Ziegleweg, hier halten wir uns rechts und gehen durch die Einbahnstraße auf einen schmalen Pfad entlang des Warmbachs zu.

mu00fchlenweg_155

Am Warmbach befand sich einst eine Ölmühle.

mu00fchlenweg_151

Ölmühle
Auf der gegenüberliegenden rechten Bachseite stand bis 2017 die Ruine einer Ölmühle aus dem 18. Jh. Links das frühere Mühlengebäude, rechts das Magazin. Antrieb durch ein großes, unterschlächtiges Wasserrad. Das Mahlgut (z.B. Walnusskerne) wurde im sog. Kollergang mit einem Mahlstein zerquetscht, dann in der Wärmepfanne erhitzt, in grobe Tücher eingepackt und in der Keilpresse gepresst. Der letzte Ölmüller war Emil Schmidt. Als Landwirt erwarb er das Anwesen 1852 und betrieb die Ölmühle im Nebenerwerb. Nach seinem Tod 1889 Stilllegung der Anlage.

Die letzten Reste der Ruine wurden im Jahr 2017 entfernt.

Wir gehen weiter und überqueren an der Fußgängerampel die Östliche Allee. Direkt gegenüber befindet sich die nächste Station des Mühlenwegs.

mu00fchlenweg_157

Mühlenwerkstatt Meßmer und Rotgerberei Krauss
Die Mühlenwerkstatt von Franz Meßmer war von 1924 bis 1975 in Betrieb. Im Außenbereich Holzwerkstatt für die hölzernen Inneneinbauten von Mühlen,im Innenraum Metallwerkstatt mit Spezialwerkzeugen und -maschinen für die Herstellung und Reparatur von Mahlwerkteilen. Werkstattraum und Ausstattung sind original erhalten. Große technikgeschichtliche Bedeutung, da in Baden-Württemberg keine vergleichbare Werkstatt mehr existiert. Weiter rechts, neben der Brücke, die ehemalige Rotgerberei Krauss von1829 mit Mansarddach und Zunftzeichen am Eingang. Um 1860 stillgelegt.

mu00fchlenweg_161

Wir gehen weiter bis zum Kreisverkehr und gehen rechts in die Hebelstraße (verkehrsberuhigte Zone). Bei der ehemaligen Confiserie Krauss gehen wir durch Bürgerhauspassage in den Bürgerhauspark.

mu00fchlenweg_163

Das Bürgerhaus wurde im Jahr 1976 nach Plänene des Konstanzer Architekten Herbert Schaudt errichtet. Die Holzbaukonstruktion wurde mit einem Architekturpreis ausgezeichnet.

mu00fchlenweg_164

Im Bürgerhauspark befindet sich eine Bronzeskulptur des Weinbaupioniers Adolph Blankenhorn. Wir gehen weiter in Richtung Grayer Platz.

mu00fchlenweg_170

Hier findent wir die Bronzplastik „Marianne und Michel“ des Bildhauers Professor Gerd Lehmann, der auch den Bacchuss unterhalb der Staufener Burg geschaffen hat. Die Figur greift die Form des Mühlrades aus dem Müllheimer Stadtwappen auf.

Schräg gegenüber befindet sich die Mattenmühle, den jüngeren Müllheimern als Henssler-Mühle bekannt.

mu00fchlenweg_172

Mattenmühle/Henssler-Mühle
1609 erstmals genannt, lag die Mühle in den unbebauten Matten (Wiesen). Das Fachwerkhaus ist am Türsturz auf 1806 datiert, in den Fachwerkteilen aber älter. Zahlreiche Eigentümerwechsel; 1895 Übernahme durch die Familie Henssler. Im 20. Jh. konsequente Modernisierung: Speicher für Mehl und Getreide (1926, 1932), Walzenstühle (1934), neues Mühlengebäude mit Silo und Umstellung auf Turbinen (1952), großes Silogebäude (1960). 2005 Verkauf an die Firma Fliegauf. 2009 Einstellung des Mahlbetriebs der letzten Müllheimer Mühle. Der vom Klemmbach gespeiste Mühlenkanal ist noch sichtbar.

mu00fchlenweg_174

mu00fchlenweg_176bp

Wir gehen weiter in Richtung Süden und biegen vor dem Kreisel nach rechts in die Straße Unterer Brühl ab. Nach wenigen Metern errichen wir die Diethelm-Mühle.

mu00fchlenweg_179

Diethelm-Mühle

Der Sage nach gehörte die Mühle einst zum Besitz der Rosenburg. 1733 Bau des heutigen Mühlengebäudes für Nikolaus Blankenhorn unter Einbeziehung älterer Teile. Seit1834 im Besitz der Familie Diethelm. Zahlreiche bauliche Veränderungen: 1843 Einrichtung eines vierten Mahlgangs, 1881Holzanbau für die Mahleinrichtung, 1932 Umstellung auf Turbinen, 1946 Einbau von Silos.

Ab 1971 zusätzlich Garten-Center und Landhandel. 1983 Stilllegung derMühle. Teile der Mühleneinrichtung befinden sich im Mühlenmuseum Frick-Mühle.

mu00fchlenweg_180

Wir folgen dem Warmbach und treffen bei der Mühlenstraße auf die Koger-Mühle.

mu00fchlenweg_183

Koger-Mühle
1513 erste Erwähnung der Mühle am Hachberg. Zahlreiche Besitzerwechsel.Im 17. Jh. baufällig. Ab 1813 im Besitz der Familie Koger. 1904 Stillegung der Mühle, Verkauf an die Stadt. Ab 1908 Frauenarbeitsschule. 1910 beimB au des Schlachthofes Abriss der Ökonomiegebäude. 1922 „Glaswerke Müllheim“, ab 1946 die heute noch bestehende Firma „Hellma“. 1962Verlegung der Produktion ins Industriegebiet. Zum Klemmbach hin ist nochdie Betoneinfassung des früheren Mühlenkanals (Warmbach) sichtbar, der vom tiefer liegenden Klemmbach nur durch einen schmalen Damm getrennt war.

