Ausflugsziel, Essen & Trinken, Fotografie, Geschichte, Heimatkunde, Wandern

Der Müllheimer Mühlenweg

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Statt einer Wanderung in der Natur stand diesmal ein Stadtrundgang auf dem Plan. Ein Spaziergang entlang des Klemmbachs und des Warmbachs zu den historischen Mühlen. Wir haben den „Urlaub“ genutzt um den Müllheimer Mühlenweg zu entdecken. Eine Tour die schön länger auf unserer Liste stand.   Die Stadt Müllheim leitet ihren Namen von ihren Mühlen her. Bereits 758 wird in einer Schenkungsurkunde des Klosters St. Gallen die Ansiedlung als „villa mulinhaimo“, Ort der Mühlen, erwähnt. Neben den sieben historischen Getreidemühlen werden zahlreiche zusätzliche Werke wie Ölmühlen, Sägen, Hanfreiben und Trotten (Obstpressen) betrieben. Hierzu kam die Nutzung von Wasser und Wasserkraft durch andere Gewerbe wie Gerber, Färber und Glaser.

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Wir starten unseren Rundgang auf dem Müllheimer Marktplatz.

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Das halbe Mühlrad im Stadtwappen weist auf die einst vielen Mühlen hin.

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Gegenüber des Marktplatzes liegt das Markgräfler Museum. Wir gehen durch den Durchgang , vorbei an einem steinernen Stadtwappen, in den Innenhof und halten uns dann rechts und gehen durch einen weiteren Durchgang in den so genannten Möbiushof.

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Das Alte Wehr am Klemmbach ist die erste Station auf dem Rundweg.

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Altes Wehr
Oberhalb der Staustufe zweigt der künstlich angelegte Mühlenkanal ab. Das Wehr dient zur Regulierung der Wassermenge. Bis zur Rückleitung in den Klemmbach in der Unterstadt versorgte der Kanal einst vier Mühlen mit Wasser.

Zitiert habe ich zu den Standorten jeweils die Texte der dazugehörigen Infotafeln. Diese wurden vom Arbeitskreis Frick-Mühle im Museumsverein verfasst. Dazu gibt es auch ein entsprechendes Faltblatt mit der Beschreibung des Mühlenwegs.

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Färberei Thommen
Zu sehen ist das Gebäude einer im 17. Jh. entstandenen Färberei. Der Betrieb umfasste Räume mit den Färbe-Kübeln, für den Zeugdruck und zum Trocknen. Für die Farbbäder und Spülvorgänge wurde das Bachwasser genutzt. Im 19. Jh. erfolgte eine Erweiterung um eine Wollspinnerei und eine Walkmühle. In der von einem Wasserrad getriebenen Walke wurden Wollgewebe geklopft, verdichtet und verfilzt

Heute befindet sich in dem Gebäude die Gaststätte „Taberna“

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Dornsche Gerberei
Die stattliche Hofanlage wird aus den Gebäuden einer 1768 errichteten Posthalterei gebildet. Ab Mitte des 19. Jh. wurde hier von der Familie Dorn eine Gerberei betrieben. Den großen Wasserbedarf für die Reinigung der Felle und die Lohgruben deckte der Klemmbach ab. Der östliche Gebäudeflügel weist noch die charakteristische Dachform eines Gerberhauses auf – mit Trockenböden zum Trocknen der Felle und ehemals aufklappbaren Seitenluken zur Belüftung.

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Alte School
Das markante Bauwerk, das den Klemmbach überspannt, wurde 1824/25 als erstes städtisches Gebäude nach Verleihung des Stadtrechts (1810) errichtet. Das Obergeschoss beherbergte bis 1867 die Gemeindestube. Im Untergeschoss war bis 1912 das städtische, bis in die 1930er Jahre das jüdische Schlachthaus untergebracht. Die Abwässer und Schlachtabfälle gelangten durch eine Luke direkt in den Klemmbach.

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Wir überqueren die Östliche Allee bei der Volkshochschule (ehemals „Oberer Engler“) und folgen der Gerbergasse weiter entlang des Klemmbachs.

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Gerberhaus
Das malerische, schmale Gerberhaus entstand im 18. Jahrhundert. Auf der Giebelseite des steilen Mansarddaches befinden sich Aufzugsluken, an den Langseiten original erhaltene Gerbergauben. Hier in der Gerbergasse befanden sich entlang des Klemmbachs mehrere Gerbereien, zwei weitere Betriebe lagen am Warmbach. Für den Gerbprozess benötigte man große Mengen von Frischwasser, vor allem zum Einweichen und Waschen der Felle.

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Weißgerberei Krauss
Am Türstock des Hauses ist das Zunftzeichen der Gerber zu sehen: die gekreuzten Scherdegen, mit denen die Felle auf dem gebogenen Gerberbaum von Fleischresten befreit wurden. Das weitgehend original erhaltene Anwesen mit stattlichem Wohnhaus, Keller und Scheune ist ein wichtiges Zeugnis der historischen Hauslandschaft Müllheims.

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Ein paar Schritte weiter bachaufwärts kommt die einstige Loh- und Schleifmühle.

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Loh- und Schleifmühle
In der Lohmühle aus dem späten 18. Jh. wurden die stark gerbsäurehaltigen Fichten- und Eichenrinden zermahlen, um Gerbmittel („Lohe“) für die Rotgerber herzustellen. Später nutzte die Familie Durand die Wasserkraft auch zum Betrieb einer Schleifmühle zum Schleifen von Werkzeugen, Äxten, Pflugscharen usw.

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Frick-Mühle Müllheim
Erstmals 1392 urkundlich erwähnt, gehörte die Mühle ursprünglich zum Hofgut der Herren von Baden [zu Liel]. Von den Anfang des 19. Jh. neu errichteten Gebäuden sind das stattliche Wohn- und Mühlenhaus und das Gesindehaus mit Laube erhalten. Die Frick-Mühle stellt ein wichtiges historisches Zeugnis der Müllheimer Wirtschaftsgeschichte dar. Sie wurde 1993 von der Stadt Müllheim erworben und zusammen mit dem Markgräfler Museumsverein Müllheim in den Folgejahren renoviert und als Mühlenmuseum eingerichtet.

