Fotografie, Natur, Reisen

Schneller als das Licht – der Planetenweg Egerten

Karin mit dem Saturn-Ring
Karin mit dem Saturn-Ring

Weit draußen in den unerforschten Einöden eines total aus der Mode gekommenen Ausläufers des westlichen Spiralarms der Galaxis leuchtet unbeachtet eine kleine gelbe Sonne. Um sie kreist in einer Entfernung von ungefähr achtundneunzig Millionen Meilen ein absolut unbedeutender, kleiner blaugrüner Planet, dessen vom Affen stammende Bioformen so erstaunlich primitiv sind, dass sie Digitaluhren immer noch für eine unwahrscheinlich tolle Erfindung halten.

(Douglas Adams, „Per Anhalter durch die Galaxis“)

Die Sonne im Maßstab 1:1.000.000.000
Die Sonne im Maßstab 1:1.000.000.000

Am Pfingstsamstag machten wir uns auf den Weg die „kleine gelbe Sonne“ mit ihren neun Planeten zu Fuß zu erkunden. Der sechs Kilometer lange Planetenweg führt von Egerten nach Kandern und bietet die Möglichkeit ein maßstabgetreues Modell des Sonnensystems zu durchwandern. Und dies sogar – in den Maßstab umgerechnet – schneller als das Licht. Das Sonnenlicht braucht beispielsweise von der Sonne bis zum Jupiter normalerweise rund sechs Stunden, auf dem Planetenweg schafft es ein Wanderer auch in gut zwei bis drei Stunden (letzteres wenn er hier und da mal anhält und die Kamera zückt).

Start ist im Kanderner Ortsteil Egerten beim Max-Böhlen-Museum.

Das Max-Max-Böhlen-Museum in Egerten
Das Max-Max-Böhlen-Museum in Egerten

Der Weg führt durch das beschauliche Wollbachtal und überschneidet sich zum großen Teil mit dem rund 4,5 Kilometer langen „Kalkofen-Erlebnispfad“, der Wissenswertes zu den Themen Geologie und Fledermäuse vermittelt.

Der Kalkofen von Egerten
Der Kalkofen von Egerten ist einmalig in Südbaden. Gebaut wurde er im Jahr 1929. Der seit langem still gelegte Ofen wurde vom Schwarzwaldverein und der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Markgräflerland erworben. Diese restaurierten den rund zwölf Meter hohen Kalkofen und richteten im Innern ein Fledermausquartier ein.
Der Kalkofen-Erlebnispfad im Wollbachtal
Der Kalkofen-Erlebnispfad im Wollbachtal
Planetenweg Egerten
 
Planetenweg Egerten
 
Planetenweg Egerten
 
Kohlweißling

Kohlweißling
Kohlweißling Kohlweißling
Kleines Naturschutzgebiet mit Orchideenwiese
Kleines Naturschutzgebiet mit Orchideenwiese
Orchideenwiese mit Knabenkräutern

Orchideenwiese mit Knabenkräutern Orchideenwiese mit Knabenkräutern
Trollblume
Trollblume

Wir waren allerdings nur bis zur Hütte am Roten Rain unterwegs – das letzt Stück bis „Pluto“ beim Kanderner Forstamt hätte parallel zur Landesstraße nach Steinen geführt und das Summen der Motorräder, die im Minutentakt her entlangbrausten, war dann doch etwas nervig.

Die Grillhütte am Roten Rain
Rast bei der Grillhütte am Roten Rain

Als Rückweg bietet sich der Zeitweg an. Dieser fünf Kilometer lange Weg führt vom Kanderner Rathaus nach Egerten. Dabei wandert man durch fünf Milliarden Jahre Erdgeschichte.

Zur gemütlichen Einkehr bietet sich der Kreiterhof in Egerten mit einer verlockenden Speisekarte an.

Und nicht vergessen: ab 21. Juni werden die Tage wieder kürzer!
Und nicht vergessen: ab 21. Juni werden die Tage wieder kürzer!

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Natur

Geologischer und Bergbaugeschichtlicher Wanderweg Badenweiler-Sehringen

Bei der ehemaligen Gipsgrube in Sehringen
Bei der ehemaligen Gipsgrube in Sehringen

Auf den Spuren des Bergbaus in der Region: Bei Buggingen ist der „Monte Kalino“ – die Abraumhalde des einstigen Kali-Bergwerks schon von weitem sichtbar, in Sulzburg befindet sich das Landesbergbau-Museum und im Münstertal das Besuchsbergwerk Teufelsgrund. Seit Mai diesen Jahres kann man auch auf den bergbaugeschichtlichen Spuren Badenweilers wandeln. Der „Geologische und Bergbaugeschichtliche Wanderweg Badenweiler-Sehringen“ bietet viel Wissenswertes über den Bergbau und die Geologie des Oberrheingrabens. Der Wanderweg ist ideal für eine Halbtagswanderung mit anschließender Einkehr oder einem entspannenden Bad in der Cassiopeia-Therme. Ein – noch vorläufiger Flyer – mit einer Wegbeschreibung ist bei der Tourist-Information in Badenweiler erhältlich.