mu00fchlenweg_185

Wir folgen ab hier dem Klemmbach bachabwärts bis zum Teilstock und lassen den Standort der 1969 abgebrochenen Kaiser-Mühle an der Sterchelestraße links liegen.

mu00fchlenweg_190

Teilstock
Bevor das Klemmbachtal aus dem Markgräfler Hügelland in die Rheinebene hinaustritt, teilt sich der Klemmbach: Der alte Klemmbach fließt nach Westen und versickert bei Neuenburg im Wuhrloch; der künstlich angelegte Hügelheimer Runs fließt Richtung Nordwesten und entlastet bei Hochwasser den Klemmbach. Der gemauerte Teilstock entstand 1833 im Zusammenhang mit Maßnahmen zum Hochwasserschutz. Wenige Meter oberhalb mündete früher der Mühlenkanal, der beim Alten Wehr vom Klemmbach abzweigt und sich bei der Diethelm-Mühle mit dem Warmbach vereinigt.

mu00fchlenweg_191

Eng verbunden mit dem Müllerhandwerk ist auch das Bäckerhandwerk. Wir machen hier Station bei der  Hausbäckerei Kotz, kehren im Bäckereicafé ein und essen ein Stück Kuchen als Stärkung.

mu00fchlenweg_192

Zurück geht es die Promenade auf der Nordseite des KLemmbachs entlang bis zum Feuerwehrgerätehaus, hier überqueren wir den Klemmbach und folgen der Mühlenstraße wieder zurück zur Hauptstraße und zum Grayer Platz und nehmen von dort die Gasse zur Kraftgasse und zurück in die Fußgängerzone in der Wilhelmstraße.

mu00fchlenweg_195

Dabei kommen wir unter anderem am Weingut Dörflinger vorbei. Dieses stiftet alljährlich den Markgräfler Gutedelpreis, mit dem die Markgräfler Gutedelgesellschaft „öffentlich wirksamen, kreativen Eigensinn“ auszeichnet. In diesem Jahr geht der Preis übrigens an den Kabarettisten Gerhard Polt.

mu00fchlenweg_199

Mehr Bilder bei Google Fotos im Album Müllheimer Mühlenweg

mu00fchlenweg_036

Das Faltblatt mit der Beschreibung des Mühlenwegs ist in der Tourist-Information im Müllheimer Amtshaus erhältlich.

Das Barockgebäude neben der Martinskirche wurde von 1727 bis 1729 als neuer Verwaltungssitz für die Vogtei Badenweiler erbaut. Zuvor war im Jahr 1684 die Burg Baden in Badenweiler  während des Spanischen Erbfolgekrieges zerstört worden. Später wurde es bis zum Ende des Ersten Weltkrieges Verwaltungssitz des großherzoglichen Badischen Bezirksamtes. Mit der Ausrufung der Republik Baden im November 1918 und der Abdankung Großherzog Friedrichs II. erfolgte der Übergang in das Eigentum des Landes Baden. Es diente als Sitz der unteren Verwaltungsbehörde (Bezirksamt Müllheim).  Nach dem Zweiten Weltkrieg war in dem Gebäude das Landratsamt des ehemaligen Landkreises Müllheim untergebracht. Nach dessen Auflösung 1972 zog das staatliche Forstamt Müllheim in das Gebäude ein. Als Folge der Verwaltungsreform vom 1. Januar 2005 und dem Wegzug der Forstverwaltung erwarb die Stadt das Gebäude vom Land. Als Amtshaus beherbergt es seit 2006 die Touristik-Information.


Karte

Essen & Trinken, Fotografie, Geschichte, Heimatkunde, Landschaft, Natur, Wandern, Wein, Wissenschaft

Stein und Wein: Vom Auggener Steinacker durch die Reben nach Mauchen

steinacker_053

Am Wochenende wäre eigentlich Winzerfest in Auggen gewesen. Zugleich war Tag des Geotops. Am Wochenende zuvor  war Tag des offenen Denkmals. Also haben wir unsere kleine Wanderung unter das Motto „Stein und Wein“ gestellt. Wir haben eine etwa elf Kilometer lange Rundwanderung ab dem Waldparkplatz Steinacker bei Auggen ausgearbeitet. Gestartet sind wir aber in Müllheim und über Vögisheim und Zizingen zum Steinacker gelaufen. So kamen wir insgesamt auf rund 15 Kilometer.


Warum „Stein und Wein“

steinacker_143

Im Gewann Steinacker – wo die Gemarkungen von Auggen, Feldberg und Mauchen aneinanderstoßen – haben sich vor rund 70 000 Jahren schon die Neandertaler niedergelassen und in der Mauchener Talmulde Jagd auf Wildpferde, Hirsche und Rentiere gemacht. Das besondere an der Fundstelle im Gewann Steinacker ist die Tatsache, dass dort für zwei Epochen Nachweise für eine Besiedlung gefunden wurden. Zu finden sind Reste  einer rund 30 000 Jahre alten gravettienzeitlichen Besiedlung. Gräbt man tiefer, finden sich rund 70 000 Jahre alte Spuren der Neandertaler. Hier konnten zum ersten Mal in Baden-Württemberg Aktivitäten des Neandertalers in einer Freilandstation nachgewiesen werden
(Nachrichtenblatt Universität Heidelberg/PDF). Neben den Tieren; die durch die Täler der Vorbergzone streiften, waren es die Feuerstein-Vorkommen; die sowohl den Neandertalern als auch den jungsteinzeitlichen Menschen als Grundlage für die Herstellung von Werkzeugen und Speerspitzen dienten.

Es braucht schon etwas Phantasie, sich vorzustellen wie Wildpferde, Elche und Rentiere zur Zeit der Neandertalter hier durch Wiesen und Wälder streiften. Die Gräser waren morgens vielleicht mit einer dicken Reifschicht bedeckt, denn die Jahresdurchschnittstemperatur lag vermutlich bei etwa 4 Grad Celsius und an mehr als der Hälfte der Tage im Jahr lag Schnee. Schwer vorstellbar an einem Spätsommertag, an dem das Thermometer wieder auf 29 Grad Celsius klettert.