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Wir folgen der schmalen Gasse „Erngupfe“ vorbei an einigen schmucken Bauernhöfen entlang des Klemmbachs zur Gabelmann-Mühle.

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Mühle in der Erngupfe/Gabelmann-Mühle
Vermutlich älteste Mühle Müllheims, bereits 1238 in einer Urkunde der Johanniter in Neuenburg erwähnt. Die Gebäude erhielten ihre heutige Form im 17. und 18. Jh. Herrschaftliches Wohnhaus mit turmartigem Erkervorbau und Wendeltreppe von 1630. Große Scheune, auf der Südseite Doppelhaus mit Getreidemühle und Wohnräumen für das Gesinde. Im Inneren Reste der ursprünglichen Mühleneinrichtung. Hinter der Scheune Umfassungsmauern der früheren Ölmühle. Der letzte Müller, Josef Gabelmann, legte die Mühle Anfang der 1930er Jahre still.

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Wir folgen der Brunnmattstraße nach rechts für etwa 200 Meter. Nach 200 m – beim Schwarzwaldvereins Wegweiser Müllheim Brunnmatt – zweigt nach links der Wolfackerweg ab. Er ist als Wanderweg (Markgräfler Wiiwegli) ausgeschildertund führt nach Badenweiler. Nach rund 150 m erblicken wir den Damm des Rückhaltebeckens.

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Rückhaltebecken Tritschler Säge
Vom Damm des Rückhaltebeckens, in den 1990er Jahren als Hochwasserschutzdamm errichtet, hat man einen Blick auf Müllheim und zum Sirnitzgebiet, wo der Klemmbach auf 1110 m Höhe entspringt und durch eine Talenge, „die Klemm“ fließt. 20 km langer Lauf in Ost-West-Richtung mit 900 m Höhenunterschied. Durch natürliche Eigenschaften(nicht zu tief liegende Bachsohle, Fließgeschwindigkeit u.a.) ein günstiger Standort für Wassermühlen.
Auf Gemarkung Niederweiler liegt die ehemalige Weisenhof-Mühle, heute Sägewerk Tritscher-Säge. Das alemannische Wort Weise oder Wisun bedeutet Weizen. Im 18. Jahrhunder wurde an dieser Stelle eine Walkemühle genannt, in der aus Tierharen, Flachs und Hanf Filz hergestellt wurde. Im Jahr 1843 wurde hier eine Baumwollspinnerei mit Bleiche eingerichtet. Die 1881 kam das Sägewerk hinzu.
Insgesamt gab es einmal fünf Mühlen auf der Gemarkung des Ortsteils Niederweiler. Darunter die Klemmbachmühle, eine frühere Gipsmühle. Dort wurde Gips geschrotet und gemahlen, der als Dünger verwendet wurde.  Heute befindet sich hier ein gemütliches kleines Café mit Weinstube.
Der Rundweg führt jedoch zurück nach Müllheim. Empfehlenswert ist auch ein Ausflug nach Badenweiler-Oberweiler zur Ölmühle Eberhardt.

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Wir kehren zur Brunmattstraße zurück, wenden uns nach links und folgen dem Straßenverlauf bis zur Anhöhe Siebeneichenstraße. Beim Wegweiser Müllheim Enzengarten folgen wir einem kleinen Fußweg (Wiiwegli-Markierung)  den Kalchen (Kalkgrube) hinunter. Vorbei am Freizeit- und Familenbad gehen wir direkt  auf die ehemalige Sprengenmühle zu. Linkerhand im Schwimmbad hinter dem Schwimmbecken gelegen, befindet sich die Warmbachquelle.

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Sprengemühle
Die Mühle wurde im 14. Jh. erstmals erwähnt, wohl nach der Adelsfamilie Sprenge (13. Jh.) benannt. Häufiger Besitzerwechsel. 1813 nach Brand wieder aufgebaut. Vielfältige Nutzung von Wasser und Wasserkraft: Getreidemühle, daneben Badehaus, 1741 als Heilbad gewürdigt, 1913stillgelegt. 1718 Eröffnung des Gasthauses „Zum Hirzen“. Mühlengebäude um 1877 durch Brand zerstört. Neubau als Brauerei, später Glaserwerkstatt, heute Kindergarten.

Auf der gegenüberliegenden Bachseite Quellhäuschen der Blankenhorn-Quelle (1859). Daneben entstand 1894 das erste Thermal-Schwimmbad.Der Ganter-Weiher an der Stelle des heutigen Freibades (1967) diente als Schlittschuhbahn und zur Eisgewinnung.

Heute ist hier der Waldorf-Kindergarten untergebracht.

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Wir gehen links an den Schwimmbadparkplätzen vorbei zum Ziegleweg, hier halten wir uns rechts und gehen durch die Einbahnstraße auf einen schmalen Pfad entlang des Warmbachs zu.

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Am Warmbach befand sich einst eine Ölmühle.

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Ölmühle
Auf der gegenüberliegenden rechten Bachseite stand bis 2017 die Ruine einer Ölmühle aus dem 18. Jh. Links das frühere Mühlengebäude, rechts das Magazin. Antrieb durch ein großes, unterschlächtiges Wasserrad. Das Mahlgut (z.B. Walnusskerne) wurde im sog. Kollergang mit einem Mahlstein zerquetscht, dann in der Wärmepfanne erhitzt, in grobe Tücher eingepackt und in der Keilpresse gepresst. Der letzte Ölmüller war Emil Schmidt. Als Landwirt erwarb er das Anwesen 1852 und betrieb die Ölmühle im Nebenerwerb. Nach seinem Tod 1889 Stilllegung der Anlage.

