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Wanderung Vulkanfelsgarten Winklerberg im Kaiserstuhl

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Die Markgräflerin und ich haben eine kleine Wanderung am Kaiserstuhl unternommen. Den Tipp hab ich von einem Arbeitskollegen bekommen (Danke Tim!). Er hat mir von den dort wachsenden Kaktusfeigen erzählt.

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Opuntia ficus-indica ist eine Pflanzenart in der Gattung der Opuntien (Opuntia) aus der Familie der Kakteengewächse (Cactaceae).  Die oft als Kaktusfeigen bezeichneten Früchte und die jungen Triebe sind essbar und gehören zur mexikanischen Standardküche.

Im Internet haben wir auf der Seite des Gasthauses Adler in Breisach-Hochstetten eine schöne Tourenbeschreibung (Vulkanfelsen-Winklerberg-Wanderung) gefunden, die Wegebschreibung der Tour lässt sich auch als PDF herunterladen.

Angelegt und beschildert wurde die Wanderung Vulkanfelsgarten vom Naturzentrum Kaisterstuhl in Ihringen. Träger des Naturzentrums ist der Schwarzwaldverein.

Lohnenswert ist ein Abstecher auf den Blankenhornsberg zum Staatsweingut Freiburg.

Das Staatsweingut Freiburg ist eine Einrichtung des Staatlichen Weinbauinstituts Freiburg und dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg angegliedert. Es bewirtschaftet über 37 Hektar. Davon liegen 24 Hektar auf dem Kaiserstuhl in Ihringen-Blankenhornsberg und 13 Hektar in Freiburg und Ebringen. Das Staatsweingut dient den Wissenschaftlern des Weinbauinstitutes als Versuchsgut.

Warum Blankenhornsberg?

1842 erwarben die Brüder Nikolaus, Adolph Friedrich und Jakob Wilhelm Blankenhorn aus dem badischen Müllheim das Weingut Rebgut Blankenhorn(s)berg in Ihringen am Kaiserstuhl. 1847 folgte die Gründung eines Weingeschäftes unter dem Namen Gebrüder Blankenhorn sowie der Bau eines Gewölbekellers. Die Weine der Gebrüder Blankenhorn wurden auf Ausstellungen mehrfach Ausgezeichnet, so zum Beispiel bei der Wiener Weltausstellung von 1873 und trugen so mit zum guten Ruf badischer Weine bei.

Der Sohn von Adolph Friedrich, Adolph Blankenhorn, war der Mitbegründer der deutschen Weinbauwissenschaften. Nach seiner Promotion bei Robert Bunsen an der Universität Heidelberg, kehrte er in die elterlichen Betriebe zurück. Er nutzte das Weingut als Versuchsstation für seine weinbaulichen und önologischen Untersuchungen. Aus eigenen Geldmitteln gründete er 1867 ein Önologisches Institut in Karlsruhe und brachte 1870 die wissenschaftliche Zeitschrift „Annalen der Önologie“ heraus. Bei der Entwicklung der Pfropfrebe zur Bekämpfung der Reblaus hatte Blankenhorn entscheidenden Anteil.

Adolph Blankenhorn war 1874 Mitbegründer und erster Präsident des badischen und des deutschen Weinbauvereins. Für seine Leistungen für die Weinbauwissenschaften wurde er 1878 mit einer Goldmedaille bei der Weltausstellung in Paris ausgezeichnet. Aus gesundheitlichen Gründen musste Blankenhorn ab 1880 seine wissenschaftlichen Arbeiten einschränken und verstarb 1906 in Konstanz am Bodensee. Die Familie Blankenhorn bewirtschaftete das Weingut weiter. Nach dem Ersten Weltkrieg 1919 verkaufte sie nach einem Beschluss des Badischen Landtags vom 12. Mai 1919 den Besitz an die Badische Landwirtschaftskammer. Der Betrieb wurde 1933 durch den Reichsnährstand verstaatlicht. Dieser vereinnahmte ab 1933 alle Aktivitäten und das Vermögen der Verbände im Agrarbereich. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging das Weingut in den Besitz des Landes Baden-Württemberg über und das Anwesen wurde als Versuchs- und Lehrgut dem Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg angegliedert.