Auf einem Acker auf Gemarkung Feldberg finden auch dieses Jahr wieder Ausgrabungen durch das Landesdenkmalamt statt. Steinzeit-Jäger im Mauchener Tal

Hier ein Video vom Wirtschaftsministerium zum Denkmaltag und der Ausgrabung bei Feldberg.


Wir starten in Müllheim und gehen Entlang des Rückhaltebeckens Neumattbach über Vögisheim und Zizingen zum Waldparkplatz Steinacker.

steinacker_006

steinacker_015

steinacker_018

Beim Wegweiser Steinacker geht die eigentliche Tour los. Wir gehen im Gegenuhrzeigersinn, laufen also erstmal durch die Reben in Richtung Auggen.

steinacker_020

steinacker_021

steinacker_023

Wir folgen in Auggen dem Rotwegle mit der  gelben Raute in Richtung Kirche.

steinacker_026

steinacker_029

steinacker_034

Von der Kreuzkirche geht zum Pfarrhaus und wir folgen dem Wegweise und der Markierung des Markgräfler Wiiwegli durchs Oberdorf beziehungsweise den Erzbuck in Richtung Schliengen..

steinacker_040

Blick auf die Kreuzkirche (oben) und über das Rheintal zu den Vogesen (unten)

steinacker_039

steinacker_042

steinacker_046

Da wir von zuhause losgelaufen sind, haben wir ein Fläschchen davon fürs Vesper im Gepäck.

steinacker_053bp

steinacker_058

Und plötzlich ein Grenzstein mit dem Baslerstab. Wir sind in Steinenstadt. Nein, wir haben uns nicht verlaufen. Zwischen Auggen und Schliengen gibt es im Rebberg eine Exklave des  Neuenburger Ortsteils.

steinacker_066

steinacker_068ts

steinacker_070

Am Killberg machen wir eine kleine Rast und packen unsere Thermoskannen aus.

steinacker_071

Beim Wegweiser Roggenbach sind wir auf Schliengener Gemarkung, ab hier folgen wir nicht mehr dem Wiiwegli sondern dem Schliengener Weinlehrpfad in Richtung Mauchen.

steinacker_074

steinacker_076ck

steinacker_081

Beim Aussichtspunkt Himmelberg haben wir einen Blick auf die Rheinebene, das Schliengener Gewerbegebiet am Sonnenstück sowie auf die Winzergenossenschaft und die St. Leodegar-Kirche.

steinacker_082

Auf der anderen Seite des Himmelbergs blicken wir auf das Burgunderdorf Mauchen.

steinacker_096

Am Bammerthäusle „Rebflurbereinigung Mauchen Halde“ packen wir dann unser Vesper und das kleine (0,25 l) Fläschen Spätburgunder aus.

steinacker_099

steinacker_097

Am Wegweiser Kreuzmatt halten wir uns links und gehen in Richtung Töpferei.

steinacker_106

steinacker_107

Wir halten uns rechts in Richtung Nikolauskapelle und kommen am Mauchener Dorfbrunnen vorbei.

steinacker_109a

Der im Jahr 2010 eingeweihte Brunnen wurde vom Künstler Reinhard Bombsch geschaffen und ist dem Burgunder-Wein gewidmet.

steinacker_113

steinacker_114

steinacker_119

Bei der Nikolauskirche halten wir uns links  in Richtung Vögisheim und kurz bevor wir das Dorf verlassen biegen wir nach rechts auf einen Feldweg ab. Wir folgen der gelben Raute bergauf. Vor einem Wäldchen geht es dann nach links, auf den Käferholzweg.

steinacker_122

Beim Wegweiser Lielbuck biegen wir links ab und folgen dem Wegweiser in Richtung Langfuhren.

steinacker_125

steinacker_138

Beim Wegweiser Langfuhren folgen wir dem Weg in Richtung Rütte/Saatschulweg und müssen einmal die Mauchener Straße überqueren.

steinacker_141

Wir kommen an der archäologischen Ausgrabung vorbei und folgen dem Wegweiser Rütte/Saatschulweg zum Waldparkplatz Steinacker.

steinacker_146

Hier ist die Tour vorbei, wir laufen wieder über Zizingen und Vögisheim nach Hause.

Mehr Bilder bei Google Fotos im Album Stein und Wein: Vom Auggener Steinacker durch die Reben nach Mauchen


Karte


Ausflugsziel, Fotografie, Heimatkunde, Natur, Wandern

Rund um Staufen: Messerschmiedfelsen – St. Johanneskapelle – Burg

staufen_099

Eine kleine Halbtagstour rund um Staufen im Breisgau, vom Bacchus zum Messerschmiedfelsen, zur Johanneskapelle und zur Burg. Die Tour ist etwa sechs Kilometer lang und lässt noch Zeit für ein Stücke Torte im Café Decker oder eine Abkühlung im Alemannenbad – dann einfach beim Schwimmbad in die Strecke einsteigen.

Wir starten beim Bahnhof. Wer mit dem Auto kommt, kann das Auto auf dem Parkplatz in der Nähe abstellen, allerdings ist die Parkzeit – auch am Samstag – auf drei Stunden beschränkt. Das reicht aber für unsere Strecke ganz gut aus (alternativ kann man vom Schladerer-Parkplatz oder vom Freibad aus starten).

staufen_103

Direkt beim Parkplatz findet sich der erste Wegweiser  (Alte Post) des Schwarzwaldvereins, benannt nach dem gegenüberliegenden Postamt. Ein paar Schritte entfernt befindet sich die Bronze-Figur des Weingottes Bacchus, welche der Bildhauer Professor Kurt Lehmann im Jahr 1970 geschaffen hat.