Die letzten Reste der Ruine wurden im Jahr 2017 entfernt.

Wir gehen weiter und überqueren an der Fußgängerampel die Östliche Allee. Direkt gegenüber befindet sich die nächste Station des Mühlenwegs.

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Mühlenwerkstatt Meßmer und Rotgerberei Krauss
Die Mühlenwerkstatt von Franz Meßmer war von 1924 bis 1975 in Betrieb. Im Außenbereich Holzwerkstatt für die hölzernen Inneneinbauten von Mühlen,im Innenraum Metallwerkstatt mit Spezialwerkzeugen und -maschinen für die Herstellung und Reparatur von Mahlwerkteilen. Werkstattraum und Ausstattung sind original erhalten. Große technikgeschichtliche Bedeutung, da in Baden-Württemberg keine vergleichbare Werkstatt mehr existiert. Weiter rechts, neben der Brücke, die ehemalige Rotgerberei Krauss von1829 mit Mansarddach und Zunftzeichen am Eingang. Um 1860 stillgelegt.

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Wir gehen weiter bis zum Kreisverkehr und gehen rechts in die Hebelstraße (verkehrsberuhigte Zone). Bei der ehemaligen Confiserie Krauss gehen wir durch Bürgerhauspassage in den Bürgerhauspark.

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Das Bürgerhaus wurde im Jahr 1976 nach Plänene des Konstanzer Architekten Herbert Schaudt errichtet. Die Holzbaukonstruktion wurde mit einem Architekturpreis ausgezeichnet.

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Im Bürgerhauspark befindet sich eine Bronzeskulptur des Weinbaupioniers Adolph Blankenhorn. Wir gehen weiter in Richtung Grayer Platz.

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Hier findent wir die Bronzplastik „Marianne und Michel“ des Bildhauers Professor Gerd Lehmann, der auch den Bacchuss unterhalb der Staufener Burg geschaffen hat. Die Figur greift die Form des Mühlrades aus dem Müllheimer Stadtwappen auf.

Schräg gegenüber befindet sich die Mattenmühle, den jüngeren Müllheimern als Henssler-Mühle bekannt.

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Mattenmühle/Henssler-Mühle
1609 erstmals genannt, lag die Mühle in den unbebauten Matten (Wiesen). Das Fachwerkhaus ist am Türsturz auf 1806 datiert, in den Fachwerkteilen aber älter. Zahlreiche Eigentümerwechsel; 1895 Übernahme durch die Familie Henssler. Im 20. Jh. konsequente Modernisierung: Speicher für Mehl und Getreide (1926, 1932), Walzenstühle (1934), neues Mühlengebäude mit Silo und Umstellung auf Turbinen (1952), großes Silogebäude (1960). 2005 Verkauf an die Firma Fliegauf. 2009 Einstellung des Mahlbetriebs der letzten Müllheimer Mühle. Der vom Klemmbach gespeiste Mühlenkanal ist noch sichtbar.

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Wir gehen weiter in Richtung Süden und biegen vor dem Kreisel nach rechts in die Straße Unterer Brühl ab. Nach wenigen Metern errichen wir die Diethelm-Mühle.

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Diethelm-Mühle

Der Sage nach gehörte die Mühle einst zum Besitz der Rosenburg. 1733 Bau des heutigen Mühlengebäudes für Nikolaus Blankenhorn unter Einbeziehung älterer Teile. Seit1834 im Besitz der Familie Diethelm. Zahlreiche bauliche Veränderungen: 1843 Einrichtung eines vierten Mahlgangs, 1881Holzanbau für die Mahleinrichtung, 1932 Umstellung auf Turbinen, 1946 Einbau von Silos.

Ab 1971 zusätzlich Garten-Center und Landhandel. 1983 Stilllegung derMühle. Teile der Mühleneinrichtung befinden sich im Mühlenmuseum Frick-Mühle.

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Wir folgen dem Warmbach und treffen bei der Mühlenstraße auf die Koger-Mühle.

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Koger-Mühle
1513 erste Erwähnung der Mühle am Hachberg. Zahlreiche Besitzerwechsel.Im 17. Jh. baufällig. Ab 1813 im Besitz der Familie Koger. 1904 Stillegung der Mühle, Verkauf an die Stadt. Ab 1908 Frauenarbeitsschule. 1910 beimB au des Schlachthofes Abriss der Ökonomiegebäude. 1922 „Glaswerke Müllheim“, ab 1946 die heute noch bestehende Firma „Hellma“. 1962Verlegung der Produktion ins Industriegebiet. Zum Klemmbach hin ist nochdie Betoneinfassung des früheren Mühlenkanals (Warmbach) sichtbar, der vom tiefer liegenden Klemmbach nur durch einen schmalen Damm getrennt war.

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Wir folgen ab hier dem Klemmbach bachabwärts bis zum Teilstock und lassen den Standort der 1969 abgebrochenen Kaiser-Mühle an der Sterchelestraße links liegen.

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Teilstock
Bevor das Klemmbachtal aus dem Markgräfler Hügelland in die Rheinebene hinaustritt, teilt sich der Klemmbach: Der alte Klemmbach fließt nach Westen und versickert bei Neuenburg im Wuhrloch; der künstlich angelegte Hügelheimer Runs fließt Richtung Nordwesten und entlastet bei Hochwasser den Klemmbach. Der gemauerte Teilstock entstand 1833 im Zusammenhang mit Maßnahmen zum Hochwasserschutz. Wenige Meter oberhalb mündete früher der Mühlenkanal, der beim Alten Wehr vom Klemmbach abzweigt und sich bei der Diethelm-Mühle mit dem Warmbach vereinigt.

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Eng verbunden mit dem Müllerhandwerk ist auch das Bäckerhandwerk. Wir machen hier Station bei der  Hausbäckerei Kotz, kehren im Bäckereicafé ein und essen ein Stück Kuchen als Stärkung.

