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Heimatkunde: Erdmannshöhle in Hasel

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Abkühlung an heißen Sommertagen verspricht ein Abstecher unter Tage. Lohnenswert ist dabei ein Besuch der Erdmannshöhle (Hasler Höhle). Die Markgräflerin hatte im Urlaub einen kleinen Heimatkunde-Trip hierher vorgeschlagen. Auch hier liegt unser letzter Besuch schon einige Jahre zurück.

Die Erdmannshöhle Hasel ist eine der ältesten Tropfsteinhöhlen in Deutschland. Der Beginn der Bildung der Tropfsteine in der Erdmannshöhle wird von Höhlenkundlern auf das Ende der Riß-Kaltzeit vor etwa 125.000 Jahren datiert. Ersmtals wird die Hähle als Erdmännleins Grub im Jahr 1755 in einer heute verschollenen Gemarkungsbeschreibung des französischen Geometers Fresson erwähnt.

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Im Jahr 1773 besuchte Markgraf Karl Friedrich mit seiner Familie die Höhle, die eigens dafür mit einem Eingang, Treppen, Brücken und Geländern ausgestattet werden.

Die bis jetzt vermessene Gesamtlänge der Höhlengänge beträgt mehr als 2350 Meter, die zu einem komplexen Höhlensystem mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von rund 370 Metern, einer Ost-West-Ausdehnung von rund 126 Metern und einem Höhenunterschied von 24 Meter gehören. Davon können allerdings nur die ersten 356 Meter besichtigt werden.

Einige Riesentropfsteine verstärken die sagenhafte Faszination der Höhle. Der größte von ihnen, war lange als größter Tropfstein Deutschlandss im „Guinness-Buch der Rekorde“ eingetragen, ist über vier Meter hoch und am Fuße über zwei Meter dick. Sein Alter wird auf etwa 135.000 Jahre geschätzt.

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Den Namen verdankt die Höhle den Erdmännchen und Erdweibchen (Zwergen), die den Sagen nach einst hier gelebt haben sollen.

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Wassertropfen zerspringen auf einem Geländer
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Stalagtiten wachsen von oben nach unten

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Unterirdischer Bachlauf

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Ein Stalagmit wächst von unten nach oben

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Der Dinkelberg ist ein bis 536,2 Meter hoher, rund 145 Quadratiklometer großer Gebirgszug. Obwohl er am Südwestrand des Schwarzwalds liegt, unterscheidet er sich geologisch von diesem. Sein Gestein entstammt dem Erdzeitalter der Mitteltrias (vor 247,2 bis 235 Millionen Jahren) und ist das Relikt eines früheren Flachmeeres, in dem sich über einen Zeitraum von mehreren Millionen Jahren mächtige Schichten aus Muschelkalk ablagerten. Der Dinkelberg wird als sogenanntes Karstgebiet eingestuft. Unterirdische Erosionsprozesse haben nicht nur die Erdmannshöhle mit ihren Tropfsteinen geschaffen sondern auch die Tschamberhöhle in Beuggen sowie den nahegelegenen Eichener See bei Schopfheim.

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Blick über den Dinkleberg

Auch Johann Peter Hebel ließ die Sage in einige seiner Werke mit einfließen, wie beispielsweise Riedligers Tochter.

Mehr Bilder im Google Photos Album: Erdmannshöhle Hasel

Weitere Informationen:

Kontakt:
Bürgermeisteramt Hasel
Hofstr. 2
79699 Hasel
Tel.  07762 / 80 99 01 oder 07762 / 806 89-0

Öffnungszeiten:
Mitte April bis Anfang November an Samstagen, Sonn- und Feiertagen geöffnet. Im Juli und August auch wrektags geöffnet. Führungen sind von 10 bis 16 Uhr jeweils zur vollen Stunde.s geöffnet.

Eintrittspreise:
Erwachsene: 4,50 Euro
Kinder von 4 bis 18 Jahren, Studenten: 3 Euro
Gruppen (Erwachsene ab 20 Personen): 4 Euro
Schulklassen, pro Schüler: 2,50 Euro

Nützliche Links

Karte mit Schauhöhlen und Besuchsbergwerken in der Region

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Fotografie, Natur

Dinkelberg Panorama

Dinkelberg-Panorama
Blick über die Dinkelberggemeinde Adelhausen und das Wiesental auf den Schwarzwald mit Belchen, Feldberg und Hoher Flum.