staufen_107

Wir gehen weiter in Richtung Fußgängerzone, wo am Samstag um die Mittagszeit vor den Restaurant und Cafés sowie auf dem Markt vor dem Rathaus reges Treiben herrscht. Es lohnt sich, auch mal stehen zu bleiben und sich umzudrehen, um einen Blick auf die Burgruine zu werfen.

staufen_108

Staufens berühmtester Einwohner war Doktor Johann Georg Faust, dessen Leben die Grundlage vieler Literatur- und Kunstwerke wurde.
Wegen seiner angeblichen Zauberkünste und der Legende von seinem Pakt mit dem Teufel bleibt diese Figur des in Staufen elend umgebrachten Gelehrten Faust immer faszinierend.
Die Wahrheit hinter der Faustlegende war sein unerfülltes Versprechen, dem verarmten Herrn von Staufen Gold durch Alchemie herzustellen.
Quelle: www.staufen-im-breisgau.de

Das Wandgemälde am Gasthaus Löwen zeigt, wie Mephisto Faust das Genick bricht. Der Legende nach soll im Jahr 1539 der Teufel Faust im Zimmer mit der Nummer 5 geholt haben. Das Gasthaus wurde um 1407 als Gasthaus Zum Leuen erstmals urkundlich erwähnt.

staufen_115

Der Brunnen vor dem Rathaus inmitten der denkmalgeschützten Altstadt.

staufen_117

staufen_116

Überall sichtbar sind die Hebungsrisse, die im Jahr 2007 als Folge einer Geothermie-Bohrung entstanden sind. Durch die Bohrung stieg unter Druck stehendes Grundwasser in eine darüberliegende Gipskeuperschicht. Anhydrit verwandelte sich durch das Wasser in Gips, der durch  sein größeres Volumen für das Anheben des Bodens sorgte. Die Folge waren Risse in Gebäuden. Bis Oktober 2010 waren 268 Häuser von Schäden betroffen, davon 127 besonders stark beschädigt.

Wir gehen weiter und folgen ab dem Wegweiser Staufen/Gasthof Kreuz der Mühlengasse, die an der Rückseite der Schwarzwälder Hausbrennerei Alfred Schladerer vorbeiführt.

staufen_125

staufen_122

Wir folgend der gelben Raute weiter und passieren die Wegweiser Staufen/Alte Mühle und Staufen Felsenkeller. Geradeaus weiter gehts in Richtung Schwimmbad, wir biegen jedoch rechts ab und folgen der schmalen Serpentine hinauf zum Messerschmiedfelsen.

staufen_133

staufen_135

staufen_138

staufen_147

Oberhalb der ehemaligen Messerschmied am Eingang zum  zum Münstertal ragt ein Porphyrfelsen hervor. Von hier hat man eine schöne Aussicht in die Oberrheinebene, die Stadt Staufen und den Ortsteil Grunern am Fuß des Fohrenbergs.

staufen_149

Eine Statue der Heiligen Barbara, der Schutzpatroninen der Bergleute.

staufen_152

Blick auf Staufen (oben) und Grunern (unten)

staufen_153

Wer möchte kann hier noch einen Schlenker auf dem Höllberg in Richtung Münstertal machen, zum Böckfelsen laufen und von dort den Wegweisern Am Wölfental sowie Beim Umsetzer folgend zur Johanneskapelle gehen (das verlängert den Weg um ca. 2 Kilometer).

Wir sind direkt zur Johanneskapelle gewandert. Die St.-Johannes-Kapelle ist eine kleine Barock-Kirche auf dem Dürenbuck oberhalb von Staufen. Die Kapelle wurde im Jahr 1685 vom Eremiten Johannes Willi nach Zerstörung seiner alten Einsiedelei beim Gotthardhof errichte. Sie ist  Johannes dem Täufer geweiht. Der Einsiedler wurde nach seinem Tod im Jahre 1701 vor dem Altar der Kapelle beigesetzt. Im Jahr 1783 wurde die Einsiedelei aufgelöst.

staufen_161

staufen_164

staufen_179

staufen_175

staufen_166

Die Statue des heiligen Nepomuk stand einst auf einer überdachten Brücke über den Neumagen.

staufen_171

staufen_172

staufen_173

staufen_181

Im Jahr 1739 wurde der Kreuzweg eingerichtet.

staufen_189

Entlang des Kreuzwegs zur Kapelle und von dort in Richtung Burg wurde der Weisheitsbaumpfad eingerichtet. Wir folgend den Wegweisern Johannekapelle und Kreuzweg VIII in Richtung des Wegweisers Am Rebberg. Dort treten wir aus dem Wald und haben einen schönen Blick auf die gegenüberliegende Burg sowie nach Norden in Richtung Ehrenkirchen und Batzenberg.

staufen_192

Blick nach Süden auf Grunern am Fuß des Fohrenbergs, dahinter ist der Castellberg zu sehen

staufen_195

Blick über die Reben auf die Staufener Burgruine

staufen_197

staufen_201

staufen_208bp

staufen_216

Der Weg führt durch ein Wohngebiet, wir folgen den Wegweisern Staufen/Alois-Schnorr-Straße und Staufen Bötzen und passieren dabei das einstige Wohnhaus mit Atelier des Bildhauers Kurt Lehmann.

staufen_217

staufen_224

Wir folgen den Wegweisern Kräutäcker und Burgberg zur Burgruine.

staufen_239

staufen_241

staufen_243

Blick von der Burg auf die Staufener Altstadt.

staufen_251

staufen_252

Der Aufstieg auf den Burgturm war an diesem Tag ein Reinfall. Oben angekommen standen wir in einem riesigen Schwarm voller Mücken oder fliegender Ameisen, so dass wir schnell das Weite suchten.

staufen_261

staufen_262

Die Burg Staufen ist die Ruine einer Höhenburg und liegt auf einem 375 Meter hohen Hügel.
Funde und Ausgrabungen weisen darauf hin, dass bereits in der Römerzeit auf dem Hügel an der Stelle der heutigen Burgruine ein Wachturm stand. Die Burg stammt wahrscheinlich aus dem frühen 12. Jahrhundert und wurde von den Herren von Staufen erbaut. Adalbert von Staufen errichtete das Burghaus um 1100.