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Zurück geht es die Promenade auf der Nordseite des KLemmbachs entlang bis zum Feuerwehrgerätehaus, hier überqueren wir den Klemmbach und folgen der Mühlenstraße wieder zurück zur Hauptstraße und zum Grayer Platz und nehmen von dort die Gasse zur Kraftgasse und zurück in die Fußgängerzone in der Wilhelmstraße.

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Dabei kommen wir unter anderem am Weingut Dörflinger vorbei. Dieses stiftet alljährlich den Markgräfler Gutedelpreis, mit dem die Markgräfler Gutedelgesellschaft „öffentlich wirksamen, kreativen Eigensinn“ auszeichnet. In diesem Jahr geht der Preis übrigens an den Kabarettisten Gerhard Polt.

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Mehr Bilder bei Google Fotos im Album Müllheimer Mühlenweg

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Das Faltblatt mit der Beschreibung des Mühlenwegs ist in der Tourist-Information im Müllheimer Amtshaus erhältlich.

Das Barockgebäude neben der Martinskirche wurde von 1727 bis 1729 als neuer Verwaltungssitz für die Vogtei Badenweiler erbaut. Zuvor war im Jahr 1684 die Burg Baden in Badenweiler  während des Spanischen Erbfolgekrieges zerstört worden. Später wurde es bis zum Ende des Ersten Weltkrieges Verwaltungssitz des großherzoglichen Badischen Bezirksamtes. Mit der Ausrufung der Republik Baden im November 1918 und der Abdankung Großherzog Friedrichs II. erfolgte der Übergang in das Eigentum des Landes Baden. Es diente als Sitz der unteren Verwaltungsbehörde (Bezirksamt Müllheim).  Nach dem Zweiten Weltkrieg war in dem Gebäude das Landratsamt des ehemaligen Landkreises Müllheim untergebracht. Nach dessen Auflösung 1972 zog das staatliche Forstamt Müllheim in das Gebäude ein. Als Folge der Verwaltungsreform vom 1. Januar 2005 und dem Wegzug der Forstverwaltung erwarb die Stadt das Gebäude vom Land. Als Amtshaus beherbergt es seit 2006 die Touristik-Information.


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Format F4 – Schweizer Plakate im Weltformat

Format F4: Das klingt nach einem Computerbefehl oder nach dem einstigen analogen Nikon-Flagschiff – es bezeichnet aber das in der Schweiz übliche Format für Plakate. Mit 89.5 mal 128 Zentimetern ist es etwas größer als das in Deutschland bei Plakaten übliche DIN A0 (84,1 mal 118,9 cm).

„Format F4 – Schweizer Plakate im Weltformat“ lautet der Titel einer sehenswerten Ausstellung im Markgräfler Museum in Müllheim. Diese ist noch bis einschließlich 27. Mai zu sehen und zeigt Werbeplakate aus der Privatsammlung des Rieheners Dieter Tschudin, der in den vergangenen60  Jahren eine beeindruckende Sammlung zusammengetragen hat.

„Kurz, knapp und kreativ muss es sein“, beschreibt Tschudin in einem Artikel der Riehener Zeitung, was ein gutes Plakat ausmacht. Bestes Beispiel dafür ist das Werbeplakat „Milch“, dass der Schweizer Grafiker im Jahr 1970 für die Schweizer Milchwirtschaft gestaltet hat. Ein zeitloses Plakat von einer genialen -Einfachheit, das auch heute noch genauso funktioniert wie zu seiner Entsteheungszeit.

Mich haben die Plakate – auch das oben erwähnte – fasziniert, und mich  selbst zu dem folgenden Bild (mit Photoshop) inspiriert:

Milch-Plakat
Eigener Plakatentwurf nach dem Vorbild des Plakats „Milch“ von Tino Steinemann. Das Original zeigt auf einem blauen Hintergrund die Buchstaben MIL in weiß sowie CH in schwarz, in einem weißen oval und einem schwarzen Kringel drum. Ich fand die Idee mit dem Spritzer ganz nett.

Format F4 – Schweizer Plakate im Weltformat

Die in den frühen 1950er Jahren von Schweizer Grafikern entwickelte neue visuelle Sprache wurde im In- und Ausland durch Plakate und graphische Arbeiten für Industie, tourismus und internationale Grossbetriebe bekann. Sie wird bis heute für ihre formale Disziplin bewundert

Die private Plakatsammlung, die Dieter Tschudin wärhend sechzig Jahren aufgebaut hat, vermittelt in verdichteter Form ein Abbild des gesellschaftlichen Wandels in dieser Zeit. Heute umfasst die Sammlung mehrere hundert Plakate, vor allem aus der Schweiz.

Die Ausstellung zeigt rund 40 Plakate von 1950 bis heute – von Herbert Leupin bis Paula Troxler – aus den vier Tehmengruppen: Essen und Trinken, Mode und Schmuck, Architektur und Design, Klassische Musik und Jazz. Sie führen uns durch diese Zeitreise.

Quelle: Ausstellungsflyer

Mit dieser – für ein „kleines“ Regionalmuseum – bemerkenswerten Ausstellung ist Museumsleiter Jan Merk ein Glücksgriff gelungen. Die Ausstellung lockt Besucher auch aus der Schweiz und dem benachbarten Elsass in die Müllheimer Kultureinrichtung, die das Markgräfler Museum bisher noch nicht auf ihrem Schirm hatten.

Wer sich ein klein wenig für Bildsprache, Grafik und Design interessiert, sollte sich die Ausstellung nicht entgehen lassen.

Tipp:

Die Ausstellung ist noch bis zum 27. Mai 2018 zu sehen. Öffnungszeiten des Markgräfler Museums Müllheim sind Dienstag bis Sonntag, von 14 bis 18 Uhr. Am Sonntag, 13. Mai, findet um 11.15 Uhr eine Führung mit Dieter Tschudin durch die Sonderausstellung statt.