Von einem Termin in Rheinfelden gings über den Dinkelberg zurück … Oberhalb von Adelhausen hat man einen tollen Ausblick auf Belchen, Feldberg und Hohe Flum.

Dinkelberg-Panorama

Das Original Panorama ist knapp 40.000 Pixel breit …

Fotografie

Ausflugstipp: Burg Rötteln

Burg Rötteln
Burg Rötteln

Rückblick von vergangener Woche: Ich hab ein paar schöne Fotos von Lörrach gebraucht, also kurzerhand die Markgräflerin ins Auto geladen und einen Ausflug zur Burg Rötteln gemacht. War ewig her, seit wir das letzte Mal dort oben waren.

Burg Rötteln
Blick auf die Oberburg

Ein Besuch auf der Burg lohnt sich, bietet sie doch hoch über Lörrach einen tollen Blick ins Wiesental und über die Stadt Lörrach. Bei schönem Wetter gibt’s auch Alpensicht.

Blick von Burg Rötteln auf Wiesental, Dinkelberg und Lörrach
Blick von Burg Rötteln auf Wiesental, Dinkelberg und Lörrach

Die Kirche des Weilers Rötteln wird im Jahr 751 erstmals in einer Urkunde des Klosters St. Gallen als „raudinleim“ erwähnt. Das Geschlecht der Herren von Rötteln ist seit 1102/03 urkundlich nachgewiesen. 1147 werden die Röttler Edelherren als Kreuzzugsteilnehmer genannt. Die Burg Rötteln wird erstmals im Jahre 1259 urkundlich erwähnt, als die Grafen Rudolf und Gottfried von Habsburg ein Verzeichnis ihrer Lehen vom Kloster Murbach erstellten. Dazu zählte auch das „castrum de Rötelnhein„. Die Habsburger hatten die Burg als Lehen an die Herren von Rötteln weitergegeben. Der Bergfried wird auf Mitte des 12. bis Anfang des 13. Jahrhunderts datiert. Der letzte der Herren von Rötteln, Lüthold II, vermachte im Dezember 1315 seinen Besitz an seinen Großneffen, Heinrich von Hachberg-Sausenberg, und starb am 19. Mai 1316.

Blick vom Südturm auf Palas und Bergfried
Blick vom Südturm auf Palas und Bergfried

Beim Basler Erdbeben im Jahr 1356 wierden auch Burg und Kirche in Rötteln beschädigt.Knapp 200 Jahre später kam Burg Rötteln in den Besitz von Christoph I. von Baden: Die Herrschaften Rötteln, Sausenberg und Badenweiler wurden Teil der Markgrafschaft Baden.

Die Burg wird 1525 im Bauernkrieg von Aufständischen eingenommen aber nicht beschädigt. Im Im Dreißigjährigen Krieg war die Burg ab 1633 umkämpft und mehrfach belagert, erobert und zurückerobert. Im  Jahr 1678 erfiolgte dann die Zerstörung der Burg im Holländischen Erbfolgekrieg durch französische Truppen.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sorgte das Großherzogtum Baden für die Sicherung der Mauerreste und erste Restaurierungsarbetien. Zwischen 1885 und 1888 legte der Schwarzwaldverein einen Fußweg zur Burg an und ab 1926 kümmerte sich der Röttelnbund  um den Erhalt der Ruine. Eigentümer der Burg sind die Stadt Lörrach und die Staatlichen Schlösser und Gärten des Landes Baden-Württemberg.

Blick von Burg Rötteln auf den Hochblauen
Blick von Burg Rötteln auf den Hochblauen
Museum in der Landschreiberei
Museum in der Landschreiberei

Fein Speisen lässt es sich übrigens in der Burgschenke, wie die Markgräflerin schreibt: Burg Rötteln – Lunch in der Burgschenke

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Fotografie, Veranstaltungen

Ei, ei, ei – Eierspringen und Urzeitkrebse

Eichener See
Der Eichener See ist ein nur zeitweilig erscheinender Karstsee.

Spontan haben wir uns am Ostermontag für einen kleinen Ausflug an den Eichener See entschieden. Hier findet am Ostermontag das traditionelle Eierspringen statt.

Eierspringen in Eichen
Eierspringen in Eichen

Eierspringen

Alljährlich findet im Dinkelberg-Dorf Eichen am Ostermontag (14 Uhr) das Eierspringen statt. Der alte Brauch des Eierlaufens oder Eierspringens wird aber auch in vielen Orten des Markgräflerlandes und der Nordwestschweiz begangen.

