Fotografie, Heimatkunde, Natur, Wandern

Heimatkunde: Mit dem Wutachranger durch die Wutachschlucht

Wutachschlucht_077

Neben der Besichtigung der Brauerei Rothaus und einer Fahrt mit der Sauschwänzlebahn stand bei unserem „Heimatkunde“-Urlaub im Hochschwarzwald auch eine Wanderung mit dem Wutachranger durch die Wutachschlucht auf dem Programm.

Mit dem Förster und Wutachranger Martin Schwenninger starteten wir am Wanderparkplatz in Boll (der Abschnitt zwischen Schattenmühle und Boll ist wegen eines Erdrutsches gesperrt). Morgens um 10 Uhr ging’s los, kurz nach 15 Uhr waren wir an der Wutachmühle, wo es mit dem Bus wieder zurück nach Boll ging. Hier leistete uns die Konus-Gästekarte gute Dienste.

Leider konnten wir die Konus-Karte nicht für die Strecke von der Jugendherberge in Seebrugg ins 20 Kilometer entfernte Boll nutzen, es gibt in den Ferien keine Busverbindung von Seebrugg in den Bonndorfer Ortsteil Boll, mit der wir rechtzeitig zum Start am Wanderparkplatz angekommen wären. Die ÖPNV-Alternative wäre mit dem Zug von Seebrugg über Titisee und Neustadt nach Lenzkirch und von dort mit dem Bus wieder in Richtung Bonndorf.

Wegbeschreibung

Vom Wanderparkplatz geht es hinunter zum ehemaligen Bad Boll (Mitte des 19. bis Anfang des 20. Jahrhundert. Kur und Heilbad). Heute erinnert nur noch die 1889 im gotischen Stil erbaute Kapelle, an die historischen Werte dieser einzigartigen Kuranlage.
Hier beginnt der wohl interessanteste Abschnitt der Wutachschlucht. Am Tannegger Wasserfall einem Tuffstein, der langsam „wächst“, geht es den Ludwig-Neumann-Weg hinauf in die Felsengalerie. Am Rastplatz Schurhammerhütte gibt es eine Wanderpause, um sich an ihrem Vesper zu stärken. Ihre Wanderung geht dann weiter an der Wutachversickerung, dem Rümmelesteg, dem Wutachaustritt, am Kanadiersteg vorbei bis hin zur Wutachmühle. Hier am Kiosk sind Sie am Ziel Ihrer Wanderung angekommen.

Bad Boll

Wutachschlucht_003

Wie man sieht, hatten wir leichten Nieselregen. Das machte aber die Temperaturen für die Wanderung recht angenehm.

Bad Boll ist ein aufgelassener Weiler in der Wutachschlucht unterhalb der Ortschaft Boll und gehört heute zur Stadt Bonndorf im Schwarzwald. Der Ort liegt in der Talsohle auf der rechten Seite der Wutach, wo der Boller Dorfbach in diese mündet. Namensgebend ist eine dort erstmals 1467 erwähnte schwefelhaltige Quelle. (Quelle: Wikipedia)

Wutachschlucht_006

Wutachranger Martin Schwenninger

Wutachranger Martin Schwenninger wusste einiges über den einstigen Ort zu berichten, etwa, dass das ganze Gelände von 1894 bis zum Ersten Weltkrieg dem Fishing Club Limited in London gehörte, und das selbst Winston Churchill zum Kuren oder Forellenangeln hergekommen war.

Wutachschlucht_008

Bis auf die Kapelle wurden die ganzen Gebäude abgerissen, nachdem das Land Baden-Württemberg Eigentümer des Areals wurde.

Wutachschlucht_002

Wie es früher einmal aussah zeigt die Postkarte aus dem digitalen Fundus den Landesarchivs.

Wutachschlucht_Bad_Boll_Postkarte_001
Historische Postkartenansicht von Bad Boll (Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg; Autor/Fotograf: Luib, Felix / Schreiber, E., Stuttgart)

Heute hat sich die Natur das Gelände zurückerobert.

