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Heimatkunde: Der Belchen – die erste Station von der Erde zum Himmel

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Der Belchengipfel

Morgends bewölkt und mittags Sonnschein hieß es im Wetterbericht. Das Thermometer zeigte 19 Grad Celsius. Ideale Bedingungen für eine Wanderung auf den Belchen, der im Sommer auf den letzten Metern nur wenig Schatten spendet. Los geht’s beim Haldenhof (929 Meter). Ziel war der Belchengipfel mit 1414 Metern Höhe (laut amtlicher Wanderkarte – auf der Tafel des Schwarzwaldvereins beim Belchenhaus steht übrigens 1415 Meter).

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Der Belchengipfel ist noch hinter Wolken verborgen.

Als wir den Pass beim Kreuzweg überquerten, war die Spitze des Belchen noch in morgendliche Nebelwolken gehüllt.

Die Wanderung führt zunächst am Heubronner Eck an einer Kapelle vorbei.

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Dekan-Strohmeyer-Kapelle

Willibald Strohmeyer wurde am 6. Juli 1877 in Mundelfingen, Kreis Donaueschingen, geboren. Am 2. Juli 1902 wurde Strohmeyer im Kloster St. Peter zum Priester geweiht. Als Neupriester kam er zunächst nach in Säckingen, und Oktober 1903 als Vikar nach St.Johann, Freiburg.

Am 28. April 1910 wurde er von Großherzog Friedrich von Baden zum Pfarrer von St. Trudpert ernannt und am 13. Juli 1910 von Erzbischof Thomas Nörber bestätigt und investiert. Von 1924 bis 1931 war Strohmeyer auch erster Generalsuperior der sich im Jahre 1920 im Münstertal auf sein Betreiben hin angesiedelt habenden Josefsschwestern sowie ab 1939 auch Dekan des Dekanats Neuenburg.

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er am 22. April 1945 ohne ersichtlichen Grund von einem SS-Kommando zunächst Richtung Münsterhalden verschleppt und anschließend durch Genickschüsse umgebracht, seine Leiche konnte erst nach zwei Wochen gefunden werden. Sie wurde am 9. Mai 1945 auf dem Münstertäler Friedhof am Kloster St. Trudpert beigesetzt. Er wird heute als katholischer Märtyrer verehrt.

An der Fundstelle beim Heubronner Eck hat die Pfarrgemeinde St. Trudpert Münstertal eine Gedächtniskapelle errichtet. Diese wurde am 31. August 1947 durch den damaligen Erzbischof von Freiburg, Dr. Conrad Gröber, zur Erinnerung an den Märtyrer-Priester geweiht.

Quellen: Katholische Seelsorgeeinheit Staufen-Münstertal, Wikipedia: Willibald Strohmeyer

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Dekan-Strohmeyer-Kapelle

Der Wanderweg (Westweg) führt über Spänplatz und Metzg bis zum Richtplatz mit Schützhütte. Hier hat man eine schöne Aussicht ins Richtung Münstertal.

Alte Grenzmauer

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Der Weg führt größtenteils entlang der Gemarkungsgrenzen von Münstertal und Kleines Wiesental. Es ist die historische Landesgrenze zwischen dem katholischen zu Vorderösterreich gehörendem Breisgau und der evangelischen Markgrafschaft Baden-Durlach. Heute ist es die gemeinsame Grenze der Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Lörrach.

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Das vorderösterrichische Wappen (oben) und das Wappen des Münstertals beziehungsweise des Klosters St. Trudpert
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Die steinerne Mauer diente weniger als Grenzmauer sondern mehr dazu, das Vieh auf den jeweiligen Weiden zu halten.

Der Weg über die Gemarkung Münstertal

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Abzweigung

Der Weg teilt sich zwischen der Alten Grenzmauer und Hohe Kelch. Der Weg über die Gemarkung Münstertal ist abwechslungsreicher, verlangt aber trittsicherheit.

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Aussichtspunkt Lünzmann Platz

Vom Lünzmann Platz hat man eine tolle Aussicht auf den 1165 Meter hohen Blauen bzw. Hochblauen sowie zur Kälbelescheuer.

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Blick auf den Blauen und die Kälbeleschauer

Hohkelch-Sattel

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Hohkelch 1264 Meter (noch 150 Höhenmeter zum Belchengipfel)
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Blick vom Hohkelch ins (kleine) Wiesental

Auch hier sind die Grenzsteine aus dem Jahr 1790 allgegenwärtig – und sogar in Farbe.