“(…) Nach Meinung von Experten hat der Bergbau bei Badenweiler in der keltischen Zeit begonnen. Im Laufe der Zeit wurde Blei, Silber und Eisenerz abgebaut. Der Abbau von Gips wurde bis in die 1960er Jahre betrieben. Das reiche Erzvorkommen in der Region basiert auf dem Einbruch des Oberrheingrabens, der sich im Tertiär zwischen Schwarzwald und Vogesen vollzogen hat. Das an den Bruchstufen der stärksten Bewegung, der sog. Hauptverwerfung entstandene Quarzriff, erstreckt sich mit seinen dabei aufgerissenen Spaltungshohlräumen und Erzgängen als Hartsteinsrippe deutlich sichtbar im Geländer von Suzburg über Badenweiler bis nach Schloss Bürgeln. (…)

(Quelle: Infoflyer mit Wegbeschreibung)

Der Weg führt über eine abwechslungsreiche Strecke mit nur wenigen Steigungen durch ruhige Waldwege, an dessen Ränder die Spuren des einstigen Bergbaus noch sichtbar sind. Der Weg ist knapp sechs (mit einigen Zusatzschleifen bis zu acht) Kilometer lang. Von der Sophienruhe bietet sich ein herrlicher Ausblick auf das Klemmbachtal mit Badenweiler und Müllheim sowie der dahinterliegenden Rheinebene. Unterhalb befindet sich eine ehemalige Abraumhalde – heute teilweise ein Biotop – und beliebter Ort für Hobbygeologen und Mineraliensammler. Die Chancen hier beispielsweise einen Amethysten zu finden, dürften aber mittlerweile verschwindend gering sein.

Start und Ziel des Wanderwegs ist der Info-Pavillon (Parkplatz) an der L 123 (Sehringer Straße). Am Info-Pavillon kann man sich anhand einer Übersichtstafel über den Verlauf der verschiedenen Wegvarianten sowie die Standpunkte der Stollen informieren. Interessante Exponate in den dortigen Schauvitrinen sowie weitere 31 Schautafeln am Weg mit seinen insgesamt 25 Stationen geben wertvolle Einblicke zur Geschichte und Geologie der Bergbauregion Badenweiler.

Einkehrmöglichkeiten bieten sich in Sehringen beim „Café Mondweide“ und im Gasthof „Zum grünen Baum„.

Start des Wanderwegs beim Info-Pavillon an  der Sehiringer Straße
Start des Wanderwegs beim Info-Pavillon an der Sehiringer Straße
Lore
Beim Info-Pavillon
Blick auf Badenweiler mit Burg und Kurhaus
Blick auf Badenweiler mit Burg und Kurhaus
Römerbad, Burg und Kurhaus
Römerbad, Burg und Kurhaus
Karin
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Schutzhütte Sophienruhe
Die Schutzhütte Sophienruhe (511 m.ü.M.), erbaut vom Verschönerungsverein Badenweiler & Umgebung.
Blick von der Sophienruhe auf die Burg Baden ...
Blick von der Sophienruhe auf die Burg Baden …
... das Klemmbachtal mit Badenweiler und Müllheim sowie die dahinter liegende Rheinebene
… das Klemmbachtal mit Badenweiler und Müllheim sowie die dahinter liegende Rheinebene
Unterhalb der Sophienruhe
Unterhalb der Sophienruhe
Die Abraumhalde unterhalb der Sophienruhe ist heute ein Biotop
Die Abraumhalde unterhalb der Sophienruhe ist heute ein Biotop
Quarz
Quarz
Die Abraumhalde unterhalb der Sophienruhe
Die Abraumhalde unterhalb der Sophienruhe
Quarzriff
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"Alter Mann" Stollen
„Alter Mann“ Stollen
"Alter Mann"
Karin beim „Alten Mann“
Bergschmiede
Die längst verfallene Bergschmiede ist eines der noch verbliebenen Reste des Gipswerkes am einstigen Waldsee.
Die Bergschmiede ...
Die Bergschmiede …
...  mit ihrem morbiden Charme.
… mit ihrem morbiden Charme.
Einkehr im Café Mondweide in Sehringen.
Einkehr im Café Mondweide in Sehringen.
Schmetterlinge
Schmetterlinge

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