Die erste urkundliche Erwähnung der Burg stammt aus dem Jahr 1248.  Die in diesem Zusammenhang als Grundherren bezeichneten Üsenberger saßen jedoch nie auf der Burg.  Geldknappheit und erfolglose Fehden der Herren von Staufen mit der nahen Stadt Freiburg führten im 14. Jahrhundert dazu, dass sich Freiburg Einfluss auf der Burg Staufen verschaffen konnte. Um 1400 kam Staufen schließlich zu Vorderösterreich. Mit Georg Leo von Staufen erlosch 1602 das Geschlecht der Herren von Staufen, Burg und Stadt fielen an Österreich heim.

Ab 1607 war die Burg nicht mehr bewohnt. Ab 1628 wurde die Herrschaft Staufen inklusive Burg an die Freiherren von Schauenburg verpfändet (bis 1722). Die unverteidigte Burg Staufen wurde im Dreißigjährigen Krieg von schwedischen Truppen besetzt, die sie 1632 niederbrannten und zerstörten.

1896 erwarb die Stadt Staufen die Ruine und ließ sie renovieren.

staufen_271

Blick von der Burg auf den Kaiserstuhl (oben) und die Gemeinde Ehrenkirchen (unten) am Fuß des Batzenbergs.

staufen_273

staufen_277

Auf dem Panoramaweg rund um die Burg.

staufen_283

Weiter geht es hinunter, bei der Bacchus-Skulptur kommen wir wieder in den Ort. Zur Stärkung bieten sich die Bahnhofsgaststätte, die nahe Eisdiele oder der Weinbrunnen an. Oder man geht nochmals in Richtung statt und genießt auf der Terrasse über dem Neumagen ein Stück Torte.

Mehr Bilder bei Google Fotos im Album Staufen-Messerschmiedfelsen-Johanneskapelle-Burg


Karte


Ausflugsziel, Fotografie, Heimatkunde, Landschaft, Natur, Wandern, Wein

Trockenmauerweg Niedereggenen

Dieses Mal gibt’s nur eine kleine Mini-Wanderung oder besser gesagt einen Sonntagnachmittagsspaziergang. Der Trockenmauerweg bei Niedereggenen.

Das Auto kann man entweder beim Friedhof oder bei der Halle/Schule (Im Weihergärtle) abstellen. Auf alle Fälle lohnt ein Abstecher zur Kirche, sie zählt mit den Kirchen St. Cyriak in Sulzburg und der Kirche in Blansingen zu den ältesten Gotteshäusern im Markgräflerland. Im Innern der denkmalgeschützten Kirche sind wervolle Fresken/Kalksecco-Malereien erhalten.

Ein Besuch wert ist auch der „Bibelgarten„. Dort sind Pflanzen zu finden, die in der Bibel erwähnt werden oder einen Bezug zu biblischen Themen haben. Dazu gibt es zu jeder Pflanze ein Schild mit  einem passenden Bibelspruch.

Oberhalb des Friedhofs beginnt nun unser kleiner Spaziergangauf dem „Naturerlebnispfad Trockenmauern am Freudenberg“. Der etwa 1,4 Kilometer alnge Rundweg bietet viel Wissenswerts über den Bau und die Ökologie von Trockenmauern. .

Die zunehmende Mechanisierung des Weinbaus hat dazu geführt, dass an steileren Lgen wie dem Freudenberg, immer weniger Rebflächen bewirtschaftet wurden. Auf Teilen der Flächen wurde versucht mit Fichten, Douglasien und Kiefern aufzuforsten. In der Folge verbuschten die Weinberge, und die Trockenmauern sind mit Waldreben, Efeu und anderen Schlingpflanzen zugewachsen. Vor den Mauern wuchsen tockenheitsverträglich Sträucher. Die Mauern konnten im Schatten dieser Pflanzen nicht mehr abtrocknen und das Gestein verwitterte.

Die Mauern am Freudenberg gehörten zu einem der größten Zusammenhängenden Trockenmauergebieten im Markgräflerland und sind von besonderem ökologischen Wert. Gleichzeitig stellen sie ein kulturhistorisches Bauwerk dar.

Die meisten Mauern wurden von Schlingpflanzen befreit, schadhafte Mauerabschnitte wurden ausgebessert. Die Arbeitsgruppe Naturschutz Markgräflerland hat einen Teil der Weinbergfläche erhalten und dort resistente Reben angepflanzt.

Zu den an den Trockenmauern vorkommenden Pflanzen zählen das Mauer-Leinkraut, die Mauerraute, die großblütige Königskerze, Waldrebe, Streifenfarn, Kaisernelke, Mauerpfeffer und Thymian.

Das Biotop Trockenmauer hat eine interessante Tierwelt zu bieten: Schmetterlinge(z.B. Bläulinge),  Heuschrecken (z.B. Gottesanbeterin), Reptilien (Zaun-, Mauer- und Smaragdeidechsen), Lurche (Erkröten und Feuersalamander) oder Weinbergschnecken.

Am Aussichtspunkt Sonnhohle/Kapf hat man eine tolle Aussicht über das Dorf mit Blick auf den Blauen, Schloss Bürgeln, Sausenburg und das Naturschutzgebiet Hagschutz.

Ein paar Schritte entfernt ist ein Felsen zu finden, an dem den Spuren nach der eine oder andere Mineralien- und Fossilienssammler hofft fündig zu werden.

Jetzt im August sind natürlich viel Pflanzen bereits verblüht. Auch die Eidechsen haben sich nicht ganz so oft blicken lassen,. Wir werden die Runde auf jeden Fall zu anderen Jahreszeiten nochmals laufen.