Essen & Trinken, Fotografie, Kultur, Veranstaltungen, Wein

Jazz-Wein-Kultur in Müllheim

Frick-Mühle_001Nach dem Rhiischwumm ging’s zur sommerlichen Müllheimer Museumsnacht unter dem Motto Jazz-Wein-Kultur. Wegen des abendlichen Regengusses nicht ganz so voll wie in den Vorjahren, aber immer noch erstaunlich gut besucht. Die Sitzplätze unter den Pavillons im Hof der Frick-Mühle und im Innenhof des Markgräfler Museums waren gut belegt.

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Im Fischer-Saal in der Frick-Mühle ist derzeit eine sehenswerte Ausstellung der in Britzingen lebenden Schauspielerin und Fotografin Anita Walter tollen Fotos von der schwedischen Ostseeinsel Gotland zu sehen. Die Fotos machen wirklich Lust einmal in die Heimat der Wikinger und Goten zu reisen. Die Ausstellung ist übrigens noch bis 3. September, jeweils freitags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr zu sehen.

Jazz - Wein - Kultur
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Die Müllheimer Museumsnacht: Jazz – Wein – Kultur

Jazz - Wein - Kultur
Das „Tilmann Günther Trio“ mit Tian Long Li an der chromatischen Mundharmonika sorgte mit leicht verdaulichen Jazz-Klängen für musikalische Unterhaltung.

Die Müllheimer Museumsnacht unter dem Motto „Jazz, Wein, Kultur“ ist ein Muss im alljährlichen Veranstaltungskalender der Stadt. So zog es die Markgräflerin und mich auch am vergangenen Freitag wieder ins Markgräfler Museum und dessen Dependance in der Frick-Mühle. Die Küche zuhause blieb kalt und wir widmeten uns den kulinarischen Leckereien der „Alten Post“ sowie von „Messer & Gradel“. Zum gemütlichen Plausch mit Freunden und Bekannten gab’s ein Glas Wein von den Müllheimer Weingütern Engler und Dörflinger.

Jazz - Wein - Kultur
Das Wetter der vergangenen Wochen hat dem Werbeslogan aus den 70er und 80er Jahren Ehre gemacht.

Natürlich haben wir die Gelegenheit zu einem Bummel durchs Markgräfler Museum genutzt: Woher hat das Markgräflerland seinen Namen? Antwort darauf gibt die aktuelle Geschichtsausstellung „Markgräflerland – Geschichte und Zukunft eines Begriffs“ im Dachgeschoss des Museums.

Im Jahr 1444 kam die Herrschafft Badenweiler zu den bereits seit 1315 vereinten Herrschaften Rötteln und Sausenburg-Hachberg. 1503 traten die Markgrafen von Baden die Erbfolge an. Die Markgrafschaft Baden ist später im Großherzogtum Baden aufgegangen.

Der Begriff Markgräflerand ist noch relativ jung und stammt aus dem 19. Jahrhundert. Zuvor war vom Ober- und Unterland beziehungsweise der Oberen und Unteren Markgrafschaft die Rede. Die Obere Markgrafschaft bezeichnete die südlich von Baden-Baden liegenden Territorien mit der Markgrafschaft Hachberg (das Gebiet um die heutige Hochburg bei Emmendingen) sowie den Herrschaften Badenweiler, Sausenburg und Rötteln.

Tafel im Museum
Info-Tafel im Museum

Im Jahr 1843 lieferte Joseph Bader in seinem Buch „Badische Volkssitten und Trachten“ eine erste ausführliche Definition des neuen Begriffs „Markgräflerland“:
„Unter dem Markgräfler-Lande versteht man die ehemaligen Herrschaften Sausenberg, Rötteln und Badenweiler, welche den südwestlichsten Breisgau umfassten und mit der im Norden desselben gelegenen Herrschaft Hachberg die sogenannte Obere Markgrafschaft bildeten.

Übrigens kommt der Begriff Markgräflerland in Johann-Peter Hebels bekanntestem Werk gar nicht vor, es heißt „Der Schwarzwälder im Breisgau“.

Jazz - Wein - Kultur
Der Arbeitskreis Archäologie des Markgräfler Musuemsverein kredenzte römische Speisen.

In der Abteilung Archäologie wartete der Arbeitskreis Archäologie mit römischen Speisen auf die Besucher. Neben Olivenpaste und Mulsum (gewürzter Wein) gab es hier feine Pralinen aus getrockneten Früchten nach antikem Rezept. Die Markgräflerin hat sich natürlich gleich die Rezepte geben lassen und wird sie bei passender Gelegenheit in ihrem Blog „Lebensart im Markgräflerland“ vorstellen.

Wer hat’s erfunden? Gemeint sind nicht die Kräuterbonbons sondern das Schweizer Taschemesser. Schon die Römer kannten ein zusammenklappbares Werkzeug, das einer der Herren im römischen Gewand stolz präsentierte.

Jazz - Wein -Kultur
Die Archäologin Maren Siegmann demonstriete die Herrstellung von Glasperlen nach antikem Vorbild.
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Immer wieder ein tolles Fotomotiv: Die von Fackeln illuminierte Frick-Mühle
Essen & Trinken, Fotografie, Kultur, Nachrichten, Veranstaltungen

Museumsnacht: Jazz – Wein – Kultur

Museumsnacht: Jazz - Wein - Kultur
Gemütliche Atmosphäre im Innehof des Markgräfler Museums …

Ein lauschiger Sommerabend unter freiem Himmel, bei einem kühlen Glas Wein und untermalt mit Jazz-Klängen, das bot einmal mehr die Müllheimer Museumsnacht unter dem Motto „Jazz – Wein – Kultur“ im Innenhof des Markgräfler Museums und im Garten der Frick-Mühle. Unaufdringliche Musik der azz-Formationen „Stardust Jazzband“ mit Sängerin Neele Pfleiderer im Innehnof des Museums sowie „Wolfgang Minarik – Jazz & More“ bei der Frick-Mühle sorgten für eine angenehme Lounge-Atmosphäre unter freiem Himmel.