Wutachschlucht_017

Wutachschlucht_022

Wutachschlucht_029b

Wutachschlucht_030

Wutachschlucht_042

Wutachschlucht_043

Wutachschlucht_044

Der Tannegger Wasserfall

Wutachschlucht_049

https://flic.kr/p/XLiTG5

Wutachschlucht_051

Felsensteig

Wutachschlucht_058

Bei der Erschließung der Wutachschlucht für Wanderer war ein Weg gesucht worden, der vom Hochwasser unabhängig ist. Italienische Mineure, die beim Bau der Eisenbahn tätig waren, sprengten den Felsensteig in den Berg.

Wutachschlucht_054

Wutachschlucht_056

Wutachschlucht_061

Wutachschlucht_064

Wutachschlucht_065

Die Wutachversickerung

Wutachschlucht_073

Der Rümmele-Steg

Wutachschlucht_094

In den Jahren 1903 und 1904 ließ der Schwarzwaldverein den Wanderweg von Bad Boll zur Wutachmühle bauen. Planer und Bauleiter war Bahnbauinspektor Karl Rümmele
Rümmele überbrückte die Wutach an vier Stellen mit baugleichen Eisenstegen: Funadement am rechten, Auflsagepfeiler am linken Ufer, Verankerung des Stegs im Fels.
Der historische Rümmele-Steg (70 Meter flussabwärts) ist als einzger der vier damilgen Stege noch im Originalzustand erhalten. Lediglich der linke Auflagepfeiler fiel dem Hochwasser zum Opfer.
Allerdings hat die Wutach durch laufende Verbeiterung ihres Bettes den Steg 1995 endgültig außer Funktion gesetzt. […]
1995/96 errichtete der Schwarzwaldverein den neuen Rümmele-Steg, eine an zwei Pylonen hochwassersicher aufgehängte Holzkonstruktion. (Quelle: Schautafel des Schwarzwaldvereins)

Wutachschlucht_096

Wutachschlucht_089

Wutachschlucht_046

Noch mehr Fotos sind in der Flickr-Bildergalerie Wanderung mit dem Wanderung mit dem Wutachranger zu finden.

Auf der Rückfahrt machten wir noch an der Schattenmühle-Station: Kaffee und Schwarzwälder-Kirschtorte hatten wir uns redlich verdient.

Nützliche Tipps und Links

Infos rund um die Wutachschlucht gibt es unter www.wutschschlucht.de

Die Termine der geführten Wanderungen sind hier zu finden:  Ranger Wanderung durch die Wutachschlucht

Tourenbeschreibung (in umgekehrter Richtung) inklusive Tourdarten und Karte als PDF sowie Google-Earth und GPS-Track von www.outdooractive.com

Wer den ganzen Schluchtensteig wandern möchte, findet Infos unter www.schluchtensteig.de.

Advertisements
Fotografie, Heimatkunde, Wandern

Heimatkunde: SchlüHüWaNa-Naturerlebnispfad

SchlüHüWaNa-Park_2_047

Beim Besuch der Rothaus-Brauerei lohnt sich auch ein kleiner Spaziergang zum knapp zwei Kilometer entfernten Schlüchtsee.

Der künstliche See wurde als Eisweiher vom Kloster St. Blasien für die nahe gelegene 1791 gegründete Brauerei in Rothaus angelegt. Dafür wurde die Schlücht aufgestaut. Bei schönem Wetter lädt die idyllisch gelegene Badestelle zu einem erfrischenden Bad ein, also Badehose und Handtuch einpacken!

Badische Staatsbrauerei Rothaus

Die kleine Rundwanderung führt auf dem SchlüHüWaNa-Naturerlebnispfad zum See und startet bei der Touristinformation Grafenhausen, die sich schräg gegenüber der Brauerei befindet.

SchlüHüWaNa-Park_029

Der seltsam klingende Name „SchlüHüWaNa“ bedeutet Schlüchtsee-sli-Wald-Natur-Park. Das Hüsli ist ein kleines Heimatmuseum, dass sich direkt neben der Tourist-Information in einem alten Schwarzwaldhaus befindet

SchlüHüWaNa-Park_028

Auf der Internetseite der Gemeinde Grafenhausen gibt es einen Flyer zum Download.

Der Orkan Lothar, der am zweiten Weihnachtsfeiertag 1999 durch den Hochschwarzwald brauste, legte den Grundstein für den heutigen Erlebnispfad. Er hinterließ eine große Kahlfläche übersät mit entwurzelten Fichten. Nach den Aufräumarbeiten kam dem damaligen Gemeindeförster Hartmuth Frank die Idee, die Gelegenheit zu nutzen und einen Naturerlebnispfad anzulegen. Die mystisch anmutenden Wurzeln und  Baumreste inspirierten den damaligen Verwalter des Heimatmuseums Hüsli und  Hobbyschnitzer Herbert Hofmeier. Er schuf die erste fantasiereiche Figur.