Quelle: Wikipedia

Eine weitere Tour von Ihringen aus zum Winklerberg ist bei Outdooractive zu finden. Infos zu diesert Tour gibt es auch in einem Faltblatt von Kaiserstuhl-Touristik in Ihringen, wo auch geführte Wanderungen inklusive Weinprobe (in Zusammenarbeit mit der Winzergenossenschaft Ihringen) angeboten werden. Sie startet bei der Feuerwehr und führt unter anderem auch am jüdischen Friedhof vorbei.


Die Karte


Die Wanderung

Auf der Landesstraße ( L114) von Breisach nach Ihringen biegen wir von Breisach kommend an der Einmündung der Kreisstraße (K 4928) nach links ab. Gleich beim nächsten Weg auf der rechten Seite gibt es eine Parkmöglichkeit.

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Die Wanderung startet an der Wetterstation Ihringen (Meteomedia/MeteoGroup/Wetter 24)  am Stiegler Weinberg Haus.

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Von der Wetterstation aus geht es rund 120 Meter unterhalb des Weinbergs in Richtung Nordwesten.

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Hier zweigen wir nach rechts in den Weinberg ab. Wir folgen dem Weinberg unten bis zum Winklerbergbrunnen.

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Am Winklerbergbrunnen führt der Weg nach rechts steil bergauf, vorbei ein einem Bammerthäusle.

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Wir gehen oben nicht die Betontreppe den mit einer Betonmauer gesicherten Hang weiter hinauf sondern halten uns links. Der Weg führt  an einer steilen Felswand aus vulkanischem Gestein vorbei.

Die Entstehung des Kaiserstuhlvulkans im Tertiär stellt sowohl den Höhepunkt als auch den Schlusspunkt der vulkanischen Aktivität im Oberrheingraben dar. Diese begann schon in der Kreidezeit und zeigt sich in zahlreichen, heute tief erodierten Vulkanschloten. Der Kaiserstuhl ist der einzige größere Vulkan aus dieser Zeit im Bereich des Oberrheingrabens. Dieser trifft hier auf den Bonndorfer Graben, der über den Hegau zum Bodensee führt. Gegen Ende des Oligozäns drang Magma empor, erstarrte jedoch noch unter der Erdoberfläche. Erst im Miozän kam es zu einem Durchbruch und zu großflächigen Lavaströmen. Geologisch gesehen lässt sich der Kaiserstuhl in einen sedimentären und einen vulkanischen Teil gliedern. Aufgrund dieser Besonderheiten wurde der Kaiserstuhl als eines der bedeutendsten nationalen Geotope Deutschlands ausgezeichnet.

Quelle: Wikipedia

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Hier finden sich die ersten wilden Kakteen (Opuntien). Dies bieten im Herbst mit ihren roten Früchten (Kaktusfeigen) einen schönen Anblick. Aber auch eine Wanderung zur Blütezeit Ende Mai/Anfang Juni lohnt sich.

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Begleitet werden die Opuntien durch weitere Sukkulenten, wie den Mauerpfeffer und andere wärmeliebenden Pflanzen, wie den Blutroten Storchschnabel.

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Ein Blickfang sind im Herbst auch die farbenfrohen Hagebutten …

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… und die sich verfärbenden Weinblätter.

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Wir folgen der Felswand aus Vulkangestein für weitere 200 Meter, dort führt der Weg kurz nach rechts und dann gleich wieder nach links.

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Über verschiedene, etwas versetzte Treppen, teilweise aus Metall, geht es  hinauf zum ersten Etappenziel.

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Nicht nur Kaktusfeigen sondern auch die echten Feigenbäume (Ficus carica) lieben das Klima des Kaiserstuhls.