Mehr Bilder bei Google Fotos im Album Trockenmauerweg Niedereggenen – August 2020

 


Karte


 

Ausflugsziel, Fotografie, Heimatkunde, Landschaft, Natur, Wandern

Rund um den Nonnenmattweiher und Weiherfelsen – Abstecher zu den Wasserfällen

Badebucht am Nonnenmattweiher
Abends vor dem in Bett gehen noch Vesperbrote geschmiert. Den Wecker auf kurz nach 4 Uhr gestellt. Frühstück gemacht, Wasser gekocht und die Thermoskannen befüllt. Unsere kleine Wanderung zum Nonnenmattweiher und zum Weiherfelsen sollte zum Sonnenaufgang beginnen. So war zumindest der Plan, blöderweise haben sich die angekündigten Regenwolken verspätet. Was eigentlich um Mitternacht abregnen solle, kam erst morgens um 6. Das war dann nichts mit dem Sonnenaufgang, aber dafür hatten wir den in den vergangenen Tagen arg strapazierten See später für uns alleine. Wenigstens haben sich die guten Regenponchos, die wir vor einem Jahr gekauft haben, bezahlt gemacht. Auch Rucksack und Fotokamera haben darunter Platz gehabt und blieben trocken. Los geht’s am Parkplatz Nonnenmattweiher, alternativ kann man das Auto auch beim Kreuzweg oder beim Haldenhof abstellen. Vom Parkplatz aus folgen wir dem Weg an einer Ziegenweide vorbei bis zur Fischerhütte. Dort folgen wir dem Wegweiser in Richtung Sägewald und wandern ein kleines Stück entlang des Westwegs. Unterwegs entdecken wir noch einen Badischen Riesenregenwurm auf dem Weg. Beim Wegweiser Sägewald halten wir uns halblinks und folgen ab jetzt der blauen Raute in Richtung Althütte. Vom Wegweiser Althütte geht es entlang der gelben Raute auf schmalen Pfaden weiter zum Rosswaldweg – der Abschnitt ist zwar nur 400 Meter lang, dafür geht’s 60 Meter bergauf. Als Belohnung gibt es kurz vorher noch einen schönen Aussichtspunkt mit Blick auf den Nonnenmattweiher. Der anstrengendste Teil des Rundwegs ist geschafft, von der Fischerhütte bis hierher waren es 130 Höhehmeter, der noch rund 800 Meter entfernte Weiherfelsen (1050 Meter) liegt nur  20 Meter höher. Ab hier geht es also – zwar auf schmalen Wegen – aber so gut wie eben weiter. Achtung: Auf halbem Weg zwischen Rosswaldweg und Weiherfelsen blockiert ein umgestürzter Baumstamm den Pfad. Am Weiherfelsen genießen wir die Aussicht auf den Nonnenmattweiher. Hinunter gehts in einer langezogenen Schleife auf breiten Waldwegen.
Ende August ist nur noch vereinzelt blühender Fingerhut zu finden
Wir folgen dem Wegweiser Weiherfelsen in Richtung Viermärkerweg, wo wir uns halblinks in Richtung Obere Mättle halten. Wir folgen dem Wegweiser in Richtung Alte Pflanzschule und laufen um den  1039 Meter hohen Tannenkopf herum. Beim Wegweiser Alte Pflanzschule geht es links zum Nonnenmattweiher, der nur noch 200 Meter entfernt ist. Rechts geht es nach Vorderheubronn und zu den etwa 1,4 Kilometer entfernten Wasserfällen.
Wir sind früh dran und entscheiden uns daher spontan für einen kleinen Abstecher (hin und zurück 2,8 Kilometer) zu den Wasserfällen. Wir folgen der blauen Raute, nach etwa 200 Metern verlassen wir den breiten Waldweg und folgen einem kleinen Pfad der parallel zum Weiherbach verläuft. Beim Wegweiser Vorderheubronn folgen wir dem Weg halbrechts in Richtung Wasserfälle. Ein kleines Schild weist an einer Abzweigung auf einen Pfad nach unten. Der Weg führt hinunter zum Klemmbach, wie der Bach nach dem Zusammenfluss von Weiherbach und Kreuzbächle heißt. Der Klemmbach hat nichts mit dem Klemmbach zu tun, der etwas weiter westlich am Köhlgarten entspringt und über Badenweiler und Müllheim ins Neuenburger Wuhrloch fließt. Mit Klemm beziehungsweise Klamm wird ebenso wie mit Höll oder Hohle eine enge Schlucht bezeichnet, was erklärt, dass manche Gewässernamen häufiger vorkommen. Wir überqueren den Bach auf einer hölzernen Brücke und folgen dem Weg weiter abwärts und hören das Rauschen des Bachs. Das Laub der Bäume behindert den Blick auf den Bach. Wir gehen bis zum Wegweiser Wasserfällen beim einstigen Steinbruch und packen dann auf der Bank bei der Kaisertanne unser Vesper aus. Anschließen gehen wir den gleichen Weg wieder zurück zum Nonnenmattweiher.
Wir gehen im Uhrzeigersinn um den See herum, den wir fast noch für uns alleine haben.   Mittlerweile hat auch die Fischerhütte geöffnet. Wir genießen ein Stück noch warmen Zwetschenkuchen mit Sahne und nehmen noch zwei geräuchterte Bachforellen mit – wir hatten vorgeplant und die Kühlbox im Auto. Mehr Bilder bei Google Fotos im Album Nonnenmattweiher – Weiherfelsen – Wasserfälle

Karte

Ausflugsziel, Essen & Trinken, Fotografie, Garten, Geschichte, Heimatkunde, Landschaft, Natur, Wandern, Wein

Spaziergang von Laufen nach St. Ilgen

laufen_st-ilgen_051Nur eine Miniwanderung oder vielmehr einen kleinen Spaziergang haben wir am Samstag unternommen. Wir sind von Laufen nach St. Ilgen gelaufen, haben uns dort die St. Ägidiuskirche sowie einen „Zaubergarten“ angesehen.