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Wappen von Baden-Durlach
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Vorderösterreichisches Wappen

Rapsfelsen

Beim Rapsfelsen (1328 Meter) hat man einen schönen Blick hinunter ins (Kleine) Wiesental. Hier muss man sich entscheiden, ob man sich direkt zum Gipfel links hält oder ob man den Weg nach rechts in Richtung Belchenhaus einschlägt.

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Rapsfelsen

Der Belchen

Der Belchen ist mit 1414 m.ü.M. zwar nur der dritthöchste Schwarzwaldbeg nach Feldberg und Herzogenhorn. Johann Peter Hebel war er „Die erste Station von der Erde zum Himmel“

Ist es wahr, dass die erste Station von der Erde zum Himmel auf dem Belchen ist und die zweite im Mond und die dritte auf dem Morgenstern, und dass dort alle acht Tage ein Komet als Postwagen ankommt und die angelangten Fremdlinge von aller Welt Ende ins himmlische Jerusalem zur ewigen Heimat fährt?

Zitat aus einem Brief Johann Peter Hebels an Gustave Fecht zu Weinachten 1795

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Die Markgräflerin auf dem Belchengipfel

Auffälliges Markenzeichen ist die kahle baumlose Bergkuppe und das von der Oberrheinebene nahezu symmetrische Profil. Der Name Belchen soll keltischen Ursprungs sein und entweder „kahle Kuppe“ oder „der Strahlende“ bedeuten. Für letzteres spricht das so gennante Belchen-System oder Belchen-Dreieck. Dieses wird vom Schwarzwälder Belchen, dem Elässer Belchen in den Vogesen sowie den Schweizer Belchen gebildet. Die Namensgleichheit mit Bezug auf den keltischen Gott des Lichtes, Belenus, wird mit der Tatsache erklärt, dass zur Tag- und Nachtgleiche (Frühjahrs- und Herbstanfang) vom Elsässer Belchen aus gesehen, die Sonne über dem Schwarzwälder Belchen aufgeht und umgekehrt vom Schwarzwälder Belchen hinter dem Elässer Belchen untergeht. Zur Wintersonnenwende geht die Sonne vom Elsässer Belchen aus gesehen hinter dem Schweizer Belchen auf.

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Auf dem Belchengipfel

Vom Gipfel aus sind große Teile des Schwarzwaldes bis zur Hornisgrinde zu sehen, die Vogesen, den Jura und bei entsprechendem Wetter die Alpen von der Zugspitze bis zum Mont Blanc.

Wir hatten leider nicht so tolle Fernsicht, aber wenigstens einige Landmarken im Schwarzwald und in der Rheinebene waren gut zu finden.

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Blick hinunter ins Münstertal und nach Staufen. In der Rheinebene sind Bad Krozingen und Breisach zu erkennen
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Blink in Richtung Freiburg. Am linken Bildrand ist der Kaiserstuhl und der Totenkopf (knapp 557 Meter) zu erkennen. Bei genauem hinschauen entdeckt man auf dem Original in höherer Auflösung auch die Baustelle für das neue SC Stadtion.
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Blick hinüber zum Feldberg, mit 1493 Meter der höchste Gipfel im Schwarzwald und höchster Berg Deutschlands außerhalb der Alpen.

Belchenhaus

Oben angekommen kehrten wir im Belchenhaus zum Vespern ein.

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Belchenhaus
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Die Tafel des Schwarzwaldvereins vor dem Belchenhaus gibt die Höhe des Belchens mit 1415 Meter an, in der amtlichen Landkarte sind es nur 1414 Meter.
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Belchenhaus
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Von der Ostseite (Schönenberg) kommt man auch mit der Seilbahn auf den Gipfel.

Mehr Bilder im Album Wanderung vom Haldenhof auf den Belchen bei Google Photos.

Karte

Tipp: Wanderbus ab Müllheim

Vom 1. Mai bis 31. Oktober fahren übrigens drei Busse der Linie 111 (Stand 2019) vom Müllheimer Bahnhof über Müllheim, Badenweiler und Schweighof hinauf zu Sirnitz, Kreuzweg und Haldenhof. Abfahrt am Bahnhof Müllheim um 8.40 Uhr (sonntags um 8.39 Uhr), 13.05 Uhr und 16.07 Uhr (werktags; Samstag und Sonntag um 15.39 Uhr). Zurück gehts ab Haldenhof um 9.45 Uhr, 14.11 Uhr und 17.20 Uhr (werktags; Samstag und Sonntag um 16.39 Uhr).