Ansager Eierspringen Eichen
 

Der Auftakt vom Eierspringen ist das Einsammeln von frischen, rohen Eiern am Ostersonntagnachmittag. Das Ange-Bäbi und der Bäberich gehen in Märgkräfler Tracht durch das Dorf und sammeln in Begleitung des Butzimummel Eier und „Ange“ (Butter) für das Spiel und den „Eierangeball“ ein.

Eierspringen
Der Eierläufer legt die rohen Eier auf den Sägemehl-Nestern ab. Die Butzimummel beschützen die Eier vor Eierdieben.

Ein Läufer legt einzeln Eier auf Sägemehlhäufchen aus, dabei kreist er immer wieder vom Eierkorb zu den Sägemehlhäufchen und legt ein Ei dort ab. Der Läufer zieht dabei immer größere Bahnen, bis alle Sägemehlhäufchen mit je einem Ei bestückt sind. Anschliessend sammelt er die Eier Stück um Stück wieder ein, so dass die Kreise wieder kleiner werden. Die Zuschauer können die Eier aus den Sägemehlhäufchen stehlen. Die Butzimummel, die jungen unverheirateten Hochzeiter, haben die Aufgabe, die ausgelegten Eier zu schützen. Erwischen sie den Eierdieb, bekommt dieser mit schwarzer Schuhcreme das Gesicht gefärbt.

Kleiner Eierdieb
Der kleine Eierdieb war erfolgreich!

Außerdem sind da noch zwei Läufer, die nach langer Tradition über die Felder nach Kürnberg in das Gasthaus Sternen laufen und dort eine Flasche Wein holen.

Das ganze ist ein sportlicher Wettkampf zwischen dem Läufer im Feld und den Läufern über die Felder nach Kürnberg und zurück.

Die Regel sagt: Wenn die Läufer von Kürnberg zurückkommen, müssen sie bis zu einer Bank oberhalb vom Eichener See laufen und kommen dann zurück zum Spielfeld. Sobald die zwei Läufer gesichtet werden, darf der Läufer im Spielfeld die Eier Stück für Stück wieder einsammeln. Die Zuschauer haben jetzt die Möglichkeit, den Ausgang des Spiels zu beeinflussen. Die „gestohlenen“ Eier können jetzt wieder von den Zuschauern auf die Sägemehlhäufchen abgelegt werden, so dass es dem Läufer im Feld erschwert wird, alle Eier einzusammeln, bevor die Läufer aus Kürnberg das Feld erreichen. Schafft er dies nicht, hat er verloren und die zwei Läufer, die nach Kürnberg gelaufen sind haben gewonnen.

Eierspringen


Eierspringen Großer Publiumszuspruch beim Eierspringen am Eichener See.

Der Eichener See

Eichener See
Naturphänomen Eichener See. Wegen seiner seltenen Urzeitkrebse steht der See unter Naturschutz.

Der Eichener See ist ein nur zeitweise erscheinender Karstsee beim Schopfheimer Ortsteil Eichen auf dem Dinkelberg. Erstmals urkundlich erwähnt wird der See 1771, als fünf Menschen von einem gekenterten Boot in ihm ertranken.

Naturdenkmal Eichener See
Naturdenkmal Eichener See

Die erste wissenschaftliche Beschreibung stammt von Heinrich Sander, Professor am Gymnasium illustre in Karlsruhe, erschienen im Jahr 1782 in der Zeitschrift „Der Naturforscher“.