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… und bei der Frick-Mühle

Zum musikalischen Ohrenschmaus gesellten sich auch entsprechende Gaumenfreuden. Neben den Weinen und Sekten der Müllheimer Weingüter Engler und Dörflinger sorgten das Hotel-Restaurant „Alte Post“ im Museumshof und das Restaurant „Messer & Gradel“ bei der Frick-Mühle dafür, dass auch der Geschmackssinn nicht zur kurz kommt. Wie das Essen zu Zeiten der alten Römer geschmeckt hat, davon konnten sich die Besucher im Museum überzeugen. Der Arbeitskreis Archäologie hat ein kleines Buffet aufgefahren und kredenzte gegen einen kleinen Obolus Gerichte aus dem ältesten erhaltenen Kochbuch der römischen Antike, „De re coquinaria“ von Caelius Apicius: Lukanische Fleischpastete, Weißbrot mit Olivenpaste oder mit Schafskäse sowie Gewürzwein (Mulsum).

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Schlemmen wie bei den alten Römern …

Etwas für’s Auge boten die (Kunst-)Ausstellungen im Markgräfler Museum, mit der Aussetllung „Der doppelte Blick“ des Basler Künstlers Thomas Ritz, sowie im Obergeschoss der Frick-Mühle mit Installationen der Künstlerin Hyun-Bi Gerhard-Choi.

Museumsnacht: Jazz - Wein - Kultur
Für was alte Zeitungen doch alles gut sind! Mit einem E-Book hätte die Künstlerin das nicht geschafft.
Museumsnacht: Jazz - Wein - Kultur
Stardust Jazzband
Museumsnacht: Jazz - Wein - Kultur
Wolfgang Minarik – Jazz & More

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Eine Idee wird ausgezeichnet …

Jonglage-Weltmeister Thomas Dietz
Ein Höhepunkt im Rahmen der diesjährigen Gutedelpreisverleihung war der Auftritt des fünfmaligen Jonglage-Weltmeisters Thomas Dietz.

Als Mitte des 19. Jahrhunderts das aufstrebende Bürgertum damit begann, sich zu organisieren, die Geschicke selbst in die Hand zu nehmen und zu gestalten, wurden die zu dieser Zeit entstehenden Vereine noch argwöhnisch von der damaligen Obrigkeit beobachtet. Heute ist das ehrenamtliche und bürgerschaftliche Engagement von Menschen wichtiger Teil unserer Gesellschaft – die ohne eben dieses Engagement nicht funktionieren würde. Den „Aufbruch ins bürgerschaftliche Engagement“ zeigt derzeit eine stadtgeschichtliche Sonderausstellung im Markgräfler Museum in Müllheim, anlässlich der Jubiläen zum 150-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Müllheim, des Turnvereins Müllheim aber auch des Gewerbevereins Müllheim.

Der Gutedelpreis 2013 geht an …

Gutedelpreisverleihung 2013 - Preisträger
Sie stehen stellvertretend für die vielen Vereine und tausende ehrenamtlich engagierten Menschen im Markgräflerland und wurden vom Vorsitzenden der Markgräfler Gutedelgesellschaft, Hermann Dörflinger (r.), mit dem Gutedelpreis bedacht (v.l.): Michaela Schweizer (Turnverein Neuenburg), Uwe Müller-Fester (Markgräfler Symphonieorchester), Dorothea Koelbing Bitterli (Theater im Hof), Rudolf Maier (Schwarzwaldverein) Ulrike Gerth (Markgräfler Museumsverein Müllheim) und Insa Räuber (bolando e.G. Bollschweil)

Hinter der Idee des ehrenamtlichen und bürgerschaftlichen Engagements steckt auch „öffentlich wirksamer, kreativer Eigensinn“. So lag es nahe, dass die Markgräfler Gutedelgesellschaft – die alljährlich eben diesen „öffentlich wirksamen, kreativen Eigensinn“ würdigt – genau diese Idee mit dem Markgräfler Gutedelpreis auszeichnet.

Doch wen ehren? Wohl jeder der vielen tausend ehrenamtlich und bürgerschaftlich engagierten Menschen zwischen Lörrach und Freiburg hätte diese Auszeichnung verdient! So durften jeweils zehn verdiente Mitglieder aus sechs völlig verschiedenen Vereinen quer aus dem Markgräflerland den Preis entgegen nehmen – den Inhalt eines 225 Liter Fasses Gutedel. Dies Stellvertretend für viele tausend in Freiwilligen Feuerwehren, Gesangsvereinen, Heimatgesellschaften, Kulturvereinigungen, sozialen und caritativen Organisationen, Sport- und Musikvereinen und nicht zuletzt auch in Fasnachts-Zünften engagierten Bürgerinnen und Bürger zwischen Lörrach und Freiburg.

Gutedelpreisverleihung auf dem Neuenburger Marktplatz.

Gutedelpreisverleihung auf dem Neuenburger Marktplatz Das sommerliche Ambiente auf dem Marktplatz bot den passenden Rahmen für die diesjährige Verleihung des Gutedelpreises für öffentlich wirksamen, kreativen Eigensinn.

Einmal mehr geriet die Gutedelpreisverleihung – bei sommerlichen Ambiente auf dem Markgräfler Platz – auch zu einem unterhaltsamen und geselligen Fest – dazu trug neben dem Gutedel des Jahrgangs 2012, Flammkuchen, Spitzenwürstchen und sommerlich-leichtem Lachs auch ein ansprechendes Rahmenprogramm bei. Für musikalische Unterhaltung sorgten „Frl. Mayers Hinterhaus Jazzer“, der Saxophonist Niko Halfmann und Gisela Höchstötter mit französischer Musette-Musik. Darüber hinaus unterhielten der Mikromagier Harald Hentschel, der Comedian Georg Leiste sowie als Höhepunkt der fünffache Jonglage-Weltmeister Thomas Dietz.