Quelle: Flyer der Gemeinde Grafenhausen

Ein Blickfang sind die aus Baumwurzeln und -resten geschnitzten Figuren.

SchlüHüWaNa-Park_032

SchlüHüWaNa-Park_036

SchlüHüWaNa-Park_034

SchlüHüWaNa-Park_038

SchlüHüWaNa-Park_042

SchlüHüWaNa-Park_2_020

SchlüHüWaNa-Park_2_029

SchlüHüWaNa-Park_2_033

 

 

SchlüHüWaNa-Park_2_032

SchlüHüWaNa-Park_2_052

SchlüHüWaNa-Park_056

SchlüHüWaNa-Park_2_036

Der Schlüchtsee

SchlüHüWaNa-Park_2_045

SchlüHüWaNa-Park_2_037

SchlüHüWaNa-Park_2_038

Im Frühsommer blühen hier die Seerosen … wir waren Anfang August schon zu spät dran.

SchlüHüWaNa-Park_2_042

Die Badestelle

SchlüHüWaNa-Park_2_043

SchlüHüWaNa-Park_2_050

SchlüHüWaNa-Park_2_059

SchlüHüWaNa-Park_2_062

SchlüHüWaNa-Park_2_063

SchlüHüWaNa-Park_2_066

SchlüHüWaNa-Park_2_016

Schwarzwald-Idylle beim Hüsli

SchlüHüWaNa-Park_051

Weitere Fotos sind in der Flickr-Bildergalerie SchlüHüWaNa-Park zu finden.

SchlüHüWaNa-Park_2_019

Fotografie, Heimatkunde, Natur, Wandern

Heimatkunde: Buchswald und Hornfelsen

Buchswald_014

Der Buchswald bei Grenzach steht schon lange auf unserer Liste der Ausflugsziele im Dreiländereck, die wir erkunden wollen. Aber wir haben wohl etwas zu lange gewartet – der Buchsbaumzünsler hat ganze Arbeit geleistet. Es ist trotzdem eine lohnenswerte Wanderung, auch wenn von den einst zahlreichen Buchsbäumen nicht mehr viel übrig ist. Dafür entschädigt ein Abstecher zum Hornfelsen mit einem tollen Panoramablick auf Grenzach-Wyhlen und Basel. Der Grenzacher Hornfelsen ist übrigens das südlichste Weinanbaugebiet im Markgräflerland und das südwestlichste in Deutschland. Seit der Erweiterung des Markgräfler Wiiwegli vor einigen Jahren führt hier auch die erste Etappe des Wanderwegs entlang über das schweizerische Riehen nach Weil am Rhein.

Buchswald_001

Traurige Überreste des Buchswalds

Buchsbaumzünsler_008

Die Raupen des Buchsbaumszünslers haben ganze Arbeit geleistet.

Buchswald_017

Von der Forsthütte hat man einen schönen Blick auf den Hochrhein und den Ortsteil Wyhlen.

Buchswald_016

Hornfelsen_037

Am Aussichtspunkt Grenzacher Hornfelsen

Hornfelsen_Basel_023

Blick auf Basel und den Rhein: im Vordergrund die Schleuse Birsfelden. Dahinter der Roche-Turm (l.) und der Messeturm (r.)

Hornfelsen_040

Reben unterhalb des Kalkfelsens

Hornfelsen_Panorama_026

Panorama mit Blick auf Grenzach, Muttenz, Birsfelden Riehen, und Basel.

Zu den Sehenswürdigkeiten in Grenzach zählt auch die Römervilla.

Mehr Fotos in der Flickr-Bildergalerie Buchswald und Hornfelsen

IRP Rheinwald
Fotografie

Road to Nowhere

IRP Rheinwald
Road to Nowhere – mitten im Neuenburger Rheinwald

Eine breite Straße führt mitten durch den Neuenburger Rheinwald. Der Song „Road to Nowhere“ von der US-amerikanischen New-Wave-Band „Talking Heads“ kommt einem spontan in den Sinn …

Tatsächlich handelt es sich jedoch um die Baustraße für das Integrierte Rheinprogramm. Der Kies von der Tieferlegung des Rheinufers wird über diese Straße abtransportiert. Über einen Autobahn-Parkplatz geht’s dann direkt auf die A5, so dass die bis zu 300 Lastwagen am Tag die Ortsdurchfahrten nicht belasten.