SWEG – Fahrpläne Müllheim-Neuenburg zum Download

Siehe auch:

Ausflugsziel, Essen & Trinken, Fotografie, Heimatkunde, Natur, Wandern

Coole Orte mit einstelligen Temperaturen

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Alle stöhnen unter der Hitze, die Schwimmbäder sind rappelvoll. Richtig coole Orte sind gesucht. Zur Abkühlung stand kürzlich mal ein Ausflug zum Besuchsbergwerk Teufelsgrund in Münstertal (Tourismus-Seite) auf dem Programm. Momentan ein cooler Ort, die Temperatur im Besuchsbergwerk beträgt ganzjährig – wie auch in anderen Besuchsbergwerken und Höhlen – circa 8 °C. Genau richtig, wenn das Thermometer mal wieder die 30-Grad-Marke übersteigt.

Tipp: Eine Jacke und festes Schuhwerk einpacken.

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Der Besuch beginnt mit einer etwa 20-minütigen Videovorführung, anschließend geht es – mit einem Schutzhelm auf dem Kopf – mehrere hundert Meter in den Berg hinein.

Das Besuchsbergwerk und seine Geschichte

Im Jahr 1970 eröffnete die Gemeinde Münstertal das erste Besuchsbergwerk im Schwarzwald.

Das Tal östlich von Staufen hat seinen Namen vom Dorf Münster, der Ort wurde bereits 1258 in einer Schenkungsurkunde des Kaisers Konrad II. erwähnt und gab dem Tal seinen Namen. In dieser Urkunde wurde das Bergwerk mit weiteren Silbergruben dem Bischof von Basel, Ulrich II., übertragen.

Der Ort konkurrierte mit seinem Silberbergwerk durchaus mit der Stadt Freiburg. Im Jahr 1346 wurde Münster durch die Grafen von Freiburg zerstört.

Im Teufelsgrund hat bereits sehr früh Untertagebergbau stattgefunden, ein in einem Stollen aufgefundenes Stück Holzkohle konnte mittels der Radiocarbonmethode auf das Jahr 953 datiert werden. Unter Berücksichtigung der damaligen, jährlichen Vortriebsleistung hat der Bergbau zwischen den Jahren 900 und 920 begonnen.

Wahrscheinlich haben aber bereits die Römer Bergbau im Schwarzwald betrieben.

Abgebaut wurden zunächst Silber, das für Münzen und Schmuck Verwendung fand. Im Laufe des 16. Jahrhunderts ging der Ertrag des Bergbaus allmählich zurück. Bergtechnische Schwierigkeiten und die Silberschwemme der Spanier waren die
Hauptursache. Infolge des Dreißigjährigen Krieges kam der Bergbau völlig zum Erliegen und  die “Periode des Silberbergbaues” ging zu Ende.

Nach dem Silber rückte dann das hier ebenfalls vorhanden Blei in den Mittelpunkt. Im Jahr 1864 endete der  zweite Abschnitt im Bergbau, die “Bleiperiode” mit der Schließung der Grube Teufelsgrund.

Erst im Jahr 1942 wurde die Grube Teufelsgrund auf Flussspat wieder in Betrieb genommen. Allerdings waren die Mengen nicht ausreichend und im Jahr 1958 wurde die Grube stillgelegt.

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Ja, Ja, Ja – Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, wir steigern das Bruttosozialprodukt …

Das Salz Calciumflourid wird heute vor allem in China abgebaut. Das Mineral unter anderem in der Herstellung von Glas und Keramik genutzt, zudem in der Produktion von optischen Linsen. Darüber hinaus dient Flussspat in der chemischen Industrie als Ausgangsmaterial für die Herstellung verschiedener anorganischer und organischer Fluorverbindungen. Bekannte Produkte sind Teflon oder Gore-Tex, die auf Poytetrafluoretyhlen zurückgehen.  Den Namen Flussspat hat das Mineral durch seine Verwendung in der Metallherstellung bekommen. Es wird als Flussmittel für Schlacken aus Öfen genutzt,  beispielsweise bei der Herstellung von Aluminium.

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Die Markgräflerin genießt die kühle Luft im Stollen.

Vorsicht

Irgendwann muss man wieder hinaus, bei der derzeitigen Sommerhitze gleicht das Hinausgehen, dem Aussteigen nach einer mehrstündigen Autofahrt mit voll aufgedrehter Klimaanlage – wie ein Schlag ins Gesicht.

Nützliche Informationen

Öffnungszeiten:
Vom  1. April bis 29. Oktober: Dienstag, Donnerstag und  Samstag von 10 bis 16 Uhr sowie Sonn- und Feiertags von 13 bis 16 Uhr. In den Monaten Juli und August ist zusätzlich Mittwoch und Freitag von 13 bis 16 Uhr geöffnet. Letzter Einlass ist um 16 Uhr.