Frl. Mayers Hinterhaus Jazzer

Frl. Mayers Hinterhaus Jazzer
Frl. Mayers Hinterhaus Jazzer
Frl. Mayers Hinterhaus Jazzer
Der Saxophonist Niko Halfmann
Der Saxophonist Niko Halfmann
Comedian Georg Leiste
Comedian Georg Leiste
Jongleur Thomas Dietz

Jongleur Thomas Dietz Thomas Dietz jongliert mit brennenden Fackeln

Die Preisträger

Markgräfler Museumsverein: Der Verein ist aus dem 1974 gegründeten Verein für Volkskunde und Heimatgeschichte hervorgegangen und ist gemeinsam mit der Stadt Müllheim Träger des Markgräfler Museums Müllheim. In den vergangenen Jahren wirkte er an der Restaurierung der historischen Frick-Mühle und der Einrichtung eines Mühlenmuseums mit. Ständige Arbeitskreise (Frick-Mühle, Kunst, Archäologie und Stadtgeschichte) bündeln das Engagement der Mitglieder.
Theater im Hof: Jedes Jahr im Sommer verwandeln der Regisseur, Filmemacher und ehemalige Professor an der Berliner Universität der Künste und seine Frau Dorothea Koelbing Bitterli den Hof ihres 250 Jahre alten Bauernhauses in Riedlingen in ein Theater. Unterstützt werden sie dabei vom Theaterförderverein „Theater im Hof“ mit 150 Mitgliedern. Deren Arbeit ermöglichten Kultur ohne Subvention und teure Werbung.
bolando e.G.: In Bollschweil gab es vor dem Krieg vier Gaststätten für rund 600 Einwohner. 70 Jahre später hatte der Ort 2200 Einwohner und kein Gasthaus mehr. 2006 wurde mit „bolando“ das erste genossenschaftlich geführte Dorfgasthaus ins Leben gerufen.
Markgräfler Symphonieorchester: Gegründet im Jahr 1986 ist es ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens im Markgräflerland mit dem Ziel Musikliebhabern die Erarbeitung und Aufführung klassischer Werke zu ermöglichen. Zuletzt hat das Orchester mit seinen Open-Air-Großprojekten „Carmina burana“ (2009) und der „Zauberflöte“ (2011) für Aufsehen gesorgt.
Turnverein Neuenburg: Mit 1200 Mitgliedern der größte Verein der Zähringerstadt. Über 70 Trainer und Übungsleiter bieten jährlich rund 7000 Übungsstunden an. Rund 620 Kinder und Jugendliche nehmen die Angebote der sechs Abteilungen (Turnen, Handball, Tennis, Schwimmen Judo sowie Ski und Wandern“ wahr.
Schwarzwaldverein: Der Verein wurde im Sommer 1864 als erster Wandervereins Deutschland gegründet. Ursprüngliches Ziel war die Förderung des Fremdenverkehrs mittels Reiseliteratur, Karten, Sitzbänken, Schutzhütten, Aussichtspunkten und durch die Anlage von Wanderwegen. Deren Wegewarte pflegen heute ein Netz von über 24.000 Kilometern Wanderwege. Darunter auch das Markgräfler Wiiweglie – die schönste Route durch das gelobte Land am Oberrhein.

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Zur Gutedelpreisverleihung 2012!

Fotografie, Veranstaltungen

Nachts im Museum …

Nachts im Museum
Nachts im Museum … bummeln durch die aktuelle Kunstausstellung

Sie hat sich nicht nur fest im Müllheimer Veranstaltungskalender etabliert sondern ist auch eines der Glanzlichter im Veranstaltungsprogramm der Stadt: Die Museumsnacht unter dem Motto „Jazz, Wein, Kultur“. Entsprechend gut gefüllt waren der Innenhof des Markgräfler Museums und auch der Garten in der Museums-Dependance, der Frick-Mühle. Aber auch innen im Markgräfler Museum und im Mühlenmuseum gab’s viel zu entdecken.

Museumshof
Der Innenhof des Markgräfler Museums war gut besucht.
Museumshof
Blick aus dem Museum über den Innenhof auf die Bühne

Für musikalische Unterhaltung im Museumshof sorgte die Stardust Jazzband zur Eröffnung und zu später Stunde das Tilman-Günther-Trio mit der finnischen Gastsängerin Kirsti Alho. Im mit Fackeln illuminierten Garten der Frick-Mühle unterhielt die Jazzband von Wolfgang Minarik mit unaufdringlichen Melodien.

Tilman-Günther-Trio
Das Tilman-Günther-Trio mit der finnischen Gastsängerin Kirsti Alho

Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit für einen Rundgang durchs Museum. In der Abteilung Archäologie zeigte Maren Siegmann, die Leiterin des Museums in der Alten Schule in Efringen-Kirchen, wie die Kelten bunte Glasperlen herstellten.

So ähnlich - nur ohne Gasbrenner - stellten bereits die Kelten Glasperlen her
So ähnlich – nur ohne Gasbrenner – stellten bereits die Kelten Glasperlen her

Zwei Räume weiter wurde der Bereich um das Skelett einer jungen Frau, die bei Ausgrabungen eines keltischen Gräberfeldes bei Dattingen gefunden wurde, neu gestaltet. Ein Lebendbild des tschechischen Archäologiezeichners Libor Balak macht anschaulich, wie die keltische Bestattungszeremonie vielleicht einmal stattgefunden hat. Das Bild zeigt Trauerzug von Menschen zu einem offenen Hügelgrab. Im Hintergrund ist – wie schon bei den Bildern einer eiszeitlichen Jagdszene und eines römischen Bauernhofs – der Blauen zu sehen. Auch dieses Bild wurde vom Museumsverein finanziert, dessen Arbeitskreis Archäologie sich auch in die Entstehung des Bildes mit eingebracht hat.