IRP Rheinwald
Im Wald wird übrigens der Mutterboden zwischengelagert, der nach dem auskiesen wieder aufgebracht wird. Im Hintergrund ist der Hochblauen zu sehen.

Der bereits fertiggestellte Bereich mit den Rheingärten wird am Dienstag, 15. September, ab 14.30 Uhr eingeweiht.

Fotografie, Natur, Wandern

Wanderung im Liliental

Liliental
Kleine Wanderung durchs Liliental bei Ihringen

Ein kleiner Ausflug ins idylische Weindorf Ihringen am Fuße des Kaiserstuhls, wo übrigens auch die Markgräfler Tracht getragen wird. Ziel war das Liliental mit dem Arboretum der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg. Ein Arboretum ist – kurz gesagt – ein Botanischer Garten für Bäume. Auf einer Fläche von rund 80 Hektar sind hier Versuchsflächen, Plantagen zur Saatgutgewinnung und eben ein Arboretum mit Bäumen aus aller Welt untergebracht. Neben dem stattlichen Mammutbaumwald, der Anfang der 1960er Jahre angepflanz wurde, gibt es auch allerhand andere botanische Sehenswürdigkeiten wie Orchideen und Stauden zu entdecken. Auch die Fauna bietet einiges zu entdecken: Schmetterlinge, bunte Libellen an den Tümpeln entlang des Wasenweilergrabens oder Zauneidechsen.

Liliental
Vierbeinige Landschaftspfleger
Liliental
Der Mammutbaumwald

Die Mammutbäume (Sequoioideae) sind eine Unterfamilie der Pflanzenfamilie der Zypressengewächse (Cupressaceae).

Liliental
Mammutbäume
Liliental
Birkenwäldchen
Liliental
Kleine Tümpel entlang des Wasenweilergrabens sind Heimat für Amphibien und Libellen.
Liliental
Frühe Adonislibelle oder auch Frühe Adonisjungfer (Pyrrhosoma nymphula)
Liliental
Azurjungfer (Coenagrion)
Zauneidechse
Zauneidechse (Lacerta agilis)
Hauhechel-Bläuling
Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus), Männchen
Liliental
Bei der Paarung
Liliental
Kleiner Sonnenröschen-Bläuling (Aricia agestis)
Liliental
Liliental
Liliental
Liliental
Blick über eine Lichtung zum Totenkopf mit dem Fernmeldeturm

Der Totenkopf mit 556,6 Metern die höchste Erhebung des Kaiserstuhls.

Liliental
Der Totenkopf mit dem Fernmeldeturm
Liliental
Die Markgräflerin war vor allem von den Orchideen begeistert.
Liliental
Orchidee

Fotos und Beschreibungen der Orchideen sind demnächst im Blogbeitrag der Markgräflerin zu finden. Mehr Bilder in der Picasa Bildergalerie!

Liliental
Die Wandergaststätte „Zur Lilie“

Einkehren kann man zum Abschluss in Wandergaststätte zur Lilie – dem Start- und Zielpunkt der kurzen Rundwanderung – für ein kleines Vesper oder Kaffee und Kuchen. Das Gasthaus wird gerade saniert und war bei unserem Besuch geschlossen, dürfte aber Anfang Juni wieder geöffnet haben.

Liliental
Die Wandergaststätte „Zur Lilie“

Kleiner Tipp: Vom 5. bis 8. Juni 2015 finden die Ihringer Weintage statt.

Fotografie

Flurkreuz am Maienbühl und Blick auf Basel

Noch ein Bild zum Karsamstag:

Kreuz Maienbühl
Das Flurkreuz am Maienbühl im Lörracher Ortsteil Stetten.

Vom Maienbühl oberhalb von Stetten aus – direkt an der grünen Grenze zur Schweiz – hat man einen tollen Blick auf das benachbarte Riehen und Basel.

Maienbühl
Panoramablick vom Maienbühl auf Riehen und Basel