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Oben angekommen beim Weinberghaus ist der richtige Platz für ein kleines Vesper und um den Ausblick in Richtung Breisach mit dem Breisacher Münster (und bei klarem Himmel den Vogesen) …

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… oder nach Südosten in Richtung Tuniberg zu genießen.

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Nach einem kleinen Vesper geht es weiter. Ein paar Meter geht es noch hinauf bis zu einem gut ausgebauten Wirtschaftsweg. Die Tour führt uns nach links (wer einen Abstecher zum Blankenhornsberg machen will, hält sich rechts). Nach etwa 300 Metern errichen wir den Höchsten Punkt der Tour (260 Meter). Wir gehen nach links und folgen der Ausschilderung durch die Reben.

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Nach etwas 600 Metern sollten wir einen schmalen Pfad erreichen – und waren zunächst etwas ratlos. Der Einstieg war so zugewachsen, dass der Weg nicht zu finden war. Daher sind wir den steilen Rebberg hinunter zum parallel führenden Wirtschaftsweg gegangen. Spätestens hier sollte man dann trittfest sein.

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Wir folgen dem Wirtschaftsweg und an der nächsten Ecke kommt der ursprünglich gedachte Weg von links. Wir halten uns gerade aus und gehen unterhalb des Winklerbergs zurück zum Winklerbergbrunnen (etwa 600 Meter) und nach weiteren 350 Metern sind wir wieder am Ausgangspunkt unserer Tour.

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Fast ständige Begleiter auf der Tour sind Eidechsen und  die Heuschrecken. Die  Blauflügeligen Ödlandschrecken sind faszinierend, erinnern sie doch bei ihren kurzen Flügen an Schmetterlinge.

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An einem schönen Herbsttag oder im Frühjahr zur Rebblüte eine wunderschöne Wanderung für Naturliebhaber und Fotografen.

Die Wanderung lässt sich natürlich auch mit einer Weinprobe kombinierten, neben dem Staatsweingut Freiburg auf dem Blankenhornsberg bieten sich auch die Winzergenossenschaften in Ihringen und Achkarren oder der Badische Winzerkeller in Breisach an.

Noch mehr Fotos sind im  Flickr-Album Vulkanfelsgarten Winklerberg zu finden.


Sehenswert ist übrigens auch eine Wanderung im Liliental mit dem Arboretum der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg. Ein Arboretum ist – kurz gesagt – ein Botanischer Garten für Bäume. Auf einer Fläche von rund 80 Hektar sind hier Versuchsflächen, Plantagen zur Saatgutgewinnung und eben ein Arboretum mit Bäumen aus aller Welt untergebracht. Neben dem stattlichen Mammutbaumwald, der Anfang der 1960er Jahre angepflanz wurde, gibt es auch allerhand andere botanische Sehenswürdigkeiten wie Orchideen und Stauden zu entdecken.

Hier gehts zur Wanderung im Liliental!


 

Fotografie, Reisen

Mit Napoleon auf den Kanälen des Elsass auf Tour

FGS Napoleon
Das Fahrgastschiff Napoleon im Hafen von Colmar

„Schiff ahoi!“, heißt es in Breisach für das neue Fahrgastschiff Napoléon der Breisacher Fahrgast-Schiffahrt, das kürzlich seine Jungfernfahrt absolvierte. Mit 38,40 Metern ist es nicht ganz so lang wie die große Schwester Weinland Baden. Die Namensgebung hat aber nichts mit der Körpergröße des berühmten französischen Feldherrn zu tun. Namensgeber ist vielmehr der auch als „Canal Napoléon“ bezeichnete Rhein-Rhône-Kanal, dessen Fertigstellung im Jahr 1833 auch den Anstoß zum Bau des „Canal de Colmar“ gegeben hat. Der Kanal von Neuf-Brisach in die Hauptstadt des Departements Oberelsass (Haut-Rhin) ist mit dem Rhein das Haupteinsatzgebiet des FGS Napoleon.