Keltische Bestattung
Das neue Lebendbild veranschaulicht die keltische Bestattungszeremonie.

Der Arbeitskreis hat nebenan einen Stand aufgebaut und widmete sich dort der römischen Lebensart. Stilecht gekleidet wurden den Besuchern Kostproben der römischen Küche mit Mulsum (Würzwein) kredenzt.

Römer
Der Arbeitskreis Archäologie des Museumsvereins kredenzte Römische Speisen

In der Frick-Mühle zogen nicht nur die Mühle und die in diesem Jahr eingeweihte Fruchtstampfe die Besucher in ihren Bann. Auch die Ausstellung des Künstlers Wolfgang Faller im Obergeschoss war gut frequentiert.

Frick-Mühle
Gartenfackeln sorgen für stimmungsvolle Beleuchtung rund um die Frick-Mühle
Im mit Fackeln illuminierten Garten der Frick-Mühle unterhielt die Jazzband von Wolfgang Minarik mit unaufdringlichen Melodien.
Im mit Fackeln illuminierten Garten der Frick-Mühle unterhielt die Jazzband von Wolfgang Minarik mit unaufdringlichen Melodien.
Krimilesung
Zum Abschluss gab es Kurzkrimis im Gewölbekeller des Museums

Krönender Abschluss war die bis nach Mitternacht dauernde Krimilesung im angenehm kühlen Museumskeller. Petra Seitz und Martin Lunz vom Litera-Theater Badenweiler präsentierten augenzwinkernde Kurzkrimis von Jan Schröter.

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Fotografie

Reine Formsache

lautet der Titel der Oster-Ausstellung im Foyer des Markgräfler Museums Müllheim.
Bis zum 22. April 2012 sind hier „österliche Konditorformen“ aus der Sammlung des Müllheimer Konditormeisters und Chocolatiers Willi Krauss.

Bezaubernd sind vor allem die historischen Gußformen für Zucker- und Schokoladenhasen. Die darin entstandenen, naturgetreu und lebensecht wirkenden Hasen haben mit der heutigen Massenware nur wenig gemein. Eigentlich fast zu schade zum vernaschen.

Roter Zuckerhase
Roter Zuckerhase

Die knallroten Zuckerhasen sind heute fast in Vergessenheit geraten. Entstanden sind sie im 18. Jahrhundert, als Zucker erwchwinglich wurde. Zuvor hatte der Zucker aus Runkelrüben den teuren, importierten Rohrzucker abgelöst. Die Hochzeit der roten Osterhasen fiel daher in die Zeit des Kaiserreiches ab 1870, berichtete Simone Meyer, Kuratorin des Museums am Lindenplatz in Weil am Rhein, bei ihrem Einführungsvortrag in die Müllheimer Ausstellung. Auch nach den beiden Weltkriegen – Schokolade war schwer zu bekommen – waren die roten Zuckerhasen noch weit verbreitet, insbesondere im süddeutschen Raum (Baden-Württemberg und Bayern). Heute sind sie vom aussterben bedroht. Zu finden sind sie beispielsweise noch bei der Schweizer Migros.

Übrigens am Mittwoch, 4. April, 18.30 Uhr, kann man Konditormeister Krauss im Markgräfler Museum bei der Herstellung von Schokoladenhasen über die Schulter schauen.

Fotografie, Veranstaltungen

Jazz – Wein – Kultur

Jazz - Wein - Kultur
Im Garten der Frickmühle ließ sich bei Fackelschein der laue Sommerabend und der Blick auf das laufende Mühlrad genießen.

Ein lauer Sommerabend ein Spaziergang durchs Museum, anschließend lecker Essen, ein Gläschen Wein und chillen bei Jazz-Klängen. Damit ist zur Müllheimer Museumsnacht „Jazz – Wein – Kultur“ alles gesagt.

Jazz - Wein - Kultur
Der Innenhof des Markgräfler Museums verwandelte sich in eine große Tafel.

Jazz - Wein - Kultur
Der Jazzpianist Tillmann Günther mit seiner Band im Innenhof des Museums.

Jazz - Wein - Kultur
Neele Pfleiderer und Wolfgang Minarik

Jazz - Wein - Kultur
Mühlenmuseum Frick-Mühle - der Kleiekotzer

Jazz - Wein - Kultur
Frick-Mühle

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Ochsenbäckle
Das Ochsenbäckle vom Kaiserhof war übrigens super lecker!
Fotografie, Heimattage

Einweihung des Markgräfler Römerweges

Von Römerweg

Der Markgräfler Römerweg ist eingeweiht. Er verbindet die Gemeinden Heitersheim, Müllheim und Badenweiler. Antike Sehenswürdigkeiten sind die „villa urbana“, ein herrschaftliches Hofgut, in Heitersheim, die Reste einer „villa rustica“, eines landwirtschaftlichen Betriebs, unter der Müllheimer Martinskirche sowie die Ruine der Heiltherme und der Standort eines Podiumtempels bei der evangelischen Kirche in Badenweiler.

In Müllheim lohnt zudem der Besuch des Markgräfler Museums. Hier sind auch Informationen zur „villa rustica“ auf dem Schlossacker bei Auggen zu finden.

Sehenswert war die Vorführung einer römischen Opferzeremonie durch die Mitglieder der 8. Legio Augusta, einer Interessengemeinschaft für experimentelle Archäologie und Geschichtsdarstellung aus Pliezhausen, im Innenhof des Markgräfler Museums.

Hier offerierten die Mitglieder des Museumsverein römische Speisen wie „Museta“ (Mostweinbrötchen) mit „Moretum“ (ein Brotaufstrich aus Schafskäse, Olivenöl und Kräutern) und verfeinert mit „Garum“ (eine würzige Fischsoße).