Infotafel am Eichener See
Infotafel am Eichener See

In der Landgrafschaft Sausenburg ligt in einem waldigen Thal, linkerhand von Basel, das Landstädtchen Schoopfen. Zum Gebiet und zum Kirchsprengel dieser Stadt, gehört das Dörfchen Eichen, das nur eine Viertelstunde von Schopfen und von dem Fluß Wiese, der oft so erstaunlich groß werden kann entfernt ist, und im Bann dieeses kleinen Ortes liegt der Landsee, der davon den Namen hat Eichener See.
Der See liegt auf einem ziemlich erhöhten Ort, woselbst gewöhnlich kein Wasser ist. Rings um ihn ist Ackerfeld und Fohrenwald. Das Dorf dabei und die Felder liegen alle tiefer.
Seine Größe ist ungleich und verschieden. man berechnet gemeiinglich die Breite auf einen und die Länge auf zwei Büchsenschüsse. Zuweilen faßt der See sechs bis acht Morgen sich. Auch ist er oft in einem Jahr tiefer als im Andern. Da wo die größte Tiefe ist, hat man schon gegen 16 Schuh gefunden.
[…]
Das merkwürdigste des Sees ist, dass er bald anläuft, bald austroknet.
Das Anlaufen oder Anschwellen des Sees hält keine bestimmte Zeit. Oft läuft die Wiese vom vielen Regenwasser gewaltig an und der See wird deswegen doch nicht grlßer. Oft sieht man in zwei bis drei Jahren nicht, daß hier ein See ist. oft sammelt sich das Wasser in einem Jahr zwei und mehrmale. Am Boden des Sees sieht man keine grossee Löcher, keine besondere Oefnungen, aus welchem das Wasser gewöhnlich und häufig hervorkäme. In vielen kleinen Bläschen, wie aus Wurmlöchern, quillt es nach und nach herauf. Oft wird der See sichtbar, wenn in den umliegenden Gegenden alles trocken und nirgends Wasser zu finden ist. Oft bleibt der See sieben – oft neuen Wochen stehen. Oft wird es ein Vierteljahr bis er wieder abläuft. Man sieht alsdann keine anderen Thiere darinn als Frösche und Kröten.
[…]

(mehr)

Der Eichener See
Der Eichener See

Der Eichener See steht schon seit 1939 unter besonderem Schutz. Als flächiges Naturdenkmal mit einer Größe von 3,75 ha wurde es im Jahr 1983 ausgewiesen. Es gibt nämlich doch mehr als die beschriebenen Frösche, Kröten und Enten im See: Er ist Heimat des seltenen Blattfußkrebses (Tanymastix Lacunae), auch Kiemenfußkrebs genannt. Für dessen Entwicklungszyklus ist ein Austrocknen des Seegrundes überlebenswichtig. Der Eichener See ist der einzige gesicherte Fundort seiner Art in Deutschland. Diese „Urzeitkrebse“ sind wahrscheinlich vor über 400 Millionen Jahren im Meer entstanden, wurden aber vor langer Zeit gezwungen in Binnengewässer auszuweichen.

Eierspringen am Eichener See
Eierspringen am Eichener See

Bei „Urzeitkrebsen“ werden Kindheitserinnerungen wach: Wer hat nicht die Urzeitkrebse aus dem Yps-Heft in einer gläsernen Blumenvase daheim im Kinderzimmer gezüchtet.

Eichener See
Der Eichener See erscheint nur zeitweilig. Gespeist wird er durch Grundwasser aus einer 40 Meter unter dem See liegenden Höhle.

Der Eichener See liegt auf der Eichener Höhe in Richtung Bad Säckingen. Der See bildet sich in unregelmäßigen Abständen durch Zutagetreten von Grundwasser in einer Doline. Der Grundwasserstauer, die Letten des mittleren Muschelkalks, liegt etwa 40 Meter under der Erdoberfläche. Dort unten ist das Grundwasser in einer Höhle.
Durch lange Regenzeiten oder durch die Schneeschmelze führen nun diese unterirdischen Bäche Hochwasser, und das staut sich, da die Abflüsse das Wasser nicht mehr zu fassen vermögen.
Aus diesem Grunde drückt es das Wasser durch die Kalkschichten des oberen Muschelkalks hindurch, bis es an der Oberfläche regelrecht zwischen den Grashalmen hervorsprudelt, dann wird die Mulde gefüllt. Das Wasser steigt langsam und kann 3 Meter tief werden, dann sind etwa 2 1/2 ha Land unter Wasser gesetzt. Der auf diese Weise gebildete See kann so mehrere Wochen oder gar Monate bestehen und verschwindet dann langsam, wobei das Wasser im Boden versickert. Der See hat weder einen oberirdischen Zu- noch Abfluss.

(Quelle: Stadt Schopfheim)

Weitere Infos zum Eichener See sind auf der Homepage des Landratsamts Lörrach zu finden. Hier gibt es auch einen Flyer als PDF-Datei zum Download.

Traktor

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Museumscafé Riedlingen
Museumscafé Riedlingen

Zum Abschluss machten wir noch im Kanderner Ortsteil Riedlingen im Landhof Riedlingen Station. Gemütliches Ambiente, dazu ein sehr interessantes Museum in der Scheune mit Puppenstuben und Teddybären. Mehr dazu demnächst in einem Ausgehtipp bei der Markgräflerin: Ostermontags-Ausflug mit gemütlicher Einkehr

Puppenstube
Puppenstube