Schleuse Colmar
Ecluse de l’Ill Colmar

Die Abmessungen der drei Schleusen mit 39 Meter Länge und 5,20 Metern Breite bestimmten daher auch die Größe des Schiffes. Dieses wurde in den vergangenen Monaten auf der Schiffswerft in Rolandseck mit 38,40 Metern Länge und 5,05 Metern Breite für den Einsatz auf dem Colmar-Kanal maßgeschneidert. Maßarbeit wird vom Kapitän nicht nur verlangt, wenn er in die Schleusen des Kanals einfährt, sondern auch bei der Passage der zwölf Brücken entlang des Kanals. Diese beschränken daher auch die Schiffshöhe von 3,80 Metern.

Unter den Brücken heißt es aufpassen ...
Unter den Brücken heißt es aufpassen …
Achtung!
Achtung!

Trotzdem wird es unter den Brücken eng. Daher weisen gelbe Blinklichter und ein akustisches Warnsignal die Passagiere auf dem Oberdeck darauf hin, sitzen zu bleiben beziehungsweise den Kopf einzuziehen, wenn das Schiff unter den Brücken durchfährt. Das Steuerhaus lässt sich auf Knopfdruck hydraulisch hochfahren und absenken. Hochgefahren bietet es dem Schiffsführer auf dem Rhein einen Rundumblick, auf dem Colmar-Kanal bieten Videokameras am Heck den nötigen Überblick.

Technische Daten

Fahrgastschiff Napoleon
Baujahr: 2012
Hersteller: Ritzdorf Schiffs- und Industrietechnik

im Rolandseck (Remagen-Oberwinter)

Motorleistung: 2 mal 270 PS
Länge: 38,40 Meter
Breite: 5,05 Meter
Höhe: 3,80 Meter
Tiefgang: 1,40 Meter

Abschalten und Entspannen

Tempolimit
Auf dem Kanal gilt ein Tempolimit von sechs Kilometern pro Stunde

Für eine Schifffahrt auf dem Colmar-Kanal muss man schon etwas Zeit mitbringen. Rund viereinhalb Stunden dauert die Fahrt auf dem 26 Kilometer langen Kanal von Neuf-Brisach nach Colmar mit seinen drei Schleusen. Die Fahrzeit ist nicht nur das „Tempolimit“ von sechs Kilometern pro Stunde sondern auch dem engen Kanalquerschnitt geschuldet. „Das Wasser muss ja von vorne um das Schiff herumkommen“, erklärt Christian Goedert.

Es bleibt also nichts anderes übrig als zu „Entschleunigen“ und automatisch vom Alltagsstress herunterzukommen, wenn das Schiff gemächlich durch den Kanal gleitet. Während der Fahrt gibt es viel zu entdecken: Seerosen säumen den flachen Wasserbereich am Ufer, bunte Libellen tanzen über das Wasser und Entenfamilien kreuzen die Wasserstraße. Hier und da sitzen Angler oder planschen Kinder am Ufer, die den vorbeifahrenden Passagieren munter zuwinken.

Schleuse
Schleuse
Flusskreuzung
Flusskreuzung: Der Kanal kreuzt die Ill
Hohkönigsburg
Blick zur Hohkönigsburg
Breisach
Ankunft in Breisach

Die Colmar-Linie fährt bis Oktober jeden Freitag und Samstag um 10 Uhr nach Colmar. Nach der Ankunft in Colmar werden die Gäste mit dem Bus vom Colmarer Hafen in die Innenstadt gebracht und können dort einen Stadtbummel unternehmen, bevor es um 18 Uhr wieder mit dem Bus zurück nach Breisach geht.

Colmar
Colmar

Lohnenswert sind ein Besuch im Unterlinden-Museum mit dem berühmten Isenheimer Altar von Matthias Grünewald sowie in der Dominikanerkirche mit Martin Schongauers Madonna im Rosenhag.

Mehr Bilder in der Picasa Bildergalerie und bei der Markgräflerin: Colmar – und mit Napoleon über den Canal zurück – Teil 5: Der Weg durch den Canal nach Breisach