laufen_st-ilgen_175

Parkmöglichkeiten gibt es beim Winzerkeller Laufener Altenberg, bei der Altenberghalle oder beim Friedhof. Wir parken und starten beim Winzerkeller. Zunächst geht es ein paar Schritte entlang der Straße nach St. Ilgen. Da wir jedoch nicht auf der Straße laufen wollen, auch wenn der Verkehr nach St. Ilgen sehr überschaubar ist, halten wir uns am Ortsrand von Laufen links und folgen dem Radweg in Richtung Gütigheim. Wir passieren den Wegweiser „Am Biesenberg“ des Schwarzwaldvereins, und an der nächsten Wegkreuzung, beim Wegweiser Brunnmatt, halten wir uns rechts. Der Weg verläuft parallel zum Brunmattbach. Zwischen Reben und Obstplantagen finden wir hier eine bunte Blumenwiese.laufen_st-ilgen_003

laufen_st-ilgen_016

laufen_st-ilgen_018

laufen_st-ilgen_031

laufen_st-ilgen_021

laufen_st-ilgen_025

laufen_st-ilgen_036

laufen_st-ilgen_063

laufen_st-ilgen_066

Wir erreichen St. Ilgen am südlichen Ortseingang beim Wegweiser „St. Ilgen/Zum Fülli“ und gehen nach rechts in Richtung Kirche.

Die Kirche St. Ägidius wird im Jahr 1089 erstmals urkundlich erwähnt. Die Annalen des Klosters St. Peter nennen die „Ecclesia ad Tiliam“ als „ad Sanctum Aegidium vulgo St. Ilg“. 1323 heißt es „sant Gylien“, 1360 „sant Gylgen“, 1370 „capella s. Egidii“, um 1500 „S. Gilgenkapelle zu S. Gilgen“.

laufen_st-ilgen_072

laufen_st-ilgen_081

laufen_st-ilgen_102

laufen_st-ilgen_099

laufen_st-ilgen_088

laufen_st-ilgen_ks_058

Der Bau stammt vom Ende des 13. und Anfang des 14. Jahrhunderts. Das Langschiff ist durch einen spitzen Chorbogen vom Chor abgetrennt. Das Untergeschoss des Turmes mit dem Kreuzrippengewölbe  ist noch in die späte Romanik einzuordnen, die restlichen Bauteile in die frühe Gotik. In den Jahren 1902 bis 1904 wurde die KIrche renoviert.

laufen_st-ilgen_095

Die Eingangsfassade hat gegen den Turm ansteigend einen originellen halben Treppengiebel, der mit kleinen Satteldächern und Kreuzlilien geschmückt ist.

Die besondere Kostbarkeit der Kirche ist die unter Denkmalschutz stehende Orgel. Ihr Gehäuse ist einmalig, ihr Werk überwiegend im Zustand von 1800 erhalten.

laufen_st-ilgen_086

laufen_st-ilgen_087

Die Kirche ist dem heiligen St. Ägidius (frz. Saint-Gilles), einem der 14. Nothelfer und einem der populärsten Heiligen des Mittelalters, gewidmet. Seit der Reformation im Markgräflerland ist sie eine evangelische Pfarrkirche.

laufen_st-ilgen_084

Als ein Klosterbruder an der Jungfräulichkeit der Maria zweifelte und drei Fragen in den Sand schrieb, erblühten als Antwort des Ägidius drei weiße Lilien aus dem dürren Boden.

Die drei Lilien sind übrigens in den eisernen Beschlägen der Eingangstüren zur Kirche wiederzufinden. Diese zieren übrigens auch das Wappen der Gemeinde Laufen, die mit St. Ilgen seit 1974 zur Stadt Sulzburg gehört. Früher gab es in Laufen einen Gasthof „Drei Lilien“, seit kurzem gibt es wieder ein gleichnamiges Restaurant – allerdings mit der französischen Schreibweise „Trois Lis“.

laufen_st-ilgen_100

Der Dorfplatz lädt anschließend zum Picknick an der hölzernen Bank mit Tisch ein.

laufen_st-ilgen_079

laufen_st-ilgen_082

laufen_st-ilgen_083

Wir folgen dann der Straße weiter in Richtung Buggingen, direkt nach dem letzten Haus gehen wir nach rechts in einen Feldweg. Wir haben den „Zaubergarten“ erreicht, der sich vom Weg aus hinter dichten Hecken, Sträuchern und Bäumen versteckt.

laufen_st-ilgen_112

Auf den „Zaubergarten“ wurden wir durch einen Beitrag von Bianca Flier in der Augustausgabe des interkommunalen Veranstaltungsmagazins „Wohin im Markgräflerland“ aufmerksam. Am nordwestlichen Ortsrand von St. Ilgen hat der Gärtnermeister Isbert Preußler in fast 50 Jahren ein naturnahes kleines Paradies geschaffen. Ein schmaler Pfad schlängelt sich durch das Areal, hin und wieder muss sich der Besucher bücken, wenn Rosenzweige über den Weg ragen. Jetzt im August überwiegt ein pralles Grün, nur Rosen und Sonnenhut blühen noch in dieser hitzigen Jahreszeit. Der Garten lässt jedoch die üppige Blütenpracht erahnen, die hier im April, Mai und Juni herrschen muss, wenn beispielsweise die Pfingstrosen blühen. Fazit: Unbedingt im Frühling und ganz zu Sommerbeginn nochmal herkommen.

laufen_st-ilgen_113

laufen_st-ilgen_114

laufen_st-ilgen_115

laufen_st-ilgen_122

laufen_st-ilgen_125

laufen_st-ilgen_128

Nach dem verlassen des Gartens folgen wir dem Feldweg, bis dieser auf einen asphaltierten Weg trifft. Wir halten uns links und gehen bei der nächsten Gelegenheit wieder nach rechts. Auch am Ende dieses Weges geht es wieder nach links und dann gleich wieder nach rechts.

Laufen_St-Ilgen_133

laufen_st-ilgen_129

Wir orientieren uns am Turm der Laufener Kirche St. Johannis. Bei der Altenberghalle erreichen wir wieder Laufen.

Von hier aus geht es zur Kirche St. Johannis.

Die Kirche wurde nach den Plänen des badischen Baudirektors Heinrich Hübsch erbaut und im Jahr 1856 eingeweiht.

Vor der Kirche ist ein Weltkriegsdenkmal des Laufener Künstlers Adolf Riedlin (1892 – 1969) zu sehen. Auch die Wandmalerei an der Fassade der Winzergenossenschaft stammt von ihm. Seine Werke sind unter anderem im Augustinermuseum in Freiburg, im Dreiländermuseum in Lörrach sowie im Markgräfler Museum in Müllheim zu sehen.

Im Frühjahr bietet sich zur Iris-Blüte ein Besuch in der Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin an, außerdem lädt das Lilien-Café zu Kuchen und Kaffee oder kühlen Getränken ein.

Wir überqueren die Weinstraße (Landesstraße) und gehen die Schlossgasse entlang. Links an der Ecke befindet sich der ehemalige Pfarrhof (Schlossgasse 1). Das Landesamt für Denkmalpflege schreibt dazu:

Pfarrhof

Am nordöstlichen Ortseingang in Ecklage stehender Pfarrhof bestehend aus zwei-geschossigem, massiv gemauertem Pfarrhaus über hohem Kellergeschoss mitzwei kreuzgratgewölbten Kellerräumen und mit abschließendem Satteldach. ImInneren barocke Treppe mit aufwändigem Balustergeländer sowie Türen derErbauungszeit mit qualitätvollen Beschlägen. Nebenstehendes Backhaus, lang-gestreckter Schopf mit Schweinestall entlang der Weinstraße, kleines Waschhausund massiv gemauerte Scheune mit Rundbogentor und fachwerksichtigem Giebeldreick unter einem Satteldach. 18. Jahrhundert

An den Pfarrhof schließt sich das Schloss Zeppelin (Schlossgasse 3) an. Es ist in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden, wie auf einem Schild neben dem Tor zum schmucken Innenhof zu lesen ist.

Schloss Zeppelin

Am östlichen Ortsrand auf eine ehemalige Ortsburg und Meierhof zurückgehende Schlossanlage. Nach 1803 erwarben die ehemaligen Lehenspächter das Gut. Durch einen bislang nicht näher bekannten französischen Architekten in die noch heute bestehende Form gebracht. Der Schlosshof, unter dem sich die Fundamente der Vorgängeranlage befinden, wurde mit Bauschutt der 1854 abgebrochenen Kirche höher gelegt. Dreiflügelige, um einen Innenhof gruppierte Anlage mit zweigeschossigem Wohnhaus und Verwalterbau mit arkadendurchbrochener Hofseite. Rückwärtig solitär stehendes Ökonomiegebäude mit Tor-durchfahrt. Unter dem Wohnhaus kreuzgrat- und tonnengewölbter Keller.Wandfeste Ausstattung und Treppe vom Anfang des 19. Jahrhunderts. In deranschließenden ehemaligen Scheune, heute Bibliothek eingerichtet. Im Dachgeschoss des Verwalterhauses Kornspeicher. Um 1860 wurden dem gräflichen Garten Teile des alten Kirchen- und Friedhofgeländes zugeschlagen, danach Erweiterung des Hauptbaus um einen Anbau mit polygonalem Türmchen nach Nordwesten. Im Hof sandsteinerner Laufbrunnen mit der Inschrift „J-K 1825”. Das anschaulich überlieferte Schloss stellt ein herausragendes Zeugnis für die Herrschafts- und Wirtschaftsgeschichte Laufens dar. An seiner Erhaltung besteht aus wissenschaftlichen, künstlerischen und heimatgeschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse.

Im schräg gegenüberliegenden Winkelgehöft (Schlossgasse 6) wurde der Maler Adolf Riedlin geboren.

Eine Hofanlage in Form eines Dreiseitgehöfts (wobei der nördliche Flügel eine jüngere Zutat ist und nicht Bestandteil des Kulturdenkmals) mit eingeschossigem, verputztem Wohnhaus mit außenliegendem, durch ein Zwerchhaus überbauten Treppenaufgang und zwei Dachgeschossebenen unter abschließendem Satteldach. Inschrift im Türsturz: „J. R. Erbaut 1764 Umgeb. 1907 M. R. Renov. 1972G. R.” Im Wohnhaus bauzeitliche Türen mit Beschlägen und Wandschrank.Umbau 1907 im Dachbereich. In einem Raum kleine Sammlung von Gemälden des Malers Adolf Riedlin (1892 – 1969), der hier einige Zeit gelebt hat (sein Elternhaus). Sie zeigen einen Querschnitt seines künstlerischen Schaffens.Westlich an das Wohnhaus anschließende Ökonomiegebäude mit traufseitigen Toreinfahrten und Satteldach.Südlich der Gebäude historische Gartenanlage mit Einfriedungsmauer.Die Hofanlage ist seit dem 18. Jahrhundert im Besitz der Familie Riedlin. Das gut überlieferte Gehöft mit Wohnhaus und Scheune ist ein Zeugnis für die dörfliche Lebens- und Wirtschaftsweise in Laufen. An seiner Erhaltung besteht aus wissenschaftlichen und heimatgeschichtlichen Gründen

Am Ende der Schlossgasse biegen wir nach rechts in die Obere Holzgasse ein. Hier finden wir die Weingüter Rainer Schlumberger und Schlumberger-Bernhart. Wieder an der Weinstraße angelangt überqueren wir die Straße und gehen zurück zu unserm Ausgangspunkt dem Winzerkeller. Auf dem Weg dahin passieren wir das Restaurant „Trois Lis“, das frühere Gasthaus „Drei Lilien“. Das Gebäude gehört dem Laufener Weinvertrieb, an dem der Winzerkeller sowie mehrere örtliche Weingüter beteiligt sind.

Mehr Bilder bei Google Fotos im Album Laufen-St. Ilgen


Karte


P.S. Ohne die verflixte Corona-Pandemie hätte dieses Wochenende (15./16. August 2020) übrigens die Veranstaltung „Wein – Essen – Laufen“ stattgefunden.