Eintrittspreise:
Erwachsene 6 Euro (fünf Euro mit Gästekarte); Kinder: 3,50 Euro; Familienkart:e 17 Euro (2 Erwachsene und 2 Kinder); Gruppen ab 20 Personen: 5 Euro Pro Person

Kontakt:
Besuchsbergwerk Teufelsgrund
Mulden 71
79244 Münstertal
Tel. 07636/1450
E- Mail: besuchsbergwerk-teufelsgrund@gmx.de
Internet: www.besucherbergwerk-teufelsgrund.com

Einkehr:
Direkt nebenan ist das Bergwerksstüble mit einer typischen Schwarzwälder Vesperkarte.

Noch ein kulinarischer Tipp: In unmittelbarer Nähe ist die Käserei Glocknerhof. Kühltasche und Kühlakkus nicht vergessen, falls Ihr frischen Ziegenkäse mitnehmen wollt. Der Hofladen ist Montag, Mittwoch und Freitag von  11 bis 13 sowie von 15  bis 18 Uhr geöffnet. Samstags ist von 9 bis 13 Uhr geöffnet.

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Glück Auf!

Weitere coole Orte

Um der Sommerhitze zu entfliehen bieten sich auch die folgenden Bergwerke beziehungsweise Höhlen an:

 

Glocknerhof
Essen und Trinken, Fotografie, Natur

Der Glocknerhof im Münstertal

Glocknerhof
Schild über dem Hofladen

Die Markgräflerin und ich hatten kürzlich Gelegenheit die Käserei Glocknerhof in Münstertal-Kaltwasser zu besichtigen und bei einer anschließenden Käseprobe den leckeren Ziegen und Schafskäse zu verkosten.

Am Fuß des 1414 Meter hohen Belchens – der Gipfel ist Luftllinie gerade mal zwei Kilometer entfertn – sind die Hänge steil und größtenteils gar nicht mit Maschinen zu bearbeiten. Es sind vor allem die vierbeinigen Landschaftspfleger, welche die grünen Wiesen offen halten und für Schwarzwaldidylle sorgen.

Auf Flachen Weiden grasen einige Kühe, an den steilen Berghängen knabbern die Geißen an den Gräsern und Blättern.

Mehr dazu im Blogbeitrag der Markgräflerin: Der Glocknerhof in Münstertal und eine Besichtigung der Käserei

Hier ein paar fotografische Impressionen von der Besichtigungstour:

Glocknerhof
Der Glocknerhof in Münstertal-Kaltwasser
Glocknerhof

Glocknerhof
Glocknerhof
Glocknerhof
Glocknerhof
Glocknerhof
Glocknerhof
Junge Zicklein im Stall
Glocknerhof
Zwei junge Kälber
Glocknerhof
Die Hofkatze
Glocknerhof
Hier wird gemolken
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Blick in die Käserei – aus hygienischen Gründen nur von draußen …

Blick in die Käserei, hier entstehen Bibbelskäs, Ziegenfrischkäse, Mozzarella, Münstertäler und Belchenkäse.

Glocknerhof
Die Chäschuchi (Käseküche)
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Die Käserin mit der Käseharfe
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Bibbeleskäs
Glocknerhof
Belchenkäse
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Blick in den „Chäskeller“ – hier dürfen die Käseleibe noch reifen …
Glocknerhof
Zum Abschluss geht’s zur Käseprobe ins „Chäshüsli“.
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Gemütliche Probierstube

Mehr Bilder in der Picasa Bildergalerie!

Münstertal
Essen und Trinken, Natur, Wandern

Kleiner Ausflug ins Münstertal

Münstertal
Blühende Apfelbäume, aber das Wetter war wenig frühlingshaft an diesem Tag.

Vergangene Woche machten wir einen kleinen Ausflug ins Münstertal. Anbei ein paar fotografische Impressionen. Mehr zum Glocknerhof und zum Käse ist im Blog der Markgräflerin zu finden.

Münstertal
Wegweiser zum Glocknerhof
Münstertal
Schwarzwaldbach – der Hinweis „Kaltwasser“ passt!
Brennholz-Stapel am Wegesrand
Brennholz-Stapel am Wegesrand
Münstertal
Blick ins Tal
Münstertal
… unterwegs zum Glocknerhof …
Glocknerhof
Glocknerhof
Wegkreuz
Wegkreuz
Brunnen